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Wappen Karte
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Wappen
Karte Brome in Deutschland.png
Basisdaten
Bundesland: Niedersachsen
Landkreis: Gifhorn
Samtgemeinde: Brome
Geografische Lage:
Höhe: 65 m ü. NN
Fläche: 30,89 km²
Einwohner: 4.672 (30. Juni 2005)
Bevölkerungsdichte: 151 Einwohner je km²
Postleitzahl: 38471
Telefonvorwahl: 05367
Kfz-Kennzeichen: GF
Gemeindeschlüssel: 03 1 51 024
Gemeindegliederung: 3 Ortsteile
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Am Schützenplatz 1a
38471 Rühen
Politik
Bürgermeister: Waldemar Peters (CDU)
Rühen ist eine Gemeinde im Landkreis Gifhorn im Osten des Landes Niedersachsen. Die Gemeinde Rühen ist gemeinsam mit den Gemeinden Bergfeld, Ehra-Lessien, Parsau, Tiddische und Tülau sowie dem Flecken Brome Mitgliedsgemeinde der Samtgemeinde Brome und liegt an der B 244 in unmittelbarer Nachbarschaft zur Stadt Wolfsburg.

Geografie


Geografische Lage

Rühen befindet sich am Rande des Naturparks Drömling und liegt direkt am Mittellandkanal.

Nachbargemeinden

Die nachfolgenden Städte und Gemeinden grenzen an die Gemeinde Rühen. Sie werden im Uhrzeigersinn beginnend im Westen genannt:

Gemeindegliederung

Rühen gliedert sich in folgende Ortsteile:

Geschichte


Rühen Denkmal.jpgs im Dorfzentrum mit Gedenkstein]] Der Ort wurde bereits 1360 als Rughinghe urkundlich genannt. Er liegt in der geschichtlichen Landschaft des Vorsfelder Werders. Rühen entstand neben den anderen Siedlungen des Werders im 12. Jahrhundert als wendisches Rundlingsdorf. Einige wendische Flurnamen erinnern noch daran. Jahrhundertelang gehörte es zum Einzugsbereich des Werder-Hauptortes Vorsfelde, das auch bis in die Nachkriegsjahre hinein kirchlich zuständig war.

Der Drömling spielte für die Rühener Bauern eine große Rolle, zunächst als Holzieferant und Viehweide. Oft kam es aber vor, dass nach heftigen Niederschlägen das Heu auf den dann überfluteten Moorwiesen schwamm. Daher war auch der Holzeinschlag nur im Winter möglich, wenn das Niedermoor gefroren war. Der Baumbestand wurde parzellenweise abgeholzt, um Brennmaterial zu gewinnen; Weidenzweige wurden als Flechtmaterial für Körbe und Kiepen geerntet. Dadurch wurde der Baumbestand nie älter als ca. 10 Jahre. Auch die umliegenden Ortschaften hatten ein Anrecht auf Holzeinschlag im Drömling, was sich noch in Flurbezeichnungen wie "Tiddischer Drömling" oder "Hoitlinger Drömling" widerspiegelt.

Ackerbau wurde auf den Niedermoorflächen erst durch die Rimpauschen Moordammkulturen möglich, die in den 30er Jahren des vorigen Jahrhunderts angelegt wurden. Dies geschah hauptsächlich durch den nationalsozialistischen Reichsarbeitsdienst, der auch für den Bau des Mittellandkanals eingesetzt wurde. In Rühen bestand ein Lager des Reichsarbeitsdienstes, das direkt am Kanal gelegen war; eine Baracke dieses Lagers steht noch heute. Während des Zweiten Weltkrieges wurde das Lager als Kinder- bzw. Pflegeheim für Säuglinge und Kleinkinder von ausländischen Zwangsarbeiterinnen genutzt (siehe unter NS-Gedenkstätten unten).

Nahe dem Ortsteil Brechtorf lag bis zum 19. Jahrhundert der Wipperteich. Er war bis zu seiner Trockenlegung 1841 mit 200 Hektar Fläche das größte Gewässer im Lande Braunschweig. Er diente der Fischzucht und dem Betrieb der Wippermühle.

Nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges war Rühen bis zur Wende Zollhafen für den Güterverkehr durch die damalige DDR nach Berlin.

Bis zur niedersächsischen Kommunalreform am 1. Juli 1972 gehörte Rühen zum Landkreis Helmstedt.

Nach dem Krieg wuchs die Gemeinde Rühen sehr schnell. Waren es zunächst Flüchtlinge und Vertriebene, die im Norden des Ortes bauten, so bauten in den 70er und 80er Jahren vor allem Mitarbeiter des Volkswagenwerkes Wolfsburg im Ostteil des Ortes. Inzwischen sind auch im Westen Rühens Baugebiete ausgewiesen und bebaut worden.

Eisenbahngeschichte

Rühen besitzt einen stillgelegten Bahnhof sowie 2005 stillgelegte Gleisanlagen, die von der OHE (Osthannoversche Eisenbahnen) genutzt wurden. Die Strecke verband ab 1909 Rühen mit Oebisfelde und Wittingen. Durch die deutsch-deutsche Grenzziehung kam der Zugverkehr nach Oebisfelde 1945 zum Erliegen. Die Strecke wurde zunächst noch in nördlicher Richtung (Wittingen) genutzt. Sie hatte eine gewisse Bedeutung für Pendler zum VW-Werk in Wolfsburg, die allerdings ab Rühen mit dem Bus nach Wolfsburg fahren mussten. 1974 wurde der Personenverkehr eingestellt.

Religion

Rühen Kirche.jpg Bis 1951 war Rühen keine selbständige Kirchengemeinde, sondern Diakonat der Evangelisch-lutherischen Kirchengemeinde St. Petrus in Vorsfelde; bis 1958 wurde die Gemeinde von St. Johannes (Vorsfelde III) aus verwaltet. Durch den Umbau der ehemaligen Volksschule erhielt Rühen in der Ortsmitte eine Kirche. Seit 1958 besteht die Evangelisch-lutherische St.-Paulus-Gemeinde Rühen mit Brechtorf und Eischott.

Politik


Gemeinderat

Der Rat der Gemeinde Rühen hat 15 Mitglieder. Folgende Fraktionen sind vertreten:
  • CDU - 7 Mitglieder
  • SPD - 6 Mitglieder

  • PUL - 2 Mitglieder

Kultur und Sehenswürdigkeiten


NS-Gedenkstätten

Rühen Kriegsgräber.jpg Rühen]] Etwa einen Kilometer nördlich von Rühen an der B 244 befindet sich eine Kriegsgräberstätte mit einem Denkmal und einem Kreuz. Hier sind während des Zweiten Weltkrieges 76 Tote bestattet worden, die in Zwangsarbeiterlagern der Umgegend verstorben sind. Es handelt sich überwiegend um sowjetische Kriegsgefangene, die Zwangsarbeit im Volkswagen-Werk im nahem Wolfsburg leisteten.

Seit 1944 bestand am Ortsrand an der B 244 zwischen Rühen und der Brücke des Mittellandkanals ein Lager. Dies war ein Kinder- bzw. Pflegeheim für Säuglinge und Kleinkinder von ausländischen Zwangsarbeiterinnen, die in der Industrie in Wolfsburg und in landwirtschaftlichen Betrieben eingesetzt waren. Wegen der mangelhaften hygienischen Verhältnisse und der schlechten Versorgung verstarben die meisten Kinder. Es kamen etwa 300 Säuglinge um.

Der verantwortliche Arzt, ein Werksarzt des Volkswagen-Werkes, wurde bei einem Kriegsverbrecherprozess zum Tode durch den Strang verurteilt und am 7. März 1947 hingerichtet. Auf dem Friedhof in Rühen erinnert heute eine Gedenktafel an das Schicksal der polnischen und sowjetischen Kinder mit der Aufschrift (auszugsweise):

Hier ruhen über 100 russische und polnische Kinder, die im Kinderlager Rühen 1944-1945 Opfer der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft wurden. Im Alter von wenigen Tagen wurden sie ihren Müttern weggenommen und kamen jämmerlich zu Tode.

Freizeit

  • Der Naturpark Drömling liegt in unmittelbarer Nähe und bietet Möglichkeiten zu Spaziergängen, Wanderungen und Radtouren.
  • Einer der größten Vereine in Rühen ist die Kyffhäuser Kameradschaft mit 234 Mitgliedern.

Wirtschaft und Infrastruktur


Rühen hat mehrere handwerkliche Kleinbetriebe; vom einstigen Hauptwirtschaftszweig, der Landwirtschaft, existieren nur noch drei Haupterwerbsbetriebe und ein Nebenerwerbsbetrieb.

Bildung

In Rühen befinden sich eine Grund-, eine Realschule und eine Hauptschule. Bis zum September 2005 waren die Haupt- und Realschule in einem Gebäudekomplex vereint und unter dem Namen HRS am Drömling bekannt. Mit dem Wegfall der Orientierungsstufe in Niedersachsen wurden die Haupt- und Realschule durch die Samtgemeinde Brome unter massivem Protest getrennt. Die Hauptschule befindet sich jetzt im Gebäude der ehemaligen Orientierungsstufe.

Weblinks


Ort in Niedersachsen

 

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