Rhythm and Blues (R&B, R'n'B oder auch RnB) ist eine seit den 1940er Jahren geltende Sammelbezeichnung für afroamerikanische Mainstreammusik.
Der Begriff Rhythm and Blues taucht 1941, nach einem Tantiemenstreit zwischen der amerikanischen Urheberrechtsgesellschaft ASCAP und den Rundfunkanstalten der USA erstmals als Gattungsbegriff auf, um den Begriff race music zu ersetzen. Geprägt haben soll ihn Jerry Wexler, der damalige Journalist und spätere Produzent des Atlantic-Labels.
Neben dieser spezifischen Verwendung wird der Begriff auch als Sammelbezeichnung für Afroamerikanische Mainstreammusik überhaupt verwendet. So überschreibt das Billboard-Magazin ab 1949 eine seiner Spartenhitparaden mit Rhythm and Blues (vorher als diskriminierend empfunden race records).
R&B war ganz auf die Unterhaltung des Publikums ausgelegt, weshalb viele Bands echte Shouter als Sänger verpflichteten. Der erste R&B-Mega-Star war Louis Jordan. Zu seinen Hits zählen u. a. Caledonia, Saturday-Night-Fish-Fry oder ChooChoo-Boogie. Als Leadinstrument setzte sich gegenüber dem Piano mehr und mehr die elektrische Gitarre heraus, die in der Tradition von T-Bone Walker steht. Typische Vertreter des gitarrenbetonten Rhythm and Blues sind beispielsweise Ike und Tina Turner.
Durch die Verbindung von Rhythm and Blues mit Gospel schufen Künstler wie Ray Charles und Sam Cooke in den späten 1950er Jahren die Soulmusik, eine Form des Rhythm and Blues mit seinen alten säkularen Themen, die nun mit sakraler Energie vorgetragen werden. Der Song Hallelujah, I love her so! (1959) von Ray Charles spiegelt diese Spannung im Titel wider. Soul greift die Motive und Themen der schwarzen Bürgerrechtsbewegung auf - dem Kampf um gesellschaftliche (rechtliche und wirtschaftliche) Anerkennung der immer noch unterprivilegierten Afroamerikaner und damit verbunden der Konstituierung schwarzen Selbstbewusstseins.
Soul spaltet sich bald in verschiedene Genres und Stile auf. Die wirkungsmächtigste und geschäftlich erfolgreichste dürfte Motown sein. Das Detroiter Label machte eine Reihe von Künstlern groß, beispielsweise Diana Ross & the Supremes, die Temptations, Smokey Robinson & The Miracles, Stevie Wonder oder Marvin Gaye. Eine Entwicklungslinie führte zum Funk der siebziger Jahre. Stilprägend war hier vor allem James Brown.
In den 1980er Jahren, nach dem Ende der Disco-Zeit, erlebt der Begriff R&B ein Comeback, als im weitesten Sinne eine Verbindung von Pop-Musik und Soul. Michael und Janet Jackson, Whitney Houston oder Lionel Richie gelten als Interpreten dieser Musik.
In den 1990er Jahren beeinflusst der Hip-Hop den R&B. Es werden Hip-Hop-Beats verwendet, die anders als beim Rap nicht so hart ausfallen. Bobby Brown, LL Cool J und TLC sind die ersten Interpreten die schon Ende der 80er mit diesem Musikstil, der heute unter anderem als "Contemporary Soul" oder "New Jack Swing" bezeichnet wird, Erfolge feierten.
Diese Mischung bestimmt bis heute den Rhythm and Blues. Deren bekannteste Vertreter in diesen Jahren sind R. Kelly, Brandy und Usher.
Die fließenden Übergänge des R&B zu anderen Musikstilen machen es schwer, Künstler der afroamerikanischen Mainstreammusik in einen bestimmten Stil einzuordnen.
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