Radebeul ist eine Große Kreisstadt im Landkreis Meißen (Freistaat Sachsen) und befindet sich zwischen Dresden und Meißen. Die Villenstadt liegt an der Elbe und wird wegen ihrer reizvollen Lage auch oft „sächsisches Nizza“ genannt.
Geografie
Nachbargemeinden
Radebeul grenzt im Süden und Osten an die sächsische Landeshauptstadt Dresden. Im Westen und Nordwesten wird sie von der Stadt
Coswig und im Nordosten von
Moritzburg begrenzt. Örtlich zuständig für Radebeul ist das Amtsgericht Meißen, Domplatz 3, 01662 Meißen.
Stadtgliederung
Radebeul besteht aus den beiden Hauptortsteilen Radebeul-Ost (Alt-Radebeul) und Radebeul-West (
Kötzschenbroda) sowie aus folgenden weiteren Ortsteilen:
Fürstenhain,
Lindenau,
Naundorf,
Niederlößnitz,
Oberlößnitz,
Serkowitz,
Wahnsdorf,
Zitzschewig.
Radebeul_Panorama.jpg
Geschichte
Im Jahre 1349 wurde Radebeul erstmalig urkundlich erwähnt. Einige Ortsteile tauchen bereits vorher in Urkunden auf. Der Name des heutigen Ortsteils
Naundorf fand sich schon 1144 in einer Urkunde. Es folgten 1271
Kötzschenbroda, 1287
Lindenau, 1315 Serkowitz, 1350 Wahnsdorf, 1366
Zitzschewig und 1533
Fürstenhain.
Für das Jahr 1273 ist das erste Dokument über ein Radebeuler Bauwerk datiert, die Kirche zu Kötzschenbroda. Später bekam sie den Namen Friedenskirche, da am 27. August 1645 im Pfarrhaus der Kirche der „Waffenstillstand von Kötzschenbroda“ unterzeichnet wurde. Er beendete den 30-jährigen Krieg in Sachsen. Durch den Bau des Bahnhofes 1872 in Kötzschenbroda, und den somit verbundenen Eisenbahnanschluss, wuchs die Attraktivität der Stadt erheblich. Die kleine Gemeinde Radebeul und dessen Umland wuchsen um die Wende des 19. in das 20. Jahrhundert sehr stark an. Dieses Anwachsen führte 1905 zur ersten Eingemeindung des benachbarten Ortes Serkowitz. Mit Wirkung vom 1. April 1924 wurde Radebeul zur Stadt erhoben und 1934 wurden die Nachbargemeinden Wahnsdorf und Oberlößnitz eingegliedert. Westlich von Radebeul vollzog sich in den 1920er Jahren eine ähnliche Entwicklung. So gliederte die Gemeinde Kötzschenbroda 1920 die Gemeinde Lindenau ein und wurde ebenfalls 1924 zur Stadt erhoben. Gleichzeitig wurden die Gemeinden Naundorf, Zitzschewig und Niederlößnitz eingegliedert. Beide Städte Radebeul und Kötzschenbroda wurden dann zum 1. Januar 1935 unter dem Namen Stadt Radebeul zusammen geschlossen und zum Stadtkreis erklärt (damals bereits ca. 35000 Einwohner). Es gibt Vermutungen, dass der Name Radebeul gewählt wurde, da Kötzschenbroda zu undeutsch klang. Die Kreisfreiheit endete jedoch 1947, als sie wieder zum Landkreis Dresden kam. Im Jahre 1995 wurde Radebeul zur Großen Kreisstadt erklärt und mit der Auflösung des Landkreises Dresden kam sie zum Landkreis Meißen.
Religionen
Friedenskirche_Radebeul.jpg
- Friedenskirche Kötzschenbroda (ev.-luth.)
- Lutherkirche Radebeul-Ost (ev.-luth.)
- Christ-König Gemeinde (katholisch)
Einwohnerentwicklung
Entwicklung der Einwohnerzahl
(ab 1960 31. Dezember):
|
| 1834 bis 1950
- 1834 - 4.551
- 1890 - 2.783
- 1925 - 12.428
- 1933 - 12.949
- 1939 - 37.649 1
- 1946 - 41.207 2
- 1950 - 44.293 3
|
|
1960 bis 1999
- 1960 - 40.349
- 1981 - 35.453
- 1984 - 34.507
- 1995 - 30.838
- 1997 - 31.332
- 1998 - 31.816
- 1999 - 32.162
|
|
2000 bis 2005
- 2000 - 32.246
- 2001 - 32.241
- 2002 - 32.406
- 2003 - 32.531
- 2004 - 32.818
- 2005 - 33.091 (30. September)
1 Nach Gebietsstand von 1939: 35.167
2 29. Oktober
3 31. August
Politik
Stadtrat
Der Rat der Stadt Radebeul setzt sich aus 34 Ratsfrauen und Ratsherren zusammen.
Ortschaftsrat Wahnsdorf
Außer dem Stadtrat gibt es im Ortsteil Wahnsdorf einen Ortschaftsrat, der sich wiefolgt aus sieben Ortschaftsräten zusammensetzt.
Städtepartnerschaften
Es existieren Städtepartnerschaften mit
Kultur und Sehenswürdigkeiten
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Radebeuler_herbst_und_weinfest_2003.jpg
Radebeul ist bekannt für seine Weinberge und das sächsische Staatsweingut
Schloss Wackerbarths Ruh (Radebeul liegt an der
Sächsischen Weinstraße). Erste Belege für den Weinanbau hier sind bereits für das Jahr 1324 zu finden.
Theater
Museen
- Karl May Museum
- Stadtgalerie Radebeul
- Hoflössnitz Stiftung Weingutmuseum
- Volkssternwarte „Adolph Diesterweg“
Vereine
- ACR Angelclub eV - Radebeul
- Theater Heiterer Blick e.V.
- Tischtennisverein Lommatzsch
- SSV Planeta Radebeul e.V.
- Astroclub Radebeul e. V.
Sehenswürdigkeiten und Touristenattraktionen
Sonstiges
Oberhalb der Weinberge über der Elbe befindet sich die
Volkssternwarte Radebeul, die regelmäßig öffentliche Himmelsbeobachtungen und astronomische Vorträge anbietet.
Denkmäler
Vor der Friedenskirche Kötzschenbroda wurde ein Denkmal zum Ersten Weltkrieg errichtet.
Regelmäßige Veranstaltungen
Großen Zuspruch erfährt jedes Jahr das Karl-May-Fest am Himmelfahrtswochenende und das Herbst- und Weinfest mit Wandertheater-Festival, in der Regel am letzten Wochenende im September.
Auch der Radebeuler Grafikmarkt der 1978 gegründet wurde und jedes Jahr im Herbst stattfindet, erfreut sich großer Beliebtheit. Hier stellen viele der renommierten Künstler und Grafiker ihre Arbeiten vor.
Einmal im Jahr findet der Spitzhaustreppenlauf über 397 Stufen statt.
Des Weiteren wird seit dem Jahr 2005 der Mt. Everest Treppen- Doppelmarathon veranstaltet.
Bei dieser Veranstaltung werden in einem 24 Stunden Zeitfenster 100 Mal die Spitzhaustreppen auf- und ab bewältigt. Dabei sind 39700 Stufen, Doppelmarathondistanz und die Höhe des Mt. Everest, 8848 Höhenmeter zurückzulegen. Es ist die ihrer Art längste Distanz der Welt. Es können Einzelstarter, Dreier- Teams und 100er- Mannschaften teilnehmen.
Wirtschaft und Infrastruktur
Mit einer
Arbeitslosenquote von 11,6 Prozent (Dezember 2004) hat Radebeul gemessen am sächsischen Durchschnitt eine geringe Arbeitslosenquote.
Verkehr
Die nächstgelegene Anschlussstelle
Dresden-Neustadt zur
A 4 befindet sich 3 km östlich.
Radebeul hat vier Bahnhöfe (Radebeul Ost, Radebeul West, Radebeul-Weintraube, Radebeul-Zitzschewig) an der Bahnverbindung Dresden-Leipzig und ist Ausgangspunkt der schmalspurigen
Lößnitzgrundbahn (Radebeul - Moritzburg - Radeburg). Weiterhin gibt es den Haltepunkt Radebeul-Naundorf an der Strecke Coswig - Cossebaude - Dresden. Außerdem erschließt die Dresdener Straßenbahnlinie 4 die Stadt und verbindet sie mit Coswig und Weinböhla. Am Kreuzungspunkt mit der Straßenbahn hat die Schmalspurbahn noch den Haltepunkt "Weißes Roß", nach der nahegelegenen Gaststätte.
Ansässige Unternehmen
In Radebeul sind einige Großunternehmen ansässig. Ein Beispiel hierfür ist der Druckmaschinenhersteller
Koenig & Bauer AG mit etwa 2000 Mitarbeitern. Auch das Pharmaunternehmen
Hexal betreibt in Radebeul ein Werk zur Wirkstoff-Synthese mit 218 Mitarbeitern. Die Niederlassung Ost des Mobilfunkanbieters
Vodafone D2, zuständig für den Südteil Ostdeutschlands, befindet sich ebenfalls in Radebeul. Außerdem gibt es zur Zeit etwa 2600 eingetragene Gewerbe.
Bildung
In Radebeul befinden sich folgende Schulen in Trägerschaft der Stadt:
- sechs Grundschulen: Grundschule Niederlößnitz, Grundschule Kötzschenbroda, Grundschule Oberlößnitz, Grundschule „F. Schiller“, Grundschule Naundorf und Freie evangelische Grundschule
- zwei Mittelschulen: Mittelschule Kötzschenbroda, Mittelschule Oberlößnitz
- zwei Gymnasien: Gymnasium Luisenstift und Lößnitzgymnasium
- eine Berufschule: Berufliches Schulzentrum Radebeul
- zwei Förderschulen: Förderschule L, Förderschule G
- eine Musikschule: Musikschule des Landkreises Meißen
- eine Volkshochschule: Volkshochschule Radebeul e.V.
- drei Bibliotheken: Stadtbibliothek Radebeul-Ost
- „Erlebnisbibliothek“, Stadtbibliothek Radebeul-West, Kinderbibliothek im Rosenhof (Träger: TWSD Sachsen e.V.)
- Sonstiges: Sächsisches Staatsinstitut für Bildung und Schulentwicklung Comenius-Institut
Persönlichkeiten
- Wolfgang Mischnick (1921-2002), der ehem. Bundesminister der FDP, ging im Radebeuler Gymnasium Luisenstift zur Schule.
- Kurt Biedenkopf (ehemaliger Ministerpräsident des Freistaates Sachsen) lebt mit seiner Frau Ingrid in einer Villa in den Weinbergen in Radebeul.
- Wilhelm Buck, 1920-1923 Ministerpräsident des Freistaates Sachsen, starb in Radebeul
- Die Maler Paul Wilhelm (Maler) (1886-1965) und Karl Kröner lebten in Radebeul.
- Hans Stosch-Sarrasani lebte von 1901 bis 1912 in Radebeul.
- Der Schriftsteller Karl May wirkte und starb in Radebeul.
- Jochen Bohl, derzeitiger Landesbischof der Evangelisch-Lutherischen Landeskirche Sachsens, war Direktor der Diakonie in Radebeul, er lebt heute noch in Radebeul.
Söhne und Töchter der Stadt
Literatur
- Große Kreisstadt Radebeul: Stadtlexikon Radebeul. Historisches Handbuch für die Lößnitz, 2005
- Gottfried Thiele: Radebeul, 2003, ISBN 3-8970-2490-X
- Liselotte Schließer: Radebeul in alten Ansichten, 2000, ISBN 9028854185
- Peter Neumann: Indianer-Museum, Radebeul (1963)
Weblinks
- http://www.radebeul.de – Offizielle Internetseite der Stadt
- http://www.radebeul.de/traditionsbahn/index.html – Die Schmalspurbahn
- http://www.karl-may-stiftung.de/museum/index.html – Karl-May-Museum Radebeul
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