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[[Bild:steamboat_detail_small.jpg|thumb|200px|oben: Schaufelrad aus dem Jahre 1894 des Raddampfers "Pilatus"
unten: Baugleiches Schaufelrad in Betrieb, Raddampfer Unterwalden.]]
Feathered_Paddlewheel.gif
Ein Raddampfer ist ein Schiff, welches von zwei seitlichen (Seitenraddampfer) oder einem sich am Heck befindenden Schaufelrad (Heckraddampfer) angetrieben wird. Das Schaufelrad wird von einem Verbrennungsmotor oder von einer Dampfmaschine angetrieben.
Raddampfer wurden hauptsächlich im ausgehenden 19. und beginnenden 20. Jahrhundert gebaut, als die Dampfschiffahrt Stand der Technologie im Schiffbau war. Die langsam laufenden Dampfmaschinen waren sehr gut zum Antrieb der mehrere Meter im Durchmesser großen Schaufelräder geeignet.
Bei Schaufelrädern mit starr befestigten, radial ausgerichteten Schaufelplatten schlägt die eintauchende Schaufel je nach Lage der Achse über der Wasseroberfläche mehr oder weniger schräg auf dem Wasser auf, die austauchende Schaufel hat in umgekehrter Richtung die gleiche Position. Dies führt dazu, daß ein erheblicher Teil der Antriebsenergie neben dem Vortrieb nur dazu verwendet wird, Wasser sowohl nach unten als auch nach oben zu drücken.
William Stroudley (1833-1889) untersuchte daher 1880 in Brighton die Strömungsverhältnisse an Radschaufeln und entwickelte eine Schaufelanordnung mit Gelenken und einen Exzenterring, als "feathering wheel" bezeichnet. Abhängig von Eintauchtiefe, Wasser- bzw. Schiffsgeschwindigkeit, konnten die Schaufeleinstellungen während der Fahrt nachjustiert werden. Die exzentergesteuerten Radschaufeln tauchen annähernd senkrecht ins Wasser ein und werden in dieser Stellung durchs Wasser geführt. Diese Steuerung verbesserte den Wirkungsgrad der Schaufelräder wesentlich.
Bie beidseitiger Anordnung erfolgte auf Schiffen stets ein Synchronlauf beider Räder, ein getrennter Antrieb für eine eventuelle bessere Manövrierfähigkeit ist nicht bekannt.
Obwohl der Wirkungsgrad eines Schaufelrades besser ist als der eines Propellers, wurde es vom Schrauben- oder Propellerantrieb aufgrund der besseren Manövrierfähigkeit und des geringeren Konstruktionsaufwandes verdrängt.
In Europa haben sich vor allem Raddampfer mit 2 seitlichen etwa mittschiffs angebrachten Schaufelrädern durchgesetzt.
Auch heute gibt es noch Raddampfer auf einigen großen Flüssen und Seen in Europa. In Dresden z. B. ist die Sächsische Dampfschiffahrtsgesellschaft stationiert, mit 9 historischen Raddampfern die nach eigenen Angaben größte und älteste Raddampferflotte der Welt. Sie betreibt unter anderem die Diesbar, die von der ältesten noch im Einsatz befindlichen Dampfmaschine der Welt aus dem Jahr 1841 angetrieben wird.
Auf dem Vierwaldstättersee in der Schweiz verkehren bei der Schifffahrtsgesellschaft des Vierwaldstättersees heute noch fünf nostalgische Raddampfer aus der Jahrhundertwende. Diese Dampferflotte ist die weltweit größte auf Süßwasser.
Raddampfer werden heute fast ausnahmslos für touristische Zwecke eingesetzt und erleben dort eine regelrechte Renaissance. Diese führt soweit, dass heute vereinzelt wieder Raddampfer gebaut werden. Nicht bei allen Neubauten dient das Schaufelrad tatsächlich zum Antrieb des Schiffes. Einige Schaufelräder drehen sich nur zur Dekoration, während das Schiff mittels eines modernen Dieselmotors und Propellern angetrieben wird.
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