Das Ramayana (Sanskrit, n., रामायण, rāmāyaṇa, für "auf Rama bezüglich") ist nach dem Mahabharata das zweite indische Nationalepos. Im Gegensatz zum Mahabharata handelt es sich um eine Kunstdichtung (Adikavya), als Autor ist Valmiki verbürgt. Die genaue Entstehungszeit ist unklar, sie liegt zwischen dem 4.Jh. v.Chr. und dem 2.Jh. n.Chr. Seine heute bekannte Form (mit sieben Büchern) dürfte das Ramayana im 2.Jh. n.Chr. erreicht haben.
Mit der Verbreitung der indischen Kultur in Südostasien fand auch das Ramayana im Verlauf der 1. Jahrtausends Eingang in die Überlieferungen Balis, Kambodschas und Thailands, wobei mehrere nationale Fassungen bzw. Weiterentwicklungen entstanden. Eine der bekanntesten ist das thailändische Ramakien, das im späten 18. Jahrhundert auf Initiative von König Rama II. verfasst wurde.
Rama soll zum Kronprinzen und Mitregenten geweiht werden. Hier greift Kaikeyi, seine Stiefmutter, mit Hilfe einer buckligen Sklavin ein, um ihren Sohn Bharata zum König zu machen. Durch Intrigen erreicht sie, dass Rama für 14 Jahre in die Verbannung geht, begleitet von Sita und seinem Bruder Lakshmana. Rama verrichtet zahlreiche gute Taten durch die Vernichtung von Dämonen (Rakshasas) und Ungeheuern.
Mit Hilfe einer List entführt Ravana Sita nach Lanka. Rama bittet den Affenkönig Sugriva um Unterstützung und dieser beauftragt seinen Minister Hanuman, Rama zu helfen. Hanuman findet heraus, dass sich Sita in Ravanas Gewalt in Lanka befindet. Die Affenkrieger bauen einen Damm aus Steinen und Baumstämmen, um auf die Insel zu gelangen. Sie besiegen nach langen Kämpfen Ravana und können Sita befreien.
Nach dem Ende der Verbannung ziehen Rama und Sita zurück, Bharata überläßt ihnen freiwillig die Krone.
Rama zweifelt jedoch an Sitas Treue und er verstößt sie. Sita unterzieht sich der Feuerprobe, d.h. sie steigt auf den Scheiterhaufen. Sie besteht die Feuerprobe und wird Rama zurückgegeben. Damit schließt das alte Gedicht, das sechs Bücher umfasst.
Das Ramayana ist uns in mehreren Fassungen überliefert, die bedeutend voneinander abweichen. Als spätere Zutat gilt das siebte Buch (Uttarakanda). Es schildert, wie Sita erneut in Ungnade fällt und in der Einsiedelei von Valmiki Zwillinge gebiert. Dort wachsen Kusha und Lava auch auf. Bei einem Pferdeopfer lernt Rama die Söhne Sitas kennen, als sie das Ramayana rezitieren. Er erkennt, dass Sita unschuldig ist, möchte aber, dass sie sich durch einen Schwur reinigt. Alle Götter kommen vom Himmel. Sita faltet ihre Hände, blickt auf die Erde und sagt, sie habe nie an einen anderen Mann als Rama gedacht und Mutter Erde solle sich ihr öffnen. Als der Schwur geleistet ist, erscheint ein himmlischer Thron aus der Erde heraus. Rama bittet Mutter Erde, ihm Sita zurückzugeben, aber vergeblich. Kurz danach gibt Rama die Herrschaft an seine Söhne Kusha und Lava ab und fährt in den Himmel, wo er wieder zu Vishnu wird.
Als Inkarnation Vishnus wird Rama erst in späteren Fassungen des Ramayana gesehen. In der Originalfassung Valmikis wird er als ganz normaler Mensch dargestellt, jedoch als einer mit ungewöhnlicher Kraft und vorbildlicher Herzensbildung.
Rama ist der mustergültige Mensch nach den Vorstellungen der Priester. Sita gilt als Vorbild für eheliche Treue. Das Ramayana ist reich an sehr poetischen Episoden und hat seinen einheitlichen Charakter bewahrt, obwohl es mehrfach überarbeitet worden ist.
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