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Raubtiere
Canis lupus laying in grass.jpg (Canis lupus)]]
: Kiefermäuler (Gnathostomata)
: Landwirbeltiere (Tetrapoda)
: Säugetiere (Mammalia)
: Höhere Säugetiere (Eutheria)
: Laurasiatheria
: Raubtiere
Wissenschaftlicher Name Carnivora Bowdich, 1821 n

Die Raubtiere (Carnivora) sind eine Ordnung in der Klasse der Säugetiere (Mammalia).

Die Bezeichnung "Carnivora" setzt sich aus den lateinischen Begriffen caro, carnis (Fleisch) und voro (verschlingen) zusammen. Carnivora sind somit vom Namen her Fleischfresser. Ihren Fleischbedarf decken sie durch Jagd oder das Fressen von Aas. Ein Großteil der Carnivoren sind jedoch omnivor, also Allesfresser, das heißt, sie nehmen daneben auch Beeren, Gräser usw. zu sich. Einige Arten, darunter der Große Panda, der Pardelroller oder der Wickelbär sind sogar vorrangig oder fast ausschließlich Pflanzenfresser.

Mit etwa 270 Arten sind die Raubtiere eine der artenreicheren Ordnungen der Säugetiere, die vor allem aus sehr vielen spezialisierten Formen besteht. Sie kommen auf allen Kontinenten vor, wobei sie in der Antarktis nur an den Küsten anzutreffen sind. Auch das Innere des australischen Kontinents war früher raubtierfrei, doch hier wurde der australische Dingo durch den Menschen eingeführt. (Zwar gab und gibt es in Australien durchaus große landlebende Fleischfresser, es handelt sich allerdings um Reptilien und Beuteltiere.) Einige Raubtiere leben in Rudeln (z.B. Wölfe) oder Kolonien (z.B. Seelöwen).

Kiefer und Gebiss


Rotfuchsschädel.jpges]] Das Raubtiergebiss baut sich nach der Gebissformel 3143 auf: Symmetrisch also für Ober- und Unterkiefer von der Mitte aus: 3 Schneidezähne, ein Eckzahn, 4 Vorbackenzähne, 3 Backenzähne. Je nach Art sind die Ausprägungen unterschiedlich, wobei die Eckzähne, die sog. Fangzähne, in der Regel extrem lang ausgebildet sind. Der Reißzahn ist im Oberkiefer der letzte Vorbackenzahn (im Bild ca über der 20cm Markierung), im Unterkiefer der erste Backenzahn. Die Reißzähne dienen zum Zerteilen ("Zersägen") von Beutestücken. Die restlichen Backenzähne sind dagegen eher klein.

Der Unterkiefer ist so im Oberkiefer verankert, dass er nur auf und ab bewegt werden kann; Seitwärtsbewegungen wie etwa beim Kauen sind nicht möglich.

Organe


Aufgrund der meist geringen Spezialisierung bei der Nahrungsaufnahme ist wie das Gebiss auch der Verdauungstrakt im Vergleich zu vielen Pflanzenfressern (besonders den Wiederkäuern) recht ursprünglich und bietet dadurch eine höhere Anpassungsfähigkeit. Der Verdauungstrakt besteht nur aus dem Magen und einem relativ kurzem Darm.

Weibliche Raubtiere verfügen über eine zweihörnige Gebärmutter. Sie haben bauchständige Milchdrüsen. Männliche Raubtiere verfügen über einen Penisknochen (Baculum), die Hoden liegen außen.

Systematik


Die klassische Einteilung der Raubtiere sah zwei Unterordnungen vor, die Landraubtiere und die Wasserraubtiere; letztere waren dabei die Robben, erstere alle landbewohnenden Raubtiere. Nach heutigem Stand ist diese Unterteilung überholt, da Robben sich aus hundeartigen Raubtieren entwickelten und daher diesen zuzuordnen sind. Trotzdem ist die innere Systematik in letzter Zeit einigen Veränderungen unterworfen worden. Wilson und Reeder unterscheiden folgende Gruppen:

Bedeutung, Geschichte, Kultur


Viele Raubtiere sind heute akut bedroht und wurden oder werden wegen ihres Fells, aus dem Luxuskleidung hergestellt wird, für Jagdtrophäen oder als "Haustiermörder" beziehungsweise "Nutztiermörder" bejagt.

Einige Arten (vor allem Haushund und Hauskatze) werden vom Menschen auch als Haustiere gehalten. Verschiedene Marder werden wegen ihres Felles oder im Falle des Frettchens zur Kaninchen- und Hasenjagd gezüchtet.

Weblinks


Literatur


  • Wilson, D. E., and D. M. Reeder: Mammal Species of the World. Johns Hopkins University Press, 2005. ISBN 0801882214

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