| Namen | |
|---|---|
| Geburtsname | Ramesse-hekaiunu |
| Thronname | User-Maat-Rê mer-Amun |
| auf Deutsch | Ramses III. |
Ramses III. war ägyptischer Pharao der 20. Dynastie, der von ca. 1184 v. Chr. bis 1152 v. Chr. (nach der Kurzchronologie) regierte. Sein Vater Sethnacht begründete nach vorausgegangenen Thronstreitigkeiten die XX. Dynastie.
Seine Große königliche Gemahlin ist Isis, die Tochter der Syrerin Habasillat. Zusätzlich hatte er einige Nebenfrauen. Als Söhne sind die Prinzen Pareherwenemef, Sethherchepeschef, Chaemwaset, Ramses und Amunherchepeschef belegt. Sie besitzen alle Prinzengräber im Tal der Königinnen.
Mit seiner Nebenfrau Teje (siehe unter Teje (Nebenfrau Ramses III.) hatte er einen Sohn, der nur als Pentawer überliefert ist. Ihm wurde jedoch auf Grund der später erwähnten Ereignisse kein Prinzengrab zuteil.
Ägypten war in der Zeit seiner Regentschaft von auswärtigen Kräften bedroht. Einerseits durch wiederholte Vorstöße der Libyer, wobei allerdings zu berücksichtigen ist, dass die Schilderung eines Libyen-Kriegs im 5. Jahr der Herrschaft sehr starke Parallelen zum Libyerkrieg des Merenptah aufweist und die Darstellung in Medinet Habu demnach vom Tempel des Merenptah kopiert sein könnte. Zum anderen durch die sog. "Seevölker-Attacken", die sich sehr wahrscheinlich tatsächlich in der Zeit Ramses III. ereignet haben. Demnach hat im 8. Jahr seiner Regierung eine Koalition von Völkern Ägypten angegriffen, die ursprünglich "auf den Insel inmitten des Meeres" lebten. Zuvor haben diese von der modernen Forschung als "Seevölker" bezeichneten Aggressoren nach ägyptischer Schilderung eine Reihe von Ländern im östlichen Mittelmeer bezwungen. Dazu zählen Arzawa, die Hethiter, Karkemisch und Amurru. Ausführlich wird eine Seeschlacht geschildert, bei denen die Seevölker im Nildelta in die Falle gelockt und geschlagen wurden.
Der Große Papyrus Harris, der kurz nach dem Tode Ramses entstand, geht ebenfalls auf die Kämpfe gegen Seevölker ein, und berichtet zudem auch von einem Versuch dieser Völker, zu Lande in Ägypten einzudringen. Die unmittelbare Gefahr für Ägypten konnte Ramses zwar abwenden, trotzdem büßte sein Land an Macht ein. Sowohl Palästina, wo er die beiden Seevölker die Peleset (= Philister) und Zeker ansiedelte, wie auch Syrien gingen in der Folge verloren.
Berühmt ist der Totentempel Ramses III. in Medinet Habu. Er wurde noch zu Lebzeiten des Pharao errichtet und zeugt in Inschriften wie Bildern von den Taten Ramses. Allerdings wurde dabei offenbar auch viel von älteren Monumenten kopiert. So ist von einem Feldzug die Rede, der über Syrien bis nach Kleinasien geführt haben soll und dabei allerdings unmöglich in der Zeit dieses Pharaos stattgefunden haben kann.
Beim Bau des Totentempels in Medinet Habu kam es zum wohl ersten dokumentierten Streik in der Geschichte der Menschheit. Am zehnten Tag, im zweiten Monat der Winterzeit im Jahr 29 der Regentschaft des Pharao Ramses III. (etwa Mitte November im Jahr 1159 v. Chr.) legten einige hungrige Arbeiter ihre Bautätigkeit nieder. Zu dieser Zeit wurden die Arbeiter auf der Basis von Getreideeinheiten, also mit Lebensmitteln bezahlt.
Der Schlachtruf dieses Streiks wird mit "Wir sind hungrig!" in einem Papyrus des Schreibers Neferhotep dokumentiert. Dieser Papyrus wird heute in Turin unter der Nummer 1875 aufbewahrt.
Wesire während der Regierung Ramses III. sind: Hori und Ta, Vizekönig von Kusch (Nubien) war Hori III.. Bürgermeister von Theben ist Paser. Hoheprister des Amun in Theben sind Bakenchons, Usermaatrenacht und Ramsesnacht.
Dem Papyrus Harris ist auch zu entnehmen, dass Ramses III. der Priesterschaft größere Schenkungen machte, was deren Einfluss und Macht gestärkt haben dürfte. Aus dieser Zeit ist ebenso eine Liste von 513 Tempelgärten (siehe auch: Gartenkunst im Alten Ägypten) bekannt.
Ein Papyrus aus der Zeit seines Nachfolgers, Ramses IV. schildert ausführlich einen Prozess, bei dem es um eine Verschwörung ging. Vermutlich ist Ramses III. im 32. Jahre seiner Regierung dieser Verschwörung zum Opfer gefallen. Als Urheber dieser Intrige werden vor allem seine Nebenfrau Teje und ein gemeinsamer Sohn Pentawer genannt, außerdem sollen mehrere Beamte aus dem Bereich des Harems ebenfalls beteiligt gewesen sein. Teje wollte wahrscheinlich ihren gemeinsamen Sohn Pentawer auf den Thron bringen. Allerdings wird der bereits verstorbene Pharao Ramses III. trotz seines Todes als Ankläger aufgeführt. Grund dafür ist der Glaube der Ägypter, der gottähnliche Pharao lenke auch nach seinem Tod noch das Geschehen im Diesseits. Der Tote beauftragte also das Gericht, die Schuldigen ausfindig zu machen und zu verurteilen. Einige der Richter landeten später selbst vor Gericht, da sie beschuldigt wurden mit den hochrangigen Verschwörern Orgien gefeiert zu haben. Vermutlich bedienten sich die Verschwörer eines Giftes als Tatwaffe, da die Mumie von Ramses III. keine Hieb- oder Stichverletzungen aufweist.
Nach Ausweis seiner Mumie wurde Ramses III. etwa 65 Jahre alt. Die Mumie des Pharao wurde in seinem Grab im Tal der Könige beigesetzt. Aufgrund der Aktivitäten von Grabräubern betteten Priester um 1000 v.Chr. die Mumie um. Heute findet sich die Mumie von Ramses III. im Kairoer Museum. Sein Sarkophag befindet sich im Pariser Louvre, der Deckel des Sarkophags im britischen Cambridge Der Sarkophag auf der Online Datenbank des Museums.
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