Als rückstoßfreies Geschütz bezeichnet man im Militär eine Waffe, die keinen oder einen nur sehr geringen Rückstoß besitzen.
Die Geschwindigkeit der Rückstoßbewegung der Waffe ergibt sich gemäß dem Satz der Impulserhaltung aus der Masse des Geschosses, aus der Geschwindigkeit des Geschosses und aus dem Verhältnis der Waffenmasse zur Geschossmasse.
Wegen des starken Rückstoßes auch bei Verwendung von Mündungsbremsen und hydraulischem Rohrrücklauf war es notwendig immer stärkere Lafetten und Bettungen zu konstruieren. Der Transport und die Bedienung solcher Geschütze wurde dadurch immer aufwendiger.
Bereits kurz vor dem ersten Weltkrieg wurde bei der US-Marine die Davis Gegenmassekanone (Davis Countershot Gun) entwickelt.
Die Treibladung wurde zwischen zwei Rohren eingebracht. In dem einem Rohr befand sich das eigentliche Geschoss. Im anderen Rohr eine zum Geschoss gewichtsmäßig gleiche Gegenmasse hergestellt aus einem Gemisch aus Fett und Flintenschrot.
Durch die Zündung der Treibladung wurde das Geschoss in Zielrichtung abgefeuert und die Gegenmasse mit der gleichen Geschwindigkeit nach hinten ausgestoßen. Die Gegenmasse wurde dabei nach dem Austritt aus dem Rohr durch die vom Drall verursachte Zentrifugalkraft zerstreut.
Die Hülsen der Kartuschen waren mit Löchern versehen, die mit Abdeckungen aus Messing verschlossen wurden.
Wenn das Pulver der Treibladung gezündet wurde zerrissen die Streifen und das Gas strömte aus den Löchern in die Kammer und über die Gasaustrittsöffnungen ins Freie.
Zusätzlich besaß der Führungsring der Granaten vorgeprägte Züge so dass weniger Kraft erforderlich war um das Geschoss durch die Rohrzüge zu pressen. Damit konnte die Konstruktion nochmals leichter ausgeführt werden.
Eingesetzt wurde diese Bauart unter anderem von deutschen Fallschirmjägern bei der Luftlandeschlacht um Kreta.
Bei diesem System musste der Verbrennungsraum zwar sehr stabil sein, der Lauf der Waffe konnte aber dünn und leicht gestaltet werden.
Der Bedarf an Treibmittel ist wesentlich größer als bei konventionellen Kanonen, da nur etwa zirka 20% des Treibmittels für den Geschossvortrieb zur Verfügung stehen und der große Rest nach hinten entweicht.
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"Rückstoßfreies Geschütz".
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