article

Rauschunterdrückungsverfahren (engl. Squelch) sind technische Verfahren bei der Übertragung bzw. Speicherung von analogen Signalen, welche unerwünschtes Rauschen verringern (Rauschsperre). Sie erlangten im Laufe des 20. Jahrhunderts große Bedeutung bei der analogen Übertragung und Speicherung von Musik.

Rauschen (zum Beispiel das Bandrauschen bei Tonbändern und Compact-Cassetten) und andere Störgeräusche (zum Beispiel das Rumpeln bei Schallplatten) sind unvermeidliche Begleiter analoger Tonübertragung und Speicherung. In Zeiten fast ausschließlich digitaler Tonübertragung gerät dies mehr und mehr in Vergessenheit.

Frequenzgangveränderung


Bei der Aufnahme werden bestimmte Frequenzen des Tonspektrums (das menschliche Gehör erfasst Frequenzen zwischen ca. 16 und 20.000 Hz) verstärkt, um den Signalpegel deutlich über das Störsignal (Rauschen oder Rumpeln) anzuheben. Bei der Wiedergabe werden diese Frequenzen wieder abgesenkt, um den ursprünglichen Frequenzgang des Tonsignals wieder herzustellen. Gleichzeitig verringern sich die in diesem Frequenzband liegenden Störgeräusche, die bei der Wiedergabe ebenfalls im Pegel abgesenkt werden.

Ein Beispiel dafür ist die RIAA-Kennlinie für analoge Schallplatten, durch dieses Verfahren werden hochfrequente Störanteile deutlich verringert, und deshalb erinnert das verbleibende, eher tieffrequente Störgeräusch an ein Rumpeln.

Weiteres Einsatzgebiet des Verfahrens: UKW-Rundfunk.

Kompander-Verfahren


Hier werden bestimmte Frequenzen oder alle Tonfrequenzen abhängig von ihrem Eingangspegel verschieden stark angehoben, bevor sie gespeichert oder übertragen werden, und nach der Aufnahme entsprechend entzerrt. Der erzielte Rauschunterdrückungseffekt ist erheblich größer, der technische Aufwand und die Störanfälligkeit allerdings ebenfalls.

Dieses Verfahren wird von den bekannten Rauschunterdrückungsverfahren Dolby B, C und S (in Kassetten-Recordern) sowie den weniger bekannten HighCom und dbx verwendet und erlangte weltweite Verbreitung. Eine hohe Bedeutung bei der analogen Satelliten-TV-Übertragung erlangte auch das Wegenr Panda-1 Verfahren. Näheres in dem Artikel Kompander.

Sprechfunk


Empfangsbereite Spechfunkgeräte rauschen oft unerträglich - so wie früher die Fernseher nach Sendeschluss. Ein Pilot, der während seines gesamten Fluges (Instrumentenflug) auf der zugewiesenen Frequenz hörbereit sein muss, hätte nur die Möglichkeit die Lautstärke runterzudrehen, um keine Kopfschmerzen von dem unerträglichen Rauschen zu bekommen. Dann hört er aber fast nichts mehr auf seiner Frequenz, was auch nicht gut wäre. Also drückt er die Taste "Squelch" (Rauschunterdrückung) an seinem Funkempfänger und das Rauschen verschwindet fast völlig. Falls sich dann im Gespräch mit weit entfernten Stationen die Empfangsqualität als zu schwach erweist, nimmt er für den Empfang der Nachricht die Rauschsperre kurz raus. Der Empfang wird so wieder deutlich lauter.

Auch die zulassungsfreien Handfunkgeräte (PMR-Funk - Private Mobile Radio) werden standardmäßig mit aktivierter Rauschunterdrückung betrieben. Einige Geräte besitzen eine Funktion zum Ausschalten der Rauschunterdrückung.

Tontechnik | Funktechnik | Rauschen

 

This article is licensed under the GNU Free Documentation License. It uses material from the "Rauschunterdrückungsverfahren".

Home Pageartsbusinesscomputersgameshealthhospitalshomekids & teensnewsphysiciansrecreationreferenceregionalscienceshoppingsocietysportsworld