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Das Rathaus Schöneberg wurde 1911–1914 von den Architekten Peter Jürgensen und Jürgen Bachmann für die damals selbstständige Stadt Schöneberg bei Berlin errichtet.
Die Planung erfolgte unter dem ersten Schöneberger Oberbürgermeister Rudolph Wilde und die Grundsteinlegung am 26. Mai 1911 unter seinem Nachfolger Alexander Dominicus, nach dem die „Dominicusstraße“ benannt ist. Die Straße hieß seinerzeit „Mühlendamm“ und führte zum „Mühlenberg“, auf dem das Rathaus errichtet wurde. Unmittelbar südlich neben dem Mühlenberg begann ein morastiges Fenn, das sich als eiszeitliche Glaziale Rinne (Grunewaldseenkette) erstreckte. Die Trockenlegung erfolgte parallel zum Rathausbau, auf der Fläche entstand der damalige „Stadtpark“, der heutige Rudolph-Wilde-Park. Breite repräsentativ angelegte Treppen führen vom Rathaus hinunter in den Ostteil des Parks zum „Hirschbrunnen“ mit dem Wappentier Schönebergs.
1920 wurde Schöneberg nach Berlin eingemeindet. Nach dem Zweiten Weltkrieg und der politischen Teilung Berlins war das Rathaus Schöneberg bis zur Wiedervereinigung 1990 der politische Mittelpunkt West-Berlins: Das Parlament (Abgeordnetenhaus) und die Regierung (Senat) von West-Berlin hatten hier ihren Sitz.
Im Rathaus-Turm befindet sich die Freiheitsglocke, die von gesammelten Spenden der US-amerikanischen Zivilbevölkerung für die Berliner gestiftet wurde und jeden Mittag um zwölf Uhr läutet.
Das Rathaus, der umliegende Platz und die darauf zulaufenden Straßen waren der Ort vieler Kundgebungen und des Staatsbesuches des US-Präsidenten John F. Kennedy. Dort hielt er am 26. Juni 1963 seine Rede mit dem berühmten Bekenntnis „Ich bin ein Berliner“. Zu seinen Ehren wurde der Rudolph-Wilde-Platz vor dem Rathaus nach seiner Ermordung in John-F.-Kennedy-Platz umbenannt.
Am 24. September 1991 fand hier die letzte Senatssitzung vor dem Umzug in das Berliner Rathaus statt und am 25. März 1993 tagte hier letztmalig das Berliner Abgeordnetenhaus vor dem Umzug in den Preußischen Landtag.
Das Rathaus Schöneberg ist auch Sitz der bundesunmittelbaren Bundeskanzler-Willy-Brandt-Stiftung, die dort eine Ausstellung zum ehrenden Gedenken an den Berliner Bürgermeister und Bundeskanzler unterhält.
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