RKO (Radio-Keith-Orpheum) Pictures ist eine der ältesten noch operierenden US-amerikanischen Produktionsfirmen für Kino- und Fernsehfilme.
Geschichte
Gründung und Aufstieg
RKO ging im Jahr
1929 hervor aus dem
Zusammenschluss der Theatergesellschaft
Keith-Albee-Orpheum (KAO), dem Filmverleih
Film Booking Office of America (FBO), dem amerikanischen Arm der französischen Filmgesellschaft
Pathé Frères und Teilen der
Radio Corporation of America (RCA).
Maßgeblicher Drahtzieher der Neugründung war Joseph Kennedy, der großes Interesse an einer
Konsolidierung der jungen
Filmindustrie zeigte. Er besaß nicht nur den Filmverleih FBO, sondern auch den US-amerikanischen Geschäftsbereich von Pathé. Als er
1927 zum Hauptaktionär von KAO wurde, bewegte er den dortigen Geschäftsführer zum Rücktritt und leitete so die Fusion ein.
Die Radiogesellschaft RCA sah mit der neuen Gesellschaft eine Möglichkeit, ihre
Tonfilm-Technologie (entwickelt und dem Namen
RCA Photophone) besser zu vermarkten und beteiligte sich deshalb an der Fusion. Der Name
Radio Pictures geht auf die Beteiligung von RCA zurück.
Schon Anfang der
1930er brachte RKO etwa 40 Filme pro Jahr heraus, die bis
1940 von
Walt Disney Productions vertrieben wurden. Zur Herstellung der Filme wurde unter Leitung von
Errol Leslie Sanders ein Filmstudio unter dem Namen
RKO Studio Club gegründet.
Der erste von RKO produzierte Film,
Syncopation wurde ein großer finanzieller Erfolg und brach alle Rekorde am
New Yorker Hippodrome Theater.
Mit diesem und weiteren Erfolgen konnte RKO schon bald viele Stars der Filmindustrie unter Vertrag nehmen, darunter
Katharine Hepburn,
Cary Grant,
Orson Welles,
Johnny Weissmuller,
Robert Mitchum,
Bette Davis,
Mary Pickford,
Frank Capra,
John Ford,
George Cukor,
Douglas Fairbanks und
Alfred Hitchcock.
Produziert wurden von RKO Filmklassiker wie
Fantasia,
Bambi,
King Kong und die weiße Frau,
Citizen Kane,
Verdacht,
Der Glöckner von Notre Dame,
Der Glanz des Hauses Amberson,
Ist das Leben nicht schön?,
Die Besten Jahre unseres Lebens,
Aufstand in Sidi Hakim und viele der
Fred Astaire und
Ginger Rogers-
Musicals, wobei deren Film
Top Hat der finanziell erfolgreichste Film von RKO der
1930er Jahre wurde.
Niedergang und Comeback
1948 wurde die Aktienmehrheit an RKO vom Milliardär
Howard Hughes für eine Million
US-Dollar gekauft, dessen mangelnder Geschäftssinn und (oft störende) Einmischung in laufende Produktionen die Firma jedoch an den Rand des
Bankrotts trieb. Erst
1955 verkaufte Hughes seinen Anteil für 25 Millionen US-Dollar an den
Mischkonzern General Tire and Rubber Company, die aber hauptsächlich an den Filmbeständen von RKO interessiert war und die Produktionsabteilung zwei Jahre später an
Desilu Productions weiter verkauften. Die Filmbibliothek wurde ab
1958 von General Tire and Rubber unter dem Namen
RKO General geführt.
In den
1970ern baute RKO eine Kette von lokalen
Radio- und
Fernsehsendern auf, die sie aber in den
80ern auf Druck der
FCC unter großen Verlusten wieder verkaufen mussten. Am Ende dieses Jahrzehnts stand RKO vor dem Aus.
Das Schauspieler-Ehepaar
Dina Merrill und
Ted Hartley kauften
1989 RKO und retteten es damit vor der Schließung. Unter ihrer Führung wurde die Filmproduktion wieder aufgenommen.
Weblinks
Filmgesellschaft
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