Die RAT (Abkürzung für Ram Air Turbine, auf deutsch: Staudruckturbine) ist ein Notfallsystem für Düsenflugzeuge. Im Falle eines Ausfalls aller Turbinen eines Düsenflugzeugs wird das Hydrauliksystem nicht mehr mit Druck versorgt. In einem konventionell (mithilfe eines Hydrauliksystems) gesteuerten Flugzeug bedeutet dies, dass keine kontrollierten Ruderbewegungen mehr möglich sind. Das Flugzeug ist nicht mehr steuerbar. Die RAT klappt sich in einem solchen Fall automatisch meist aus der Unterseite des Rumpfes aus. Sie besteht aus einer Luftschraube, die eine Hydraulikpumpe antreibt. Dieser Propeller wird vom "Fahrtwind" angetrieben. Auf diese Weise kann das Hydrauliksystem dann mit Druck versorgt werden. Der Pilot kann so im Gleitflug einen Flugplatz ansteuern und notlanden. Ein großer Düsenjet wird so zu einem Segelflugzeug.
Jedoch wird die Staudruckturbine bei modernen Verkehrsflugzeugen weniger verwendet um den Ausfall von hydraulischen Druckerzeugungssystemen zu kompensieren, sondern um schlicht und einfach Strom zu erzeugen. Bei »Fly-by-wire«-Systemen ist Strom das wichtigste, da sämtliche Steuersignale elektrisch übertragen werden. Sollten am Beispiel von Airbus A320 Familie, Airbus A330-200/300, A340-200/300/500/600 oder Boeing 777-200/300 wider Erwarten alle Triebwerke ausfallen, wäre die hydraulische Versorgung durch elektrische Pumpen weiterhin sichergestellt. Ohne Triebwerke wäre jedoch außer dem Static Inverter (ein Umrichter, der den 28V-Gleichstrom der Batterien in 115V/400Hz-Wechselstrom umwandelt – reicht für ca. 20 min) kein Stromerzeuger mehr aktiv. Die RAT wird demnach erst dann automatisch aktiv, wenn die elektrischen Hauptverteilerschienen stromlos sind. Der Propeller betreibt dann durch den Fahrtwind eine kleine Hydraulikpumpe, die wiederum hauptsächlich den CSM/G (Constant Speed Motor/Generator) antreibt. Der CSM/G ist ein kleiner Hydraulikmotor, der einen kleinen Generator antreibt. Die Leistung dieses Generators beträgt im Falle der A320 5KVA. Im Vergleich zu der Leistung der Treibwerksgeneratoren mit je 90KVA ist es jedoch klar, dass im Betrieb mit Staudruckturbine nur noch die zum Flug notwendigen Systeme versorgt werden. Systeme wie Kabinenbeleuchtung oder Bordküche werden in solchen Notfällen nicht mehr versorgt.
Die Hydraulikpumpe der RAT wäre zur Versorgung der großen hydraulischen Verbraucher (z.B. Landklappen) ohnehin viel zu klein. Dies können jedoch die elektrischen Pumpen übernehmen, sofern sie mit Strom versorgt werden.
Bei einigen Flugzeugherstellern (Canadair) wird die RAT auch ADG (Air Driven Generator) genannt.
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"Ram Air Turbine".
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