Rammelsberg.jpg Bei dem Rammelsberg handelt es sich um einen Berg südlich von Goslar, der insbesondere wegen seines Bergwerkes bekannt ist.
Der Bergbau am Rammelsberg wurde 968 das erste mal urkundlich erwähnt. Hauptsächlich wurden dabei Blei, Kupfer, Zink und Silber und Vitriole zu Tage gefördert. Darauf beruht auch der große Reichtum der Stadt Goslar im Mittelalter, wie auch die Tatsache, dass die Braunschweiger Herzöge sehr an der Stadt interessiert waren und sie teilweise jahrelang belagert haben.
Unverhüttete Erzbrocken und Schlacken, die bei archäologischen Grabungen zwischen 1981 und 1985 in Düna am Südharz gefunden wurden, deuten durch Analysen auf eine Bergbautätigkeit am Rammelsberg bereits im 3. Jahrhundert hin.
1478 kaufte sich der ungarische Montanmagnat Janos Thurzó in das Bergwerk ein und führte es während seiner Zeit als Hauptgewerke zu einer Blüte.
Da die Nationalsozialisten den Rammelsberg mit seinen Metallerzen als kriegswichtig ansahen, wurde das Bergwerk stark ausgebaut. So entstanden im Zuge des „Rammelsbergprojekts“ bis 1936/1937 die heutigen Tagesanlagen mit der Hangaufbereitung und dem Rammelsbergschacht. Architekten waren Fritz Schupp und Martin Kremmer, von denen auch andere bedeutende Industriebauten entworfen wurden (u.a. die Zeche Zollverein im Ruhrgebiet; heute ebenfalls UNESCO-Weltkulturerbe).
Besondere Sehenswürdigkeiten des historischen Bergbaus sind u.a. der Röder-Stollen (mit mehreren Wasserrädern, die der Entwässerung der Grube und der Erzförderung dienten; ein Nachbau befindet sich in München: Deutsches Museum), das "Feuergezäher Gewölbe" (ältester ausgemauerter Grubenraum Mitteleuropas), der "Rathstiefste Stollen" (Entwässerungsstollen aus dem Mittelalter; mit farbigen Vitriolkrusten ausgekleidet), das "Anfahrhäuschen" (18. Jahrhundert), der "Maltermeister-Turm" (ältestes Industriebauwerk Deutschlands); alte Halden (älteste aus dem 11.-12. Jahrhundert).
Nach weit über 1000 Jahren und fast 30 Mio. t gefördertem Erz wurde die Förderung am 30. Juni 1988 wegen weitgehender Erschöpfung der Lagerstätte eingestellt. Ein Bürgerverein setzte sich vehement gegen den geplanten Abriß der Übertageanlagen und Verfüllung der historischen Grubenräume ein, so daß aus dem stillgelegten Bergwerk ein einzigartiges Museum wurde, welches seit 1992 zusammen mit der Goslarer Altstadt zum UNESCO-Weltkulturerbe gehört. Museum und Besucherbergwerk Rammelsberg sind Ankerpunkt der Europäischen Route der Industriekultur (ERIH).
Die Anbindung der Anlage erfolgte über den bereits vorhandenen Gelenbeeker Stollen, der zur Abfuhr der Erze zu den Hütten nach Oker diente.
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