Rangjung Dorje (* 1284; † 1339) war der dritte Karmapa der Karma-Kagyü-Schule des tibetischen Buddhismus.
Schüler und Lehrer von Longchenpa
Karmapa Rangjung Dorje war neben seiner großen Bedeutung als Linienhalter der Karma-Kagyü-Schule auch ein "Schatzfinder" (
Tertön) der von
Guru Rinpoche und seinen engsten Schülern im 9. Jahrhundert verborgenen Lehren (
Terma). Er war überdies Schüler des Nyingma-Meisters
Lama Kumaradza]] und traf später den Nyinmga-Gelehrten Longchenpa, der ihm einige Dzogchen-Lehren der Nyingma-Schule übermittelte. Im Gegenzug übertrug Rangjung Dorje wichtige Tantras der "Neuen Übersetzungen" an Longchenpa. Die Dzogchen-Übertragung aus dieser Zeit ist in der Kagyü-Schule als Karma-Nyingthik
(Herzessenz der Karma-Schule) bekannt. Aufgrund der für die Karma-Kagyü-Schule typischen Konzentration auf die Übertragung des Mahamudra'' (Grosses Siegel), wird die Übertragung von Dzogchen-Lehren zurückhaltender gewährt als in den Nyingma-Schulen.!
Politische Aktivität
In politischer Hinsicht hielt sich Karmapa Rangjung Dorje im November 1332 zur Weihe des damaligen Kronprinzen El Tegüs am
Mongolenhof auf. Im Sommer 1337 erhielt er bei einem erneuten Hofaufenthalt den Titel "Abhiseka-Staatslehrer" und ein Jadesiegel. Gleichzeitig führte er angesichts der Dürre Regenrituale aus (etwas übereifrig, es gab 1337 verheerende Regenfälle) und prophezeite ein Erdbeben, welches im Folgemonat (September 1337) tatsächlich stattfand.
Ferner ließ er 1328 eine Eisenbrücke über einen Grenzfluß namens Sog-chu (Su-shui) bauen.
Weblinks
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