In der Chemie ist eine Reaktionsgleichung - auch Reaktionsschema genannt - die Kurzschreibweise für eine chemische Reaktion. Sie gibt die Ausgangs- und Endstoffe einer Stoffumwandlung in Formelschreibweise wieder, ist international einheitlich und wird von allen Chemikern verstanden.
Der Aufbau einer Reaktionsgleichung (eines Reaktionsschemas) folgt bestimmten Regeln, deren Anwendung beim Erstellen im Artikel Reaktionsschema ausführlich erläutert wird. Zusammengefasst ist zu sagen:
Auf der linken Seite stehen die chemischen Summenformeln der Ausgangsstoffe (Edukte) - auf der rechten die Summenformeln der Produkte. Dazwischen wird ein Reaktionspfeil geschrieben (z.B. ), der kennzeichnet, in welche Richtung die Reaktion abläuft. Vor die Formeln setzt man zudem groß geschriebene Zahlen. Diese stöchiometrischen Koeffizienten der beteiligten Stoffen geben an, wie viele Moleküle des jeweiligen Stoffes oder wieviel Mol an Stoffmenge jeweils benötigt, verbraucht oder erzeugt werden. Sie müssen so gewählt werden, dass die Stoffmengen-Verhältnisse der Reaktionspartner (ihre stöchiometrischen Bedingungen) korrekt wierdergegeben werden: Für jedes chemische Element müssen auf der linken Seite einer Reaktionsgleichung gleich viele Atome wie auf der rechten Seite vorhanden sein (Die Ziffer "Eins" als stöchiometrischer Koeffizient taucht daher z.B. nicht als Faktor auf).- Diese "stöchiometrischen Koeffizienten" werden in DIN 32642 stöchiometrischen Zahlen genannt.
Beispielsweise wird die Verbrennung von Methangas (Formel: CH4) in Sauerstoffgas (Formel: 2 O2) zu Kohlenstoffdioxid und Wasserdampf durch die Gleichung
beschrieben. In diesem Beispiel sind für Kohlenstoff C je ein Atom (links in CH4 und rechts in CO2), für Wasserstoff H je vier Atome (links in CH4 und rechts je 2 in beiden H2O), sowie für Sauerstoff O ebenfalls je vier Atome (links je zwei in beiden O2 und rechts zwei in CO2 und je eines in beiden H2O) vorhanden.
Zur Verdeutlichung werden, sofern nicht für den betrachtenden Fall unerheblich, die Phasen der Reaktanden in Kurzbeschreibung im Reaktionsschema mit angegeben.
Über den Pfeil schreibt man gegebenenfalls die Reaktionsbedingungen, wie z.B. das Zuführen von Aktivierungsenergie. Die entstehende oder aufgewendete Reaktionsenergie wird auf die Seite geschrieben, wo sie anfällt bzw. aufgewendet werden muss.
Für thermodynamische Berechnungen wird häufig die Reaktionsenthalpie mit angegeben, beispielsweise bei der Reaktionsgleichung der Knallgasreaktion
Bei der Bildung von einem Mol flüssigem H2O aus gasförmigen H2 und O2 werden also 68,3 kcal Energie frei. Hier ist es wesentlich, dass die Phase der an der Reaktion beteiligten Substanzen mitangegeben wird, da bei den Phasenübergängen ebenfalls Energie umgesetzt wird. Die Reaktionswärme wird üblicherweise bei 25 Grad Celsius angegeben. Ein positiver Wert von bezeichnet endotherme Reaktionen, ein negativer Wert exotherme Reaktionen.
In der Chemie werden in Reaktionsgleichungen verschiedene Pfeile verwendet, deren Bedeutung genau festgelegt ist:
Ergebnis: Die Reaktionsgleichung lautet nun: 2 H2(g) + O2(g) 2 H2O(fl),
An Stelle der Vollschreibweise mit kompletten Summenformeln kann man nicht mitreagierende Kationen oder Anionen auch aus der Reaktionsgleichung herauskürzen. Auf diese Weise erstellte Reaktionsgleichungen lauten z.B.:
Chemical equation | Ecuación química | Équation chimique | Kémiai egyenlet | Equazione chimica | 化学反応式 | Mokokano | Chemical equation | Ekwasyong kimikal | Хімічне рівняння
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