Ralph Johnson Bunche (*7. August 1904 in Detroit, Michigan, USA; † 9. Dezember 1971 in New York, N.Y.) war ein US-amerikanischer Bürgerrechtler. Er erhielt den Spingarn Prize durch den National Association for the Advancement of Colored People (NAACP) im Jahre 1949 und den Friedensnobelpreis im Jahre 1950.
Seine intellektuellen Fähigkeiten kamen früh zum Vorschein. So gewann er einen Preis in Geschichte und einen weiteren in Englisch bei seinem Abschluss der Grundschule. Er war Sprecher der Graduations-Klasse an der Jefferson High School in Los Angeles, an der er auch als Allround-Sport-Athlet hervortrat, so etwa in American Football, Basketball, Baseball. Der Besuch der University of California in Los Angeles wurde ermöglicht durch ein Sport-Stipendium, das seine kompletten Auslagen trug. Er graduierte 1927, summa cum laude als Klassenbester.
Mit einem Stipendium, welches ihm durch die Harvard University gestellt wurde und einer Sammlung von eintausend Dollar, welche durch die schwarze Gemeinschaft Los Angeles' gesammelt wurden, begann Bunche seine Graduations-Studien in Politikwissenschaften. Er bestand sein Masters Degree im Jahre 1928 und wechselte zwischen Unterricht an der Howard University und einem Doktorat in Harvard. Die Rosenwald Fellowship, die er in den Jahren 1932-1933 innehielt, ermöglichten ihm Forschungen in Afrika durchzuführen, die die französische Herrschaft in Togoland und Dahomey verglich. Seine Dissertation beendete er im Jahre 1934 mit einem derartig großen Erfolg, dass er den Toppan-Preis für außergewöhnliche Forschungen in Sozialstudien erhielt. Er arbeite an der Northwestern University, der London School of Economics and Political Science und in Kapstadt, Südafrika.
Während seiner ganzen Karriere hielt Bunche stets engen Kontakt mit der Unterrichtstätigkeit, so etwa am Department of Political Science der Howard University von 1928 bis 1950. Er unterrichtete außerdem an der Harvard University von 1950 bis 1952 und war Mitglied der New York City Board of Education (1958-1964), Mitglied der Board of Overseers der Harvard University (1960-1965) und Mitglied der Board of the Institute of International Education, zudem war er Trustee des Oberlin College, Lincoln University, und der New Lincoln School.
Es folgten viele Aktivitäten, die ihn auch zum Mitglied des „Schwarzen Kabinettes“, das sich mit Minderheiten beschäftigte und von Franklin D. Roosevelt einberufen wurde. Seine Aktivitäten führten ihn auch mit Martin Luther King Jr. zusammen. Seine Überzeugung war stets unmisverständlich: Rassische Vorurteile sind ein unbegründetes Phänomen ohne wissenschaftliche Basis in Biologie oder Anthropologie, „Rassentrennung und Demokratie sind inkompatibel“. Seiner Ansicht nach sollten Schwarze ihren Kampf für gleiche Rechte fortführen unter Akzeptanz ihrer Verantwortlichkeiten, die mit der Freiheit verbunden sind und Weiße müssten dafür antreten, dass „Demokratie farbenblind ist“.
Im Jahr 1954 wurde Ralph Bunche Untersekretär der Vereinten Nationen für politische Angelegenheiten, kurz danach zog er sich jedoch aus dem politischen Leben zurück und befasste sich mit der internationalen Friedenspolitik, der Entwicklungshilfe sowie der Aufnahme der afrikanischen Staaten in internationale Gremien. Bereits 1956 trat er während der Sueskrise erneut als Vermittler auf und in den Jahren 1960 und 1963 war er Organisator der UN-Friedenstruppen im Kongo. Weitere Aufgaben waren die erfolglose Vermittlung im Jemenkrieg 1963, die Überwachung der Friedenstruppen in Zypern 1964 sowie die Organisation einer Beobachtertruppe im Krieg zwischen Indien und Pakistan 1965. Ab 1967 war er stellvertretender Generalsekretär der Vereinten Nationen bis zu seinem Rücktritt aus gesundheitlichen Gründen 1971, kurz darauf verstarb er an Diabetes.
Mann | US-Amerikaner | Bürgerrechtler | Friedensnobelpreisträger | Geboren 1904 | Gestorben 1971 | Nachrichtendienstliche Person
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