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Die Röteln (Rubella) sind eine hochansteckende Infektionskrankheit ausgelöst durch das Rötelnvirus. Neben den typischen roten Hautflecken (Exanthem) treten auch Fieber und Lymphknotenschwellung auf. Gefürchtet ist eine Rötelninfektion während der Schwangerschaft, weil sie zu schweren Fehlbildungen oder Fehlgeburt führen kann(Rötelnembryopathie). Eine vorbeugende Impfung ist verfügbar.

Verbreitung


Die Rötelninfektionskrankheit ist weltweit verbreitet. Da der Mensch der einzige Wirt des Virus ist, bekommt sie in dichteren Populationsgebieten hohe Bedeutung. Die unvollständige Durchimpfung der Bevölkerung kann zu sporadischen und epidemischen Infektionen bei Kindern, Jugendlichen und auch Erwachsenen führen. Bei Vorschuluntersuchungen von 2000 bis 2002 waren nur rund 86 Prozent der Kinder geimpft.

Erreger


Erreger ist das Rötelnvirus. Es gehört zur Familie der Togaviridae und zur Gattung der Rubiviren und ist ein behülltes Einzelstrang*-RNA-Virus. Man bezeichnet den Erreger auch als Rubellavirus.

Übertragung


Tröpfcheninfektion mit 50-prozentiger Kontagiosität. Eine Woche vor Ausbruch des Exanthems bis eine Woche nach Exanthemausbruch ist der Patient ansteckend.

Symptome


Nach der Inkubationszeit von 14 bis 16 Tagen bilden sich zunächst im Gesicht gerötete, einzelstehende Hauteffloreszenzen, die sich auf den Stamm und Extremitäten ausbreiten. Diese bilden sich meist nach drei Tagen zurück. Begleitend tritt oft erhöhte Temperatur bis 39 Grad Celsius auf. Hinzu kommen eventuell Gliederschmerzen, Arthritis, Lymphknotenschwellung am Hinterkopf, Nacken und hinter den Ohren sowie eine Vergrößerung von Leber und Milz.

Komplikationen


Eine Rötelninfektion während der ersten Wochen der Schwangerschaft kann zu starken Fehlbildungen des Fetus führen. Daher gehört die Untersuchung auf Röteln zur Mutterschaftsvorsorge (siehe: Röteln während der Schwangerschaft). Fehlbildungen: Innenohrschwerhörigkeit, Herzfehler, Gefäßfehlbildungen (offener Ductus Botalli, Septumdefekte und Fallot'sche Tetralogie), Spina bifida aperta, Enzephalomeningitis. Bei einer akuten Infektion sollten Paare nur geschützten Geschlechtsverkehr haben.

Untersuchung


Die Diagnostik in Bezug auf die Immunität gegenüber einer Rötelninfektion wird über den Nachweis von ausreichenden Mengen an spezifischen Antikörpern im Serum durchgeführt. (Diese müssen bei den Tests über festgelegten Grenzwerten liegen.) Der Nachweis des Rötelnvirus erfolgt durch die Isolation von Viren oder durch den Nachweis von viraler RNA. Man unterscheidet drei Möglichkeiten des Infektionszustandes:
  1. Immunität liegt vor, wenn eine Infektion durchgemacht wurde – diese führt zumeist zu einer lebenslangen Immunität – oder eine Impfung erfolgte und ausreichend hohe IgG-Antikörper in zwei verschiedenen Labortests (z.B. ELISA oder Hämagglutinationshemmtest) nachweisbar sind.
  2. Eine Primärinfektion liegt bei entsprechenden klinischen Symptomen und dem Nachweis von IgM-Antikörper vor.
  3. Von einer Reinfektion ("Zweitinfektion") spricht man, wenn IgM-Antikörper in zwei methodisch verschiedenen Labortests nachweisbar sind und gleichzeitig IgG-Antikörper für eine früher abgelaufene Rötelninfektion sprechen, diese Infektion verläuft überwiegend harmlos.

Behandlung


Da die Röteln eine Viruserkrankung sind, helfen Antibiotika nicht, so dass nur die Symptome behandelt werden können. Bei starkem Fieber werden fiebersenkende Mittel oder Methoden angewandt, bei starkem Krankheitsgefühl wird Bettruhe empfohlen.

Ähnliche Erkankungen


Erkrankungen mit ähnlichen Symptomen sind: Masern, Scharlach, Infektiöse Mononukleose

Vorbeugung


Eine sichere Impfung ist verfügbar und wird durch die STIKO für alle Kinder empfohlen (Impfkalender). Auch erwachsenen Frauen mit Kinderwunsch wird zur Rötelnimpfung empfohlen, weil eine Röteln-Embryopathie verhindert werden kann. Postexpositionelle passive Impfung bei Schwangeren ist möglich.

Die Ständige Impfkommission empfiehlt eine Schutzimpfung aller Kinder ab dem zwölften Lebensmonat, eine Wiederholungsimpfung möglichst im zweiten Lebensjahr, der Mindestabstand zur ersten Impfung beträgt einen Monat, außerdem eine Impfung aller seronegativen Erwachsenen (kein IgG nachweisbar) .

Literatur


  • Marre, Reinhard; Martens, Thomas; Trautmann, Matthias; Vaneck, Ernst: Klinische Infektologie. - 1. Auflage. München; Jena: Urban & Fischer Verlag 2000
  • Kayser, Fritz H.; Bienz, Kurt A.; Eckert, Johannes; Zinkernagel, Rolf M.: Medizinische Mikrobiologie : verstehen, lernen, nachschlagen. – 9. Auflage Stuttgart; New York: Thieme, 1997
  • Ocklitz, Hans W.; Mochmann, Hanspeter; Schneeweiß, Burkhard: Infektologie. – 2. Auflage. Berlin: VEB Verlag Volk und Gesundheit, 1977

Weblinks


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