Als Radrennen (Schweiz: Velorennen) werden diejenigen Wettkämpfe des Radsports bezeichnet, bei denen das Ziel darin besteht, eine bestimmte Strecke am schnellsten zurückzulegen. Dazu treten üblicherweise eine größere Zahl von Radrennfahrern gegeneinander an. Die beschriebenen Wettbewerbe werden für Männer und Frauen veranstaltet. Im organisierten Straßenradsport sind die Wettbewerbe für Männer und Frauen meist streng voneinander getrennt, im Mountainbikebereich gibt es Wettkampfformen, bei denen Männer und Frauen gemeinsam starten, aber getrennt gewertet werden. Als Radrennen gelten insbesondere alle Veranstaltungen des Straßenradsports, aber z.B. auch Cyclo-Cross- oder Mountainbike-Wettbewerbe. Wettkämpfe auf Radrennbahnen werden dagegen als Bahnradrennen bezeichnet, siehe Bahnradsport.
Arten von Radrennen auf der Straße
Straßenradrennen lassen sich zunächst hinsichtlich der Dauer und Form der Austragung in die Kategorien
Eintagesrennen und
Etappenrennen sowie
Zeitfahren einteilen. Eintagesrennen können zu
Rennserien zusammengefasst werden. Die wichtigsten Formen sind:
Eintagesrennen
Als
Eintagesrennen werden alle Straßenradrennen bezeichnet, die mit der Zielankunft abgeschlossen sind. Sie stellen die älteste Disziplin des Radsports überhaupt dar und werden für Profis und Amateure ausgeschrieben. Die Streckenlängen von Eintagesrennen können stark variieren, betragen für die Profis aber (mit wenigen Ausnahmen) nicht mehr als 250 km. Die ältesten und berühmtesten Eintagesrennen werden als
Klassiker bezeichnet, insbesondere die fünf sogenannten
Monumente des Radsports. Wegen des hohen organisatorischen und logistischen Aufwands sind Eintagesrennen auf einem langen Kurs (bei dem womöglich Start- und Zielort nicht identisch sind) im Amateursport eher die Ausnahme.
Rundstreckenrennen/Kriterien
Bei Rundstreckenrennen wird im Gegensatz zu den Eintagesrennen ein Rundkurs befahren, der im innerstädtischen Bereich meist zwischen 800 m und 2 km umfasst. Streckenlängen von 3–5 km sind ebenfalls noch als Rundstreckenrennen zu bezeichnen. Rundstreckenrennen bieten sich mit ihren kurzen Kursen besonders in
Städten an, da im Gegensatz zu normalen
Eintagesrennen der Aufwand an Straßensperrungen minimiert wird. So können die Zuschauer die Fahrer mehrmals hautnah erleben und den Rennverlauf durch den Sprecher an der Strecke live nachvollziehen. Aufgelockert werden Rundstreckenrennen häufig durch Prämienwertungen, bei denen die Sieger von Zwischensprints Geld- oder Sachprämien erspurten können. Rundstreckenrennen sind die häufigste Rennform für Amateure im deutschsprachigen Straßenradsport.
Eine Form von Rundstreckenrennen stellen die so genannten
Kriterien dar, die auf kurzen, meist innerstädtischen Rundkursen ausgetragen werden.
Etappenrennen (Rundfahrten)
Als
Etappenrennen werden Veranstaltungen bezeichnet, bei denen an mehreren Tagen nacheinander einzelne Wettkämpfe - sogenannte Etappen - ausgetragen werden, deren jeweilige Ergebnisse in einer Gesamtwertung addiert und damit zusammengefasst werden. Als ältestes und berühmtestes Etappenrennen der Welt gilt die
Tour de France. Zur
UCI ProTour zählen außerdem noch die zwei anderen "großen"
Rundfahrten Giro d'Italia, die
Vuelta a España und mittlerweile auch die
Deutschlandtour. Von wenigen Ausnahmen abgesehen, werden Etappenrennen vor allem im Profiradsport durchgeführt, wobei Amateurteams je nach Art der Ausschreibung zumindest meldeberechtigt sind oder vom Veranstalter eingeladen werden können.
Einzel- und Mannschaftszeitfahren
Eine Sonderform des Straßenradrennens bilden die
Zeitfahren, bei denen entweder einzelne Fahrer oder ganze Mannschaften nacheinander starten und der Sieger durch die individuelle Zeitnahme ermittelt wird. Zeitfahren werden häufig innerhalb von Etappenrennen ausgetragen oder finden im Rahmen von nationalen Meisterschaften statt.
Andere Wettbewerbe
Eine Form von Mehrtages-Nichtetappenrennen stellt beispielsweise das
Race Across America dar.
Weblinks
RadsportRadrennen
Cyclisme sur route | Bicycle racing