soy ramen.jpg Ramen (jap. ラーメン, rāmen, //) sind – ebenso wie z.B. Somen, Soba und Udon – eine eigene Art japanischer Nudeln. Diese Nudeln, vor allem aber auch die daraus hergestellte Nudelsuppe, werden Ramen genannt. Ursprünglich stammt das Gericht aus China, wurde aber im 19. Jahrhundert von der japanischen Küche übernommen und angepasst. In Japan werden Ramen in speziellen Restaurants – den Ramen-Shops bzw. Ramen-ya – verkauft, die sich ausschließlich auf den Verkauf dieser Suppen spezialisiert haben. Außerhalb Japans sind Ramen vor allem als Instant-Nudelsuppen bekannt.
International werden Ramen-Restaurants meist als Trend-Restaurants angesehen, auch in Deutschland, Österreich und der Schweiz eröffnen immer mehr Restaurants, die sich auf dieses japanische Gericht spezialisiert haben.
Außerhalb Japans haben Instant-Ramen, also Fertignudelsuppen, eine weit größere Bedeutung als frisch hergestellte Ramen. Doch auch Japan selbst ist ein großer Markt für diese Produkte. Von den weltweit jährlich verkauften ca. 70 Mrd. Packungen entfallen 5,53 Mrd. auf Japan. Weltweit größte Konsumenten sind China und Hong Kong mit 27,7 Mrd. sowie Indonesien mit 11,2 Mrd. Packungen. (Stand 2003)
Der Teig für die meisten Ramen-Nudeln besteht aus den Grundbestandteilen Weizenmehl, Salz und Wasser. Oft wird auch das als Kansui bezeichnete Wasser des Kan-Sees (Innere Mongolei) oder künstlich hergestelltes Kansui als Zusatz verwendet. Durch seinen hohen Anteil an Kaliumcarbonat und Natriumcarbonat sowie Spuren von Phosphorsäure verleiht es den Nudeln ihre spezielle gelbliche Farbe und ihren spezifischen Geschmack. Teilweise werden auch Eier anstatt Kansui verwendet, es gibt aber auch Nudeln ganz ohne Kansui oder Eier.
Insgesamt werden vier Grundtypen unterschieden: Kansōmen (乾燥麺 - getrocknete Ramen-Nudeln), Namamen (生麺 - frische Ramen-Nudeln), Mushimen (蒸麺 - gedämpfte Ramen-Nudeln), sowie Insutanto Rāmen (インスタントラーメン - Instant-Ramen-Nudeln). Während die frischen Ramen-Nudeln möglichst am Herstellungstag verwendet oder nur kurz im Kühlschrank gelagert werden sollten, sind Instant-Ramen-Nudeln zum Teil mehrere Monate lagerfähig.
Diese Variationen stellen nur die geläufigsten Grundtypen dar, zudem gibt es noch unzählige Kombinationen und Erweiterungen der Grundrezepte.
Die Herkunft des Wortes Ramen ist nicht genau nachzuvollziehen. Zu den geläufigsten Theorien gehört, dass sich der Begriff aus der japanischen Aussprache von La Mian ( – gezogene Nudeln) entwickelt hat. Anderen Theorien zu Folge soll der Begriff auf andere chinesische Worte zurückzuführen sein, so unter anderem Lao Mian ( – alte Nudeln) oder Lu Mian ( – ein Nudelgericht in mit Stärke angedickter Sauce).
In Yokohama befindet sich das Ramen-Museum, in dem auf mehreren Etagen ein Teil der Stadt aus der Zeit in den 50er Jahren nachgebildet ist. Zu sehen sind unter anderem berühmte Ramen-Lokale, in denen die jeweiligen Ramen verkostet werden können.
Auch heute noch sind fast alle Nudeln in Instant-Ramen durch einen Frittierprozess haltbar gemacht. Die frischen Nudeln werden in heißes Öl getaucht, so dass das in ihnen enthaltene Wasser verdampft und die Nudeln nach dem Abtropfen des Öls trocken sind. Durch den geringen Wassergehalt (<10 %) wird eine Ausbreitung von Mikroorganismen verhindert und damit eine hohe Haltbarkeit ohne Konservierungsstoffe erreicht. Seit den späten 1960er Jahren existiert jedoch auch ein Verfahren, um Ramen-Nudeln ohne Frittieren haltbar zu machen. Diese Non-Fry-Ramen werden durch eine Behandlung in heißer Luft getrocknet, was die Haltbarkeit erhöht. Da bei diesem Prozess der Geschmack der Nudeln leidet, muss dieser Verlust durch Zugaben in der Gewürzmischung ausgeglichen werden.
instant ramen.jpg Die ersten Instant-Ramen außerhalb Japans wurden 1963 durch die südkoreanische Firma SamyangFoods in Zusammenarbeit mit der japanischen Firma Myojo Foods Co. hergestellt. 1966 wurde ebenfalls in Südkorea durch die Firma Lotte Industrial Company (seit 1978 Nong Shim) eine weitere nicht-japanische Instant-Ramen-Produktion gestartet. Die Firma ist heute noch der größte koreanische Produzent von Instantnudelsuppen und besitzt große Marktanteile in Japan und den USA. Bekannt ist Nong Shim vor allem für seine seit Oktober 1986 hergestellt Marke Sin ramyeon (), wobei es sich um Ramen in scharf gewürzter Rinderbrühe handelt.
1971 wurde erneut durch die Firma Nissin eine weitere Neuentwicklung vorgestellt, die den Ramen-Markt erweiterte: Anstatt die einzelnen Zutaten in einer Plastiktüte zu verkaufen, wurden die Nudeln und Gewürze in einem Plastikbecher verpackt, der gleichzeitig als Essbehälter dienen konnte. Da Cup Noodles nicht wie andere Instantnudeln gekocht werden können, sondern nur mit kochendem Wasser überbrüht werden, wird das Weizenmehl zum Teil durch Kartoffelstärke ersetzt. Dadurch kann erreicht werden, dass die Nudeln auch ohne längere Kochzeiten gar werden. Die Idee der Cup Noodles wurde ebenfalls ein großer Erfolg und wurde von anderen Herstellern – nicht nur von Nudelsuppen – übernommen, in Südkorea erst 10 Jahre später (November 1981 von Nong Shim).
Größere Portionen werden nicht in Tassen sondern in Schüsseln angeboten, sie sind unter dem Namen Bowl Noodles zu finden. In Japan werden mittlerweile mehr Cup- und Bowl-Ramen verkauft als in Plastiktüten verpackte. (Stand 2004: 61,6 %)
Nachdem Ende der 1980er Jahre in Japan zunächst frische Udon-Nudeln als Fertignahrung zu kaufen waren, wurden kurze Zeit später auch als Nama bezeichnete Fertiggerichte mit frischen Ramen-Nudeln vorgestellt und verkauft. Da jedoch die Haltbarkeit weit unter der von trockenen Instant-Ramen liegt, hat diese Spielart von Instant-Ramen außerhalb Japans kaum Bedeutung.
Die ersten Instant-Ramen in den USA waren Top Ramen der Firma Nissin, welche dort 1970 eingeführt wurden. Dort sind sie mittlerweile sehr stark verbreitet und billig, so dass sie oft als negativ belastetes Synonym für einfaches und vor allem von Studenten zubereitetes Essen genutzt werden. Von den USA aus erreichten die Produkte auch andere westliche Länder, so auch den deutschsprachigen Raum. Während hier viele Instant-Ramen aus asiatischen Herkunftsländern nur in Asia-Shops zu finden sind, gibt es jedoch auch eine kleine Auswahl zum Teil an den Markt angepasster Instant-Ramen im Sortiment großer Supermärkte. Zumeist sind dies die Produkte der Reihe Top Ramen von Nissin, aber auch Demae Ramen oder Cup Noodles vom gleichen Hersteller werden angeboten. Diese Instant-Ramen werden aber nicht aus Japan importiert sondern in den europäischen Niederlassungen der Firma in Deutschland und den Niederlanden hergestellt. Europäische Firmen bieten keine Instant-Ramen an, es gibt lediglich Instant-Nudelsuppen, deren Geschmack als „asiatisch“ bezeichnet wird, wie beispielsweise die Produkte aus der Serie Magic Asia der Nestlé-Marke Maggi (ehemals verkauft als Asia Nudel Snack). Da Maggi weltweit mit verschiedenen Produkten auf dem Markt zu finden ist, ist es aber nicht verwunderlich, dass auch in Teilen Ostasiens, speziell Singapur und Malaysia Maggi-Instantnudeln zu finden sind.
Die ersten Ramen für den Weltraum wurden ebenfalls von der Firma Nissin hergestellt. Zusammen mit der Japan Aerospace Exploration Agency (JAXA) wurde eine Suppe entwickelt, die den Ansprüchen an Weltraumnahrung entspricht. Der erste Einsatz der Space Ramen war der Shuttle-Flug STS-114 der Raumfähre Discovery im Juli und August 2005, an der der Japaner Noguchi Sōichi teilnahm. Als Geschmacksrichtungen standen ihm Shoyu Ramen, Miso Ramen, Curry Ramen und Tonkotsu Ramen zur Verfügung.
Das Chinarestaurant-Syndrom wird auch oft in Zusammenhang mit Ramen erwähnt, da vor allem Instant-Ramen große Mengen des Geschmacksverstärkers Mononatriumglutamat (E621) enthalten. Die genauen Wirkmechanismen dieses Stoffes im menschlichen Körper sind jedoch noch nicht geklärt.
Bedenken, dass Dioxine oder hormon-ähnliche Stoffe durch die Verpackung und den verwendeten Klebstoff in Instant-Ramen enthalten sein könnten, konnten durch Versuchsserien entkräftet werden. Um Konzentrationen im bedenklichen Bereich zu erhalten, müsste die Verpackung mehrere Stunden unter Druck ausgekocht werden.
In vielen japanischen Anime und Manga sind Verweise auf Ramen zu finden. Im Manga Kinnikuman tritt beispielsweise ein Charakter namens Ramenman auf, der so populär wurde, dass ihm eine eigene Manga-Serie gewidmet wurde. Auch Uzumaki Naruto, die Hauptfigur der weltweit erfolgreichen Manga-Serie Naruto, isst am liebsten Ramen.
Im Anime Lupin muß sich Inspektor Zenigata, da er meist unterwegs ist und nur ein armseliges Spesenkonto hat von Cup Noodles ernähren, die er auch immer zahlreich mit sich führt.
Ramen (oft RAmen geschrieben) ist auch die traditionelle Abschlussformel aller Gebete an das Fliegende Spaghettimonster, die Gottheit einer im Juni 2005 von Bobby Henderson als Satire gegenüber Kreationisten gegründeten Glaubensgemeinschaft.
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