Real Time 4WD (dt.: Echtzeit Allradantrieb) wurde von Honda entwickelt und bezeichnet eine Technik für den Allradbetrieb eines Autos.
In Aktion
Das Allradsystem ist nicht permanent aktiv und ist auch nicht direkt zuschaltbar. Vielmehr werden die hinteren Räder erst dann automatisch zugeschaltet, wenn beide Vorderräder durchdrehen oder eine größere Drehzahldifferenz der beiden Vorderräder besteht. Im Normalbetrieb werden nur die Vorderräder angetrieben, was dem Fahrer ermöglicht das Auto wie ein normales Auto mit Frontantrieb zu handhaben. Wenn allerdings beim Losfahren die Vorderräder durchdrehen, werden die Hinterräder zur Sicherung des Vorwärtskommens hinzugeschaltet. Auch werden die Hinterräder zugeschaltet, wenn eine enge Kurve gefahren wird, also wenn sich die Drehzahl der Vorderräder unterscheidet.
Premiere
Das
Real Time 4WD kam 1997 erstmals in Europa auf den Markt. In Japan wurde dieses System bereits 1995 präsentiert. Honda entwickelte diese Allradsystem nicht um eine gute Geländegängigkeit ihrer Autos zu erreichen, sondern um die Sicherheit der Insassen zu steigern.
Funktion
Die Funktionsweise des Systems ist recht leicht zu verstehen. Die wichtigsten Komponenten stellen zwei
Ölpumpen („Dual Pump“) dar. Diese sind über einen
Hydraulikkreislauf miteinander verbunden. Eine der Pumpen ist mit der Hinternabe, die Andere mit der Vorderachse verbunden. Die Pumpen erzeugen einen Druck welcher sich proportional zur Umdrehungszahl der Räder verhält. Im Normalbetrieb (Vorderräder werden angetrieben) drehen sich die Vorderräder und die Hinterräder annähernd gleichschnell. Dies bewirkt, dass das Öl zwischen den beiden Pumpen zirkuliert und der Druck der Pumpen gleich ist.
Wenn nun eines der Vorderräder aus irgendeinem Grund eine höhere Drehzahl aufweist als die Hinterräder bewirkt dies, dass die Pumpen nicht mehr mit gleichem Druck arbeiten. Dies wiederum erkennt das Allradsystem und überträgt Antriebsleistung über eine
Lamellenkupplung (spätere Versionen:
Klauenkupplung) auf die Hinterräder. Je größer die Differenz ist, desto größer ist auch die an die Hinterräder übertragene Antriebskraft.
Das „Dual-Pump“-System wurde 2005 durch eine mechanische Kupplung ergänzt, welche in der Lage ist sich unverzüglich zuzuschalten wenn eines der Vorderräder durchdreht. Durch diese Verbesserung konnte Honda die Fahrleistung beim Anfahren, an Steigungen und beim Beschleunigen verbessern.
INTRAC
INTRAC steht für
INnovative
TRAction
Control (dt.: Innovative Traktions Kontrolle) und wurde von Honda entwickelt, da die für die Kraftübertragung genutzte Lamellenkupplung des
Real Time 4WD die Wirkung des ABS verhinderte. Aus diesem Grund wurde ein Differential entwickelt welches diesen Missstand behob. Im Gehäuse des Differentials befinden sich zwei
Visco-Kupplungen (für die Kraftübertragung an die Räder) und eine elektrische, vom
ABS kontrollierte, Klauenkupplung. Die Klauenkupplung sorgt dafür, dass bei einsetzender Blockade der gebremsten Räder der Hinterradantrieb abgekuppelt wird. Dies dient dazu, dass das ABS seiner Tätigkeit (Verhinderung des Radblockierens) nachgehen kann. Jedem Hinterrad ist je eine Visco-Kupplung zugehörig, welche den Antrieb des Rades übernimmt.
Vorkommen
Vorhanden ist
Real Time 4WD in folgenden Modellen:
Trivia
Wird ein Auto mit
Real Time 4WD angehoben, sodass alle Räder frei hängen, tritt die Allradautomatik in Kraft und dreht alle Räder.
Das Gehäuse des Differentials hat eine Entlüftung. Durch diese Entlüftung kann es vorkommen, dass sich das Öl im Differential mit dem Wasser der Luft mischt. Wird das
Real Time 4WD längere Zeit (4-5 Monate) nicht genutzt kann es passieren, dass sich das Öl bereits soviel mit Wasser angereichert hat, dass beim Zuschalten des Allradantriebes ein so genanntes „Seehundjaulen“ zu hören ist (~ 1 Sekunde). Hat sich das Öl mit zuviel Wasser gemischt, sollte eine Spülung des Differentials vorgenommen werden um eventuelle Schäden im Differential zu vermeiden.
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