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Der Rätikon ist eine Gebirgsgruppe der Ostalpen (Zentralalpen). Anteil am Rätikon haben die Länder Österreich (Bundesland Vorarlberg), Liechtenstein und Schweiz (Graubünden). Liechtenstein befindet sich vollständig innerhalb der Grenzen des Rätikon. Die Zugehörigkeit des Rätikon zu den zentralen Ostalpen ist allein geographisch bedingt. Große Teile des Rätikon bestehen aus Sedimentgesteinen (Kalksteinen). Aus geologischer Sicht ist der Rätikon somit den Nördlichen Kalkalpen zuzuordnen. 3drusentuerme2005-09.jpg

Benachbarte Gebirgsgruppen


Der Rätikon grenzt an die folgenden anderen Gebirgsgruppen der Alpen:

Verwall, Silvretta und Plessuralpen sind wie der Rätikon Gebirgsgruppen der Zentralalpen in den Ostalpen. Glarner Alpen und Appenzeller Alpen sind Gebirgsgruppen der Westalpen.

Umgrenzung


Im Westen bildet der Rhein die Grenze von der Einmündung der Ill bei Feldkirch flussaufwärts bis zur Einmündung der Landquart beim gleichnamigen Ort. Dies ist gleichzeitig die Grenze zwischen den Ostalpen und den Westalpen. Im Süden bildet das Prättigau die Grenze von der Einmündung der Landquart in den Rhein flussaufwärts bis zur Einmündung des Schlappinbachs in die Landquart bei Klosters-Dorf. Im Osten verläuft die Grenze vom Schlappinerjoch entlang der Täler Schlappintal nach Süden und Valzifenz- und Gargellental nach Norden. Die Grenze im Norden wird vom Montafon und Walgau gebildet. Sie beginnt bei der Einmündung des Suggadinbachs in die Ill bei Sankt Gallenkirch und verläuft entlang der Ill bis zur Einmündung in den Rhein bei Feldkirch.

Das Schlappinerjoch verbindet den Rätikon mit der Silvretta. Sonst ist der Rätikon nur von Tälern umgeben.

Es besteht keine international anerkannte Einteilung der Alpen in Untergruppen. Die hier beschriebene Umgrenzung des Rätikon wie auch die Definition des Rätikon als eigenständige Untergruppe der Alpen entspricht der Sichtweise der Alpinisten und Touristen aus dem deutschsprachigen Raum (ohne die Schweiz), wie sie sich im Verlauf von vielen Jahrzehnten herausgebildet hat. In anderen Staaten des Alpenraums oder außerhalb sowie bei anderen Interessengruppen sind teilweise andere Einteilungen der Alpen und Umgrenzungen von Untergruppen gebräuchlich.

Untergruppen


Der vergriffene Alpenvereinsführer Rätikon teilt die Gebirgsgruppe in die folgenden Untergruppen auf:

  • Drei-Schwestern-Kette
  • Naafkopf-Falknis-Kette
  • Galina-Gruppe
  • Fundelkopf-Gruppe
  • Schesaplana-Gruppe mit Zalimkamm
  • Girenspitz-Sassauna-Grat
  • Zimba-Gruppe mit Vandanser-Wand
  • Kirchlispitzen-Gruppe
  • Golmer und Zerneuer Grat
  • Drusenfluh-Gruppe
  • Sulzfluh-Gruppe
  • Schafberg-Gruppe und Kreuz
  • Gweil-Sarotla-Kamm
  • Madrisa-Gruppe

Gipfel


Die 10 höchsten Gipfel des Rätikon:

Im Rätikon gibt es knapp 300 benannte und mit Höhenkote versehene Gipfel. Zu den bekannteren gehören, geordnet nach der Höhe:

Schutzgebiete


Schweiz / Graubünden

Gemäß Artikel 5 des Bundesgesetzes über den Natur- und Heimatschutz führt die Schweiz ein Bundesinventar der Landschaften und Naturdenkmäler von nationaler Bedeutung.

Im Rätikon gibt es zur Zeit nur eine dieser Landschaften:

  • Nr. 1914, Bezeichnung: Plasseggen-Schijenflue, Jahr der Aufnahme in das Inventar: 1996, Größe: 529 ha

Tourismus


Hütten

Im Vorarlberger Teil des Rätikon befinden sich die folgenden Hütten des Deutschen und des Österreichischen Alpenvereins sowei der Naturfreunde Österreich:

Im Liechtensteiner Teil des Rätikon befinden sich die folgenden Hütten des Liechtensteiner Alpenvereins:

Im Graubündner Teil des Rätikon befinden sich die folgenden Hütten des Schweizer Alpen-Clubs:

Die Hütten sind in der Regel von Anfang Juli bis Mitte September geöffnet. Es empfiehlt sich, bei den Alpenvereinen bzw. in den Talorten Erkundigungen zur aktuellen Situation in Bezug auf die Übernachtungsmöglichkeiten und die Verpflegung einzuholen.

Fern-/ Weitwanderwege

Die Via Alpina, ein grenzüberschreitender Weitwanderweg mit fünf Teilwegen durch die ganzen Alpen, verläuft auch durch den Rätikon.

Der Rote Weg der Via Alpina verläuft mit sieben Etappen durch den Rätikon wie folgt:

  • Etappe R56 verläuft von Feldkirch zur Gafadurahütte
  • Etappe R57 verläuft von der Gafadurahütte nach Sücka
  • Etappe R58 verläuft von Sücka zur Pfälzer Hütte
  • Etappe R59 verläuft von der Pfälzer Hütte zur Schesaplanahütte
  • Etappe R60 verläuft von der Schesaplanahütte zur Carschinahütte
  • Etappe R61 verläuft von der Carschinahütte nach Sankt Antönien
  • Etappe R62 verläuft von Sankt Antönien nach Gargellen

Der Grüne Weg der Via Alpina verläuft mit einer Etappe, der ersten Etappe, im Rätikon wie folgt:

  • Etappe C1 verläuft von Sücka nach Vaduz

Klettersteige

Im Juli 2005 wurde der erste Klettersteig im Schweizer Teil des Rätikon eröffnet. Der Sulzfluh Klettersteig führt durch die Südwand der Sulzfluh und ist von der Carschinahütte erreichbar. Der Steig ist nur während der Bergwandersaison geöffnet. Außerhalb dieser Zeiten werden die Seilstücke am Beginn und Ende des Steigs demontiert. Der Klettersteig wurde vom Bündner Bergführer Verband angelegt und hat den Schwierigkeitsgrad "schwierig". Die Einstiegshöhe ist 2320 m, die Ausstiegshöhe ist auf dem Gipfel der Sulzfluh mit 2817 m.

Literatur / Karten


  • Alpenvereinsführer Rätikon von Walther Flaig, Bergverlag Rudolf Rother, München

Dieser Führer ist seit einiger Zeit vergriffen. Eine Neuauflage ist zurzeit nicht in Sicht. Damit gibt es zumindest für den in Österreich und Liechtenstein gelegenen Teil des Rätikon zurzeit keine Gesamtdarstellung aus bergsteigerischer und touristischer Sicht.

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Weblinks


Gebirge | Gebirgsgruppe in Vorarlberg

Rätikon | Rätikon

 

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