Ein Radiokompass, auch ADF (engl. Automatic Direction Finder ) oder Funkkompass ist eine bordseitige Empfangsanlage zur Funknavigation mittels Funkpeilung zu einem NDB (dtsch. ungerichtetes Funkfeuer ) oder zu anderen Funksendern, die ebenfalls im Frequenzbereich 200 - 1750 kHz senden. Das ADF dient der Positionsbestimmung in der Seefahrt und Luftfahrt, der Unterstützung bei der Flugwegkontrolle und wird bei Instrumenten-Anflügen angewendet. Weiter bietet es Zusatzinformationen zu anderen Navigationsausrüstungen wie dem Drehfunkfeuer “VHF Omnidirectional Radio” (VOR), Distance Measuring Equipment (DME). Ein Radiokompass wird auch in der terrestrischen, angewandten Geophysik verwendet.
Die Rahmenantenne ist bei Flugzeugen in einer flachen Verschalung unter dem Flugzeugrumpf angebracht. Die Seitenbestimmungsantenne, die früher als Langdrahtantenne vom Rumpf bis zur Spitze des Seitenleitwerks aufgespannt war, ist jetzt ebenfalls in der Verschalung untergebracht.
Da gleiche Messwerte bei der Drehung der Antenne um 180° erzielt werden, kann der Empfänger nicht unterscheiden, ob die Funkwelle von vorne oder von hinten auf die LOOP-Antenne trifft. Zur Definition der Herkunftsrichtung der Funkwelle bedient man sich daher zusätzlich der Spannung, die von der Hilfsantenne (E-Feld-Antenne) aus dem elektrischen Anteil des elektromagnetischen Feldes geliefert wird. Erst durch Überlagerung der Feldgrößen beider Antennen mit 90° Phasenverschiebung lässt sich eine eindeutige Ausbreitungsrichtung der Funkwellen feststellen.
Dem achtförmigen Empfangsdiagramm der Rahmenantenne wird das kreisförmige Empfangsdiagramm der Hilfsantenne aufgelegt. Als Resultierende aus der Mischung der Antennensignale ergibt sich die richtungsweisende Diagrammform einer Herzkurve (Cardioide), die nun ein MINIMUM aufweist, das gegenüber dem Minimum der Rahmenantenne um 90° verschoben ist . Ein Stellmotor verdreht die Rahmenantenne so, dass das aus beiden Antennen kombinierte Signal das MINIMUM erreicht. Die Anzeigenadel des Radiokompasses ist mit dem Stellmotor gekoppelt, so dass ihre Stellung dem festgestellten Empfangsminimum des Antennensystems entspricht.
Man unterscheidet 3 Typen von Anzeigegeräten:
Mit diesem abgelesenen Relative Bearing kennt der Pilot seine Richtung zum NDB, bezogen auf seine Flugzeuglängsachse. Um zur Station zu gelangen, also ein QDM zum NDB zu erhalten, addiert man das geflogene Heading (MH, Magnetic Heading) und das relative Bearing (RB) nach folgender Formel:
Modernere Geräte besitzen eine manuell drehbare und somit auf den Steuerkurs einstellbare oder eine von einem Kreiselkompass automatisch gesteuerte Kompassrose. Hier entfällt die Umrechnung, und das QDM (missweisender Steuerkurs zum Sender) kann direkt abgelesen werden.
Zusätzlich zu der Kurskreiselfunktion hat der RMI zwei Zeiger, die mit Signalen anderer Funknavigationsempfänger belegt werden können, beispielsweise entweder mit zwei VOR oder einem ADF und einem VOR. In der Regel ist der NAV-1-Empfänger auf den RMI aufgeschaltet. Es gibt auch Geräte, die ein Umschalten von NAV-1 auf NAV-2 zulassen.
Der RMI bietet dem Piloten 3 Informationen, was das Gerät ideal für Kreuzpeilungen macht:
Optimale Empfangsleistung kann nur ein Antennensystem bringen, das technisch richtig ausgelegt und korrekt am richtigen Ort am Flugzeug montiert ist. Leistungseinbußen treten auf bei Korrosion, Verbiegen, loser Befestigung (Vibration), Abschattung durch Bauteile des Luftfahrzeuges und gegenseitiger Beeinflussung der Antennen untereinander.
Die Peilfehler, welche durch atmosphärische Störungen und Wegeablenkung über dem Boden auftreten können, stehen nicht direkt im Zusammenhang mit der Funktion der Antennenanlage. Wohl aber die Fehler, die durch Feldverzerrungen in der engen Umgebung der Peilantenne entstehen und jene, die durch die Wegeveränderung der Bezugsachse des Antennensystems in verschiedenen Fluglagen hervorgerufen werden.
Die Größe des Quadrantenfehlers ist abhängig von der Einfallrichtung der Funkwellen und von der Intensität des flugzeugeigenen Magnetfeldes. Dieser Fehler kann, soweit es sich um eine feststehende Fehlerquelle und Fehlergröße handelt, mechanisch und/oder elektrisch kompensiert werden. Ein vorhandener Quadrantenfehler verfälscht die Peilungen in Richtung zur Flugzeuglängsachse hin. Der Fehler ist am größten, wenn die Funkwelle bezogen auf die Längsachse des Flugzeuges aus den Viertelkreisen kommt - also bei Seitenpeilungen von 045°, 135°, 225° und 315°.
Durch das Neigen des Flugzeuges, z. B. in der Kurve, wird die Rahmenantenne aus ihrer MINIMUM-Stellung gebracht. Durch das automatische Nachdrehen der Peilantenne in die nun aktuelle MINIMUM-Position wird die Anzeige fehlerhaft. Dieser Effekt ist besonders stark in Sendernähe. Bei größeren Entfernungen zum NDB verringert sich der Fehler. Man darf also Peilungen ähnlich wie beim Magnetkompass nur im waagerechten Geradeausflug mit einiger Entfernung zum NDB vornehmen.
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