Rüdesheim ist eine Winzerstadt im
Mittelrheintal, Teil des
UNESCO-
Weltkulturerbes. Sie liegt im
hessischen Rheingau-Taunus-Kreis, am Fuß des
Niederwaldes. Die Stadt gehört zum
Rhein-Main-Gebiet und ist eine der größten Touristen-Attraktionen Deutschlands. Nur der
Kölner Dom lockt mehr Touristen aus dem Ausland an. Nicht nur der hervorragende Wein – der
Rüdesheimer Berg zählt zu den besten
Weinbergslagen Deutschlands – oder die alte Stadt an sich, sondern auch die malerische Landschaft des
Taunus in Verbindung mit dem romantischem
Rhein macht die Stadt sehenswert.
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Rüdesheim am Rhein.jpg
Geografie
Nachbargemeinden und -kreise
Rüdesheim grenzt im Osten an die Stadt
Geisenheim, im Süden an die Stadt
Bingen, im Westen an die Gemeinden
Weiler und
Trechtingshausen (alle drei
Landkreis Mainz-Bingen in
Rheinland-Pfalz) auf der gegenüberliegenden Rheinseite, sowie im Westen und Norden an die Stadt
Lorch.
Stadtgliederung
1939 wurde unter vorheriger Geheimhaltung, die damals eigenständige Gemeinde
Eibingen von den Rüdesheimer Nationalsozialisten gegen den Willen der Eibinger Bevölkerung
zwangseingemeindet.
1977 wurden im Rahmen einer
Gebietsreform Assmannshausen,
Aulhausen sowie Presberg zu neuen Ortsteilen von Rüdesheim.
Wanderwege
Der
Rheinsteig von
Wiesbaden über
Lahnstein nach
Bonn führt durch die Gemarkung von Rüdesheim und berührt das Kloster und das
Niederwalddenkmal. Ein anderer Wanderweg ist die Riesling Route. Sie führt entlang des Rheines und durch die bezaubernden Weinberge von Rüdesheim am Rhein bis nach Wiesbaden.
Tradition
Eine berühmte, alte Tradition ist die Weinkönigin mit ihren Prinzessinnen. Jedes Jahr im Sommer findet das Rüdesheimer Weinfest statt, bei dem auch ein Höhepunkt die Krönung der Weinkönigin und ihrer Prinzessinnen ist.
Die Königin und ihre Prinzessinnen repräsentieren die Stadt Rüdesheim und ihren Wein in anderen Gemeinden und anderen Weinbaugebieten.
Geschichte
Rüdesheim am Main 2.jpg
Die Gegend war schon früh besiedelt, zunächst von den
Kelten, seit der Zeitenwende dann von
Ubiern und später
Mattiakern. Im
1. Jahrhundert rückten die
Römer bis an den
Taunus vor. In
Bingen errichteten sie ein
Kastel und auf der gegenüberliegenden Seite, im Bereich des heutigen Rüdesheim, lag ein Brückenkopf auf dem Weg zum Limes.
Den Römern folgten die
Alemannen und mit der
Völkerwanderung die
Franken.
Archäologische Gläserfunde aus dieser Zeit lassen vermuten, dass schon damals in Rüdesheim
Wein angebaut wurde. Dem Stadtplan kann man noch heute seinen Ursprung als fränkisches
Haufendorf ansehen.
Der
Ort Rüdesheim wurde
1074 erstmals urkundlich erwähnt. Er lebte hauptsächlich vom
Weinanbau und der
Schifffahrt, insbesondere der
Flößerei.
Am 1. Januar 1818 erhielt Rüdesheim Stadtrechte. 1877 wurde der Grundstein für das Niederwalddenkmal gelegt, das 1883 fertig gestellt wurde. Dieses patriotische Denkmal zog sehr viele Touristen an, die damals mit einer Zahnradbahn und heute mit einer Kabinenseilbahn zu dem hoch über der Stadt liegenden Denkmal gebracht werden. Der Tourismus löste zunehmend die Schifffahrt als Einnahmequelle ab.
Kultur und Sehenswürdigkeiten
Museen
- Siegfrieds Mechanisches Musikkabinett, erstes Deutsches Museum für Datenspeicher Musikinstrumente. Auf über 400 qm Ausstellungsfläche wird der Besucher auf kurzweilige weise in die Geschichte der selbstspielenden Musik, und deren Instrumente eigeführt. Von der zarten Spieluhr, bis zum tonnenschweren Orchestrion sieht und hört der Besucher einen querschnitt aus 4 jahrhunderten. Besonderheiten: einzigartige Sammlung selbstspielender Geigen, wie z.B. Hupfeld Phonoliszt Violina mit 6 Geigen, Hupfeld Violina Orchestra (einziges bekanntes Original der Welt) Poppers Violinovo usw.
Bauwerke
Rüdesheim Niederwalddenkmal 3.jpg
Persönlichkeiten
Das Rittergeschlecht der Stadt nannte sich "von Rüdesheim". Sein bedeutendster Vertreter war Rudolf von Rüdesheim (1402-1482), päpstlicher Gesandter und Fürstbischof von Breslau.
Söhne und Töchter der Stadt
Ruedesheim.jpg
-- d.h. Personen, die hier geboren sind. Die Auflistung erfolgt chronologisch nach Geburtsjahr bzw. -tag.
- Jacob Fidelis Ackermann (* 23. April 1765,† 28. Oktober 1815), Mediziner
- Theodor Friedrich Ludwig Dilthey (* 6. Februar 1825, † 22. März 1892 ebd.), Unternehmer. Er übernahm 1852 die väterliche Weingroßhandlung Dilthey-Sahl & Co. in Rüdesheim und unternahm zahlreiche Geschäftsreisen nach England und Russland, um den Export deutscher Weine und Schaumweine zu fördern. 1867 war er Mitbegründer und erster Präsident der Industrie- und Handelskammer Wiesbaden. Er verfasste zahlreiche Gedichte zum Lobe des Weines.
- Georg Geiling (* 1. Juni 1863, † 1947), Küfermeister. Geiling studierte nach der Küferlehre die Champagnerherstellung in Reims und Épernay und gründete 1890 in Reims die Sektkellerei „Georges Geiling & Cie.“ 1894 ließ er sich in Bacharach nieder, wo er 1919 eine eigene Schaumweinfabrik baute.
- Antonius Wallenstein (* 20. Januar 1890, † 28. Dezember 1964 auf dem Abtsberg bei Gengenbach/Baden), katholischer Ordenspriester, geistlicher Schriftsteller. Werke (Auswahl): Das Problem der Willensfreiheit unter besonderer Hervorkehrung der methodischen Gesichtspunkte, in: PhJ 36 (1923), 1-24 (Auszüge seiner Dissertation); Katechismus der christlichen Vollkommenheit, Freiburg 1930 (2. Aufl. 1936); Kindheit und Jugend als Erziehungsaufgabe, Freiburg 1951; Klarheit über Gott, Leutesdorf 1959.
- Hermann Asbach (18. März 1894, † nicht bekannt), Unternehmer. Einer der drei Söhne von Hugo Asbach und späterer Inhaber der Firma Asbach („Asbach Uralt“).
- Rudolf Krämer-Badoni (* 22. Dezember 1913, † 18. September 1989 in Wiesbaden), Schriftsteller und Publizist. Er ist Verfasser zahlreicher Romane, Novellen, Essays und Hörspiele. Publikationen (Auswahl): Über Grund und Wesen der Kunst. Frankfurt 1960; Kunst und Automation - Die Chancen der Künste im wissenschaftlichen Zeitalter. Wien 1961. Galileo Galilei – Wissenschaftler und Revolutionär.
- Karl Heinz Hock (12. Dezember 1930), Publizist und Journalist. Er arbeitete für verschiedene Zeitungen und Nachrichtenagenturen bevor er 1986 zum Chefredakteur der Katholischen Nachrichtenagentur (KNA) in Bonn berufen wurde, die er bis zum Eintritt in den Ruhestand im Juni 1996 leitete. Für Verdienste um die Kirche im Bereich der Publizistik wurde er von Papst Johannes Paul II. zum Ritter des St. Gregorius-Ordens ernannt.
- Marianne Vater (* 1952), Professorin für Zoologie an der Universität Potsdam. Publikationen (Auswahl): Frequenzanalyse und Frequenzrepräsentation im peripheren Hörsystem von Fledermäusen; Echolocation in Bats & Dolphins.
- Johannes Schild (* 16. Oktober 1960), Komponist und Dirigent. Er ist seit 1994 Professor an der Hochschule für Musik in Köln. Als Dirigent leitet er Konzerte und Filmmusikproduktionen. Werke (Auswahl): Präludien und Fugen für Klavier (1985); Drei Gesänge nach Heinrich Heine (1989); "C'est la vie, mon ami", Filmmusik (2000). Publikationen (Auswahl): Einige Beobachtungen zur Struktur in Bachs "Clavier-Übung". Heidelberg 1988.
- Hans-Walter Heinrich (* Februar 1965), Schriftsteller und Lyriker. Werke (Auswahl): Wo bin ich hier nur reingeraten? ISBN 3-936526-03-6; Veröffentlichungen in Literaturzeitschriften.
- Beachte: Der Dichter Stefan George (1868-1933) wurde nicht – wie oft behauptet – in Rüdesheim geboren, sondern in Büdesheim bei Bingen, welches freilich nur einen Steinwurf von Rüdesheim entfernt auf der anderen Rheinseite liegt.
weitere Persönlichkeiten, die mit der Stadt in Verbindung stehen
- Der Komponist Johannes Brahms (1833-1897) war im Haus der Familie Beckerath in Rüdesheim (Oberstraße/Schmidstraße, heute Sekthaus Solter) zwischen 1874 und 1895 wiederholt zu Gast. 1883 schrieb er in Wiesbaden die dritte Sinfonie F-Dur op. 90. In dieser Zeit nahm er auch an der feierlichen Enthüllung des Niederwalddenkmals in Rüdesheim teil. In einem launigen Brief des Komponisten aus dem Jahre 1887 an Rudolf von Beckerath lässt er wissen, er freue sich "auf Dinge wie Ihren Keller und Ihre Geige, das Einschenken der Frau und das Einstimmen des Mannes". In den Räumen der ehemaligen Villa Sturm an der Rheinstraße finden im Gedenken an den Komponisten einmal jährlich die "Rüdesheimer Brahms"-Tage statt.
Veranstaltungen
Rhein in Flammen am 1. Samstag im Juli
Siehe auch
Weblinks
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