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Die Zahl der im alten Rom verwendeten Vornamen (lateinisch: praenomen; Plural: praenomina) war sehr begrenzt. Sie wurden auf Inschriften oder in der Literatur üblicherweise nur in einer Abkürzung verwendet.

  • Appius (App. oder Ap.), meistens in der Familie der Claudier (die Via Appia wurde unter Appius Claudius Caecus gebaut)
  • Aulus (A.) stammt von dem etruskischen Vornamen Aule
  • Gaius (C.), ursprünglich Caius geschrieben
  • Gnaeus (Cn.), ursprünglich Cnaivos geschrieben
  • Decimus (D.), übersetzt: "der Zehnte; d. h. der im 10. Monat (dem Dezember) geborene"
  • Kaeso (K), selten
  • Lucius (L), häufig (zu lux "Licht" bzw. lucere "leuchten")
  • Marcus (M.), häufig, Bedeutung: "der zum Mars gehörige"
  • Manius (M’.), selten
  • Mamercus (Mam.), selten (nur in der gens Aemilia)
  • Numerius (N.), selten
  • Publius (P.), häufig, sicher zu populus altlateinisch: "das Heer"
  • Quintus (Q.), häufig, übersetzt: "der Fünfte; d. h. der im (ehemaligen) fünften Monat quintilis (dem späteren Juli) geborene"
  • Sextus (Sex. oder S.) übersetzt: "der Sechste, d. h. der im (ehemaligen) sechsten Monat sextilis (dem späteren August) geborene"
  • Servius (Ser.)
  • Spurius (Sp.)
  • Titus (T.)
  • Tiberius (Tib. oder Ti.), „am Fluss Tiber (Geborene)“
Sehr selten wurden auch noch andere Vornamen verwendet (vgl. dazu eine Liste bei Salomies, s.u.).

Zur Zeit der Republik und der Kaiser wurden die Namen unabhängig von ihrer Bedeutung verwendet. Dabei wurden nur wenige der ohnehin schon wenigen Vornamen wirklich oft verwendet. Auch wurden in den einzelnen römischen Familien von diesen wenigen Vornamen immer nur einzelne verwendet, die dann von Generation zu Generation weitergegeben wurden (so verwendet in der Zeit der Republik z.B. die Familie der Iulier außer Gaius (vgl. C. Iulius Caesar) nur noch die Vornamen Lucius und Sextus).

Die häufigsten Vornamen waren Marcus, Lucius und Gaius. Allein diese drei Namen trugen schon mehr als die Hälfte der Römer. Zusammen mit Publius und Quintus waren es mehr als drei Viertel. Ab der Kaiserzeit fand man in Inschriften in der Filiation, der Angabe des Vatersnamens, eine enorme Zunahme des Namens Spurius. Hierbei handelt es sich aber um eine Vertuschung einer unehelichen Geburt, entspricht die Filiation "Spuri filius", abgekürzt "Sp. f." doch auch dem lateinischen "sine patre filius", zu Deutsch "Sohn ohne Vater".

Frauen hatten in der Regel nur einen Vornamen, der gebildet wurde, indem man aus dem Familiennamen des Vaters ein Femininum machte. So hieß z. B. die Tochter des C. Iulius Caesar einfach Iulia und die des M. Tullius Cicero demzufolge Tullia. Gab es in der Familie mehrere Töchter, wurde zur Unterscheidung manchmal ein Maior (die Ältere) oder Tertia (die Dritte) usw. hinzugesetzt.

In der Kaiserzeit gestaltete sich die Namensgebung wesentlich freier.

Literatur


  • Olli Salomies: Die römischen Vornamen. Studien zur römischen Namenge­bung. Hel­sinki 1987 (Societas Scientiarum Fennica, Commentationes Humanarum Littera­rum. 82)

Vorname

List of Roman praenomina | Praenomen | Prénom romain | Praenomina romani | Praenomen | 罗马人本名列表

 

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