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Rastafarianism
 

Rastafari // ist eine auf Jamaika in den 1930er Jahren entstandene, heute noch in Belize und Jamaika verbreitete religiöse Gemeinschaft. Vereinzelt ist die Religion durch Auswanderung auch in anderen Ländern anzutreffen.

Die Mitglieder leben vornehmlich in den armen Bezirken der Städte. Auslöser für die Entstehung der Religion war eine Prophezeiung von Marcus Mosiah Garvey (1887-1940), in der er den Aufstieg eines großen Königs in Afrika vorhersagte; die Krönung des Prinzen Ras Tafari Makkonen als Haile Selassie (Macht der Dreifaltigkeit) sah man als Erfüllung dieser Prophezeiung an.

Unter den Rastafaris gibt es verschiedene Strömungen, wobei sich manche zu sogenannten "Houses" zusammenschlossen (z.B. Nyabinghi, Bobo Ashanti oder Twelve Tribes of Israel). Einen einzelnen Anhänger des Rastafari nennt man Rastaman, Bredren, Idren - bei weiblichen Rasta sistren, sister, daughter oder auch Iawata.

Begriffsherkunft


Rastafari ist benannt nach Prinz Ras Tafari Makkonnen, dem späteren Kaiser von Äthiopien, Haile Selassie I. Mit vollem Titel genannt His Imperial Majesty Haile Selassie I, King of Kings, Lord of Lords, Conquering Lion of the Tribe of Judah, Elect of God, Emperor of Ethiopia. Unter dem Ehrentitel "Löwe von Juda" gilt er als die in der Bibel angekündigte Wiederkehr von Jesus Christus (Yeshuah Ha Mashiah). Aufgrund vieler Bibelstellen sind Rastas (genauso wie die meisten christlichen Religionen) der Meinung, dass Jesus Gott selbst war. Selbiges gilt demzufolge auch für ihn, als er als Haile Selassie I. wiederkehrte. Dadurch werden sowohl Jesus als auch Haile Selassie I. als göttlich verehrt. Es verhält sich also ähnlich wie im Christentum, nur dass Rastafarians nicht mehr auf die Wiederkehr des Messias, welcher die Endzeit einläuten soll, warten, sondern dies schon in Haile Selassie I. als erfüllt sehen. Es gibt ebenfalls die Auffassung, dass Gott drei Mal in Form eines Menschen auf die Erde kommt: Die erste Inkarnation in der Gestalt des Melchisedech, die Zweite als Jesus Christus und die dritte und letzte als Haile Selassie I., der die Sieben Siegel öffnet und das Armageddon (bei Rastas auch oft "Armagideon" genannt) einleitet.

Die Farben der Rastafari-Bewegung (rot-gold (wird oft als gelb dargestellt)-grün), die gleichzeitig die Farben der äthiopischen Nationalflagge darstellen, finden in diesem Zusammenhang ebenfalls ihre Erklärung. Sie bedeuten für die Rastas aber auch:

Rot, für das Blutvergießen und die Morde unter den verschleppten Sklaven, Gold für den Reichtum, den man den Sklaven (auch: Sufferahs) gestohlen hat, und Grün für das gelobte Land Äthiopien (auch allgemein Afrika), das die Heimkehr des schwarzen Mannes erwartet.

Eine zusätzliche Symbolik erhalten die Farben durch ihre Verwendung als Panafrikanische Farben seit der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts.

Bewegung


Wichtigste Quelle der Rastafari-Bewegung sind diverse Abschnitte in der Bibel, vor allem die Offenbarung des Johannes im Neuen Testament. Manche Rastas schätzen aber auch die besonderen Bücher der äthiopischen Bibel sehr (Henoch, Buch der Jubiläen und andere – siehe Liste biblischer Bücher). Die so genannte Holy Piby gilt vielen unter ihnen zudem als "Bibel des schwarzen Mannes". Außerdem spielen einige Texte der ersten Rastas wie zum Beispiel "The Promised Key" von Leonard P. Howell, der eine wichtige Schlüsselrolle in der Entstehung der Rastafari-Bewegung spielt, eine wichtige Rolle.

Die Rastafari sind eine typische Heilserwartungsbewegung. Ihre Hauptmerkmale sind: Die Anerkennung Haile Selassies als wiedergekehrten Messias und lebendigen Gott auf Erden, der die geschundenen Nachkommen der Sklaven aus dem Exil in Amerika und anderen Teilen der Welt ins gelobte Land Afrika heimführt, die Ablehnung der westlichen Wertanschauung (ihr Babylon) oder auch Babylon-System, shitstem, sowie der Kampf für die Gleichberechtigung der schwarzen Bevölkerung, Repatriierung und die Heimkehr in ihr Mutterland Afrika.

Rastafari streben eine physische, sowie spirituelle Rückkehr nach Afrika bzw. Äthiopien an; von einigen wurde diese Rückkehr auch durchgeführt. Viele Rastafari müssen allerdings ihr Leben auf Jamaika oder anderen Ländern akzeptieren und streben nach einer geistigen Rückkehr in die afrikanische Heimat. Es geht hierbei darum, den kulturellen Bruch, der durch die Versklavung ihrer Vorfahren entstand, zu überwinden, und sich positiv mit ihrer afrikanischen Identität zu identifizieren.

Einige Rastafaris ließen später die Idee von der Göttlichkeit Haile Selassies fallen und wandten sich der Äthiopisch-Orthodoxen Kirche zu.

Kultur


Rastafari ist eine Bewegung die frei von Gesetzen und Vorschriften ist. Der Mensch wird als Individuum verstanden und somit auch die freie Meinung akzeptiert.

Dreadlocked rasta.jpg ]] Homosexualität wird von den Rastafarians – wie von den meisten Jamaikanern – aufgrund der Aussagen in der Bibel als etwas angesehen, was nicht dem Kreislauf der Natur entspricht und wird deswegen abgelehnt. Rastafari gerät oftmals wegen Aussagen wie "Fyah pon Chi Chi man /Battyman" in Kritik. Solche Aussagen sollten jedoch nicht wörtlich genommen werden. Rastas bekämpfen das System (Ursache) und nicht das "Produkt" davon. Die Produkte werden abgelehnt um sie nicht weiter zu fördern.

Grundsätzlich lehnen die Rastafarians Alkohol sowie Tabak ab und ernähren sich möglichst ohne tierische Produkte und Salz (I-tal), was auf den Glauben der Rastas zurückzuführen ist. Sie glauben, dass sich der Mensch am Anfang der Schöpfung ausschliesslich von Kräutern und Früchten ernährte. (1. Mose 1;29: Und JAH sprach: Siehe, ich habe euch alles samentragende Kraut gegeben, das auf der Fläche der ganzen Erde ist, und jeden Baum, an dem samentragende Baumfrucht ist: es soll euch zur Nahrung dienen.) Viele von ihnen, aber nicht alle, konsumieren gemeinsam auf rituelle Weise Cannabis, welches sie zum Meditieren oder zum Reasoning (d.h. für sich selbst nachdenken oder mit anderen debattieren) nutzen. Die Hanfpflanze wird von ihnen "Ganja" genannt. Sie legen allerdings Wert darauf, dass Kiffen allein niemanden zum Rastafari macht. Denn das kann man nur durch den Glauben an JAH werden, und nicht durch "äußere" Merkmale. Demzufolge ist es nicht von Relevanz, ob man Marihuana konsumiert, Dreadlocks trägt oder sich auf eine bestimmte Weise kleidet. Die unreflektierte Übernahme von Rastafari-Symbolik durch Kiffer in westlichen Ländern lehnen sie ab.

Einige Rastafarians tragen - ebenso wie beispielsweise die heiligen Männer in Indien - Dreadlocks und ungestutzte Bärte als Ausdruck ihrer Naturverbundenheit mit Gott, den sie "Jah" (sprich Dschah; siehe Jahwe) nennen. Es ist der selbe Gott, den z.B. auch Christen verehren, nur dass sie einen ursprünglicheren Namen verwenden, wie es z.B. auch schon König David in vielen seiner Psalmen tat (z.B. Psalm 68,5). Die Dreadlocks sind außerdem ein Symbol für Naturverbundenheit und die Löwenmähne, des Löwen von Juda, der wiederum in Haile Selassie personifiziert wird (siehe Offenbarung). Einige Rastafarians haben auch das Gelübde des Nasiräers abgelegt, was die charakteristischen Dreadlocks und die langen Bärte zu Folge hat.

Dass man nur als Schwarzer ein Rastafarian sein kann, ist im Westen ein weit verbreiteter Irrtum, der anhand zahlreicher Gegenbeispiele widerlegt werden kann. Da die Bibel keine Unterscheidungen zwischen den Hautfarben trifft, werden auch weiße Rastas problemlos respektiert. Es muss jedoch jeder für sich selbst entscheiden, ob und ab wann er sich "Rastafarian" nennt, da es keine umfassende öffentliche Institution in dem Sinne gibt. Daher ist es auch nur bedingt möglich, über die Anhängerzahlen dieser Religion Auskunft zu geben.

International bekannt wurden die Rastafaris ab den 1970er Jahren hauptsächlich durch die Reggae-Musik (zum Beispiel von Bob Marley, Peter Tosh und Dennis Brown). Heutzutage ist ein Trend hin zu sogenanntem Dancehall-Reggae erkennbar, der wesentlich schneller und aggressiver klingt. Prominente Vertreter dieser Richtung sind beispielsweise Anthony B, Capleton und Gentleman (Musiker)

Sprache


Die Rastafari sprechen hauptsächlich das auf Jamaika übliche "Patois" – auch Jamaika-Kreolisch genannt –, eine aus dem Englischen abgeleitete Kreolsprache. Es gibt jedoch innerhalb dieser Sprache eine ganze Reihe Rastafari-spezifischer Wörter, die aus ihrer Religion bedingt sind und von anderen Patois-Sprechern nicht gebraucht werden. Ein bekanntes Beispiel ist "I&I" und "I-Jahman" für "ich" oder "wir", was die Einheit des individuellen Ich mit dem göttlichen Ich ausdrücken soll. Die Verwendung der Ausdrücke "I&I", "I-man" beziehungsweise "I-Jahman" oder schlicht "Me" als Umschreibung für den Bezug auf das Individuum selbst (also "Ich") findet andererseits auch ihren Ursprung in der Achtung des Wortes "I". Es wäre für den einfachen Menschen nicht angebracht und somit eine Missachtung ihres Gottes, dessen Synonym "I"(=die Identifizierung mit "Haile Selassie I" bzw. "Jah") sich selbst anzueignen. Die Rastafari-spezifische Sprache bez. "I" wird von Rastafarians selbst "Iyaric" genannt.

Weblinks


Rastafari | Synkretismus

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