Bei einer herkömmlichen Patrone wird die Pulverladung gezündet, die heißen Gase treiben dann Geschoss und Hülse auseinander und beschleunigt das Geschoss durch den Lauf bis zur Mündung (und einige Zentimeter darüber hinaus). Die Patronenhülse wird dann bei einer Pistole ausgeworfen, bei einem Revolver verbleibt sie jedoch in der Trommel.
Bei einer Raketenpistole, die auch in einem James-Bond-Film gezeigt wurde, treten die heißen Gase durch Düsen am Rand des Patronenbodens aus und beschleunigen so die gesamte Patrone -- sie wird damit insgesamt zum Projektil.
Der Rückstoß der Raketenpistole ist sehr viel geringer als bei einer herkömmlichen Pistole gleichen Kalibers, da die Beschleunigung durch den Raketenantrieb deutlich langsamer verläuft als beim herkömmlichen Abbrand des Pulvers. Die niedrige Mündungsgeschwindigkeit führt zu ganz erheblichen Präzisionsproblemen, zudem ist die Endgeschwindigkeit deutlich niedriger als bei einem herkömmlichen Geschoss. Auch fallen Fertigungstoleranzen und Beschädigungen des Patronenbodens deutlich mehr ins Gewicht als bei einer herkömmlichen Patrone: Die Raketenpatrone verfügt über zwei oder vier leicht zur Seite geneigte Düsen, die das Projektil zusätzlich in Drehung versetzen. Sind die Düsen nicht exakt ausgerichtet oder leicht verschmutzt, fängt das Projektil im Flug an zu taumeln, was die Präzision noch einmal drastisch vermindert.
Insgesamt führten Präzisionsprobleme, geringe Maximalgeschwindigkeit, hohe Kosten in der Fertigung und nicht zuletzt die geringe Durchschlagkraft dazu, dass nur wenige Raketenpistolen gebaut wurden. Raktenpistolen konnten sich lediglich als Gerät zum Absetzen von vorwiegend optischen Notsignalen (Rauchsäule, Leuchtkugel) etablieren.
This article is licensed under the GNU Free Documentation License.
It uses material from the
"Raketenpistole".
Home Page • arts • business • computers • games • health • hospitals • home • kids & teens • news • physicians • recreation• reference • regional • science • shopping • society • sports • world