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Der Begriff der Rückkopplung (auch: Rückkoppelung), (engl.: Feedback (*)) stammt aus der elektrischen Schaltungstechnik. Inzwischen wird er aber in einem größeren Zusammenhang zur Bezeichnung von Vorgängen verwendet, die sich auf ihre eigenen Ursachen oder Eingangsgrößen auswirken.

Von der Kybernetik und Systemtheorie wurde das Konzept der Rückkopplung auf beliebige Wirkzusammenhänge verallgemeinert. Rückkopplung wurde sowohl in älteren technischen Erfindungen (z.B. 1788 der Fliehkraftregler von James Watt) als auch in biologischen und sozialen Systemen gefunden.

Elektrische Schaltungstechnik


1913 entwickelte Edwin Howard Armstrong (* 1890 - † 1954) aufgrund des Phänomens der Rückkopplung bei einer Triode eine Sender- beziehungsweise Empfängerschaltung. Diese Entwicklung geschah zeitgleich mit sechs anderen Technikern, was weltweite Rechtsstreitigkeiten um Patente zur Folge hatte. 1927 entdeckte der Telefoningenieur Harold Stephen Black, dass man die Qualität eines Signalverstärkers erheblich verbessern kann, indem man einen Teil des Ausgangssignals vom Eingangssignal subtrahiert (Gegenkopplung).

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Soziales Feedback


Inzwischen ist die Vorstellung zum Allgemeingut geworden, dass auch Vorgesetzte, Lehrer, Kursleiter oder andere sozial Agierende die Qualität ihres Wirkens verbessern können, indem sie sich Rückkopplung von ihren Untergebenen, Schülern, Kursteilnehmern usw. einholen; zumeist wird dafür der englische Ausdruck Feedback verwandt. Auch Rückkopplung auf gleicher Augenhöhe (z.B. bei Schülern bzw. Mitarbeitern untereinander) und auch in die entgegengesetzte Richtung (vom Vorgesetzten, Lehrer etc. zum Untergebenen bzw. Schüler) wird als Feedback bezeichnet.

Die treffendste deutsche Bezeichnung ist Rückmeldung.

Anwendungsfälle in der Personalentwicklung (siehe auch: 360° Feedback für Führungskräfte, 180° Feedback für Führungskräfte, Team Feedback u.a.)

Anwendungsfälle im Qualitätsmanagament (siehe auch: Kunden-Feedback, Seminar-Evaluation u.a.)

Unter Feedback wird allerdings immer nur die bewußte, normalerweise verbale Rückmeldung verstanden (ohne besondere Beachtung der tatsächlichen Wirkung derselben), während der allgemeinere Begriff Rückkoppelung auch die nonverbalen und unbewussten Anteile der Kommunikation umfasst.

Die Rückkoppelung, in diesem Sinne verstanden, sieht etwa Watzlawick in seiner Kommunikationstheorie oder Milowiz in seiner Theorie der systemischen Sozialarbeit als zentralen Wirkfaktor stabiler oder eskalierender Beziehungsformen.

Wirkweisen der Rückkopplung


Je nach der Wirkungsbeziehung der verkoppelten Elemente hat ein solcher Wirkungskreislauf dann:

  • selbstschwächende Eigenschaften (negative Rückkopplung, Gegenkopplung), wenn er eine Kette sich vermindernder Elemente enthält. Dieses führt zu einem Minimum bzw. Verschwinden von Aktivität.
    • Beispiel: Die oben erwähnte gegengekoppelte Verstärkerschaltung von Harold Stephen Black, eine unbehandelte depressive Erkrankung

  • selbstbegrenzende, regelnde Eigenschaften, wenn verstärkende und schwächende Kopplungen so zusammengebracht sind, dass sie gerade so ansprechen, dass sie die Abweichung eines Istwertes von einem Sollwert messen und zu dieser Abweichung gegensteuern, also die Abweichung minimieren. Mit anderen Worten, sie stabilisieren den Sollwert. Rückkopplungsschleifen mit Selbstregulationseigenschaften, der Fähigkeit zur Homöostase, nennt man Regelkreise, ihre Anwendung finden sie in der Regelungstechnik und in allen Lebewesen.

  • selbstschwingende Eigenschaften, wenn er eine Mischung aus stärkenden und schwächenden Kopplungen enthält, wobei mindestens eine Rückkopplungsart zeitversetzt anspricht. Die Werte pendeln also zwischen bestimmten Minima und Maxima, je nach aktueller Wertlage. Dies ist die Standardsituation in einem System verkoppelter Elemente, die ja zum allergrößten Teil immer eine Mischung fördernder und hemmender Einflüsse darstellt und ein Spezialfall des idealen Regelkreises, der Abweichungen von einem Sollwert instantan korrigiert.

Die Begrenzung einer unerwünschten Aufschwingung durch Rückkopplung in einem Regelkreis kann durch eine Hysterese-Funktion erfolgen, die eine Verzögerung der Soll/Ist-Reaktion bewirkt.

Beispiele und Anwendungsbereiche


Technik

Natur

  • In der Klimatologie sind viele Rückkopplungen zu betrachten. Bei der Eis-Albedo-Rückkopplung wird beispielsweise durch Vereisung mehr Sonnenlicht reflektiert, so dass es kälter wird. Damit können größere Flächen vereisen und es wird noch kälter. In umgekehrter Richtung funktioniert der Prozess natürlich auch. Weitere Rückkopplungen beinhalten Wolken-Wasserdampf-Kopplungen oder die Kohlendioxid-Aufnahmefähigkeit von Meeren. Viele dieser Prozesse sind noch nicht genau erforscht und erschweren eine genaue Klimavorhersage mit Klimamodellen.
  • Im biologisch-organismischen Bereich bezeichnet Feedback einen Vorgang, der in einer bestimmten Art und Weise zur Erhaltung der Homöostase (Gleichgewichtszustand innerhalb bestimmter Grenzen) eines Systems dient. Dieser Vorgang läuft z. B. beim Aufrechterhalten der Körpertemperatur ab.

Sozialpsychologie/Kommunikationstheorie

  • In der Psychologie/Kommunikationstheorie hat Paul Watzlawick die Rückkoppelung salonfähig gemacht mit der Beschreibung von Kommunikationskreisläufen, die keinen Anfang und kein Ende haben. Er spricht dabei von "symmetrischer Eskalation" bzw. von "Komplementarität". Gemeint ist die gegenseitige Bedingtheit der Verhaltensäußerungen von Kommunikationspartnern, die im einen Fall um den gleichen Platz in Konkurrenz geraten, im anderen Fall sich in ergänzenden Rollen gegenseitig bestärken bzw. festhalten.

  • Ein ähnliches Konzept vertritt Walter Milowiz in einer systemischen Theorie, die er primär auf die Sozialarbeit anwendet. Hier werden Rückkoppelungskreise und eskalierende Entwicklungen in der Interaktion zwischen Personen und Ihrer Umgebung als Beschreibung für soziale Problemlagen fokussiert.

  • In der Arbeits- und Organisationspsychologie gibt es eine Menge Bereiche, in denen Feedback wichtig ist: Abgleich von Ist- und Sollzustand bei der Zielsetzung und -erreichung, Rückmeldung z. B. nach Bewerbungsgesprächen oder auch nach erledigten Aufgaben im Betrieb.

Siehe auch


Verstärker | Dynamik | Steuerungs- und Regelungstechnik | Tontechnik | Kybernetik | Systemtheorie | Arbeits- und Organisationspsychologie

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