Rüthen ist eine
Stadt in
Nordrhein-Westfalen,
Deutschland und gehört zum
Kreis Soest.
Geografie
Geografische Lage
Rüthen liegt am Nordostrand des
Naturparks
Arnsberger Wald zwischen dem
Haarstrang und dem Tal der
Möhne.
Nachbargemeinden
Die Nachbargemeinden von Norden im Uhrzeigersinn:
Erwitte,
Geseke,
Büren,
Brilon,
Olsberg,
Bestwig,
Warstein,
Anröchte
Stadtgliederung
Rüthen besteht aus folgenden Stadtteilen:
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| - Rüthen (5.360 Einwohner)
- Altenrüthen (550 Einwohner)
- Drewer (780 Einwohner)
- Hemmern (150 Einwohner)
- Hoinkhausen (170 Einwohner)
- Kallenhardt (1.880 Einwohner)
- Kellinghausen (90 Einwohner)
- Kneblinghausen (320 Einwohner)
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- Langenstraße-Heddinghausen (480 Einwohner)
- Meiste (440 Einwohner)
- Menzel (410 Einwohner)
- Nettelstädt (111 Einwohner)
- Oestereiden (870 Einwohner)
- Weickede (30 Einwohner)
- Westereiden (530 Einwohner)
Geschichte
Hexenprozesse
- Von 1573 bis 1660 wurden in dem kleinen Ort Rüthen und im Gogericht Rüthen 104 Hexenprozesse durchgeführt. Dabei sind mindestens 79 Menschen hingerichtet worden.
- Freunnd Happen, Angeklagter während der Hexenverfolgungen in Rüthen, trotzte der Folter und schaffte es, keinen Menschen zu denunzieren. Nach zwei Monaten Haft und dreimaliger schwerster Folter wurde Freunnd Happen am 23.September 1660 freigesprochen.
Politik
Gemeinderat
Zusammensetzung des Gemeinderates nach der Wahl vom
26. September 2004:
| Partei / Gruppierung
| Sitze
|
| CDU
| 17
|
| SPD
| 9
|
| BG
| 6
|
Bürgermeister
Rudolf Schieren (
parteilos)
Städtepartnerschaften
Seit 1983 gibt es eine Städtepartnerschaft mit der ost-englischen Stadt
Dereham (150 km nördlich von
London), die dem Ort eine britische Telefonzelle schenkte, sowie seit dem 30. August 1991 eine Städtepartnerschaft mit der sachsen-anhaltischen Stadt
Egeln (25 km südwestlich von
Magdeburg)
Kultur und Sehenswürdigkeiten
Bauwerke
- Kath. Pfarrkirche St. Nikolaus. Die zweijochige Hallenkirche mit quadratischem Westturm wurde wohl im 3. Viertel des 13. Jhs. nach einem Brand errichtet. Der Turm erhielt 1712 den jetzigen Barockhelm. Im Inneren befindet sich ein aus Anröchte stammender Barockaltar, der 1771 von J.C. Haane geschaffen wurde. Die Seitenaltäre und die Kanzel dürften um 1680 entstanden sein. Der südliche Altar ist 1730 bezeichnet.
- Kath. Pfarrkirche St. Johannes der Täufer. Das neugotische Langhaus wurde 1871-74 nach Plänen von Arnold Güldenpfennig erbaut. Der mächtige Westturm stammt von 1737. Im Inneren der dem Turm vorgelagerten Marienkapelle befindet sich eine "Maria vom Stein" genannte Madonnenskulptur. Das Gnadenbild wurde gegen Ende des 19. Jhs. überarbeitet.
- Kapuzinerkloster. Erhalten ist ein dreiflügeliger Gebäudekomplex, der zwischen 1675 und 1804 Sitz des Kapuzinerordens war. Im Norden schloss sich die 1834 abgebrochene Klosterkirche an, von der sich lediglich das Eingangsportal erhalten hat. Es bildet heute den Eingang zum Rüthener Stadtfriedhof. Die gesamte Klosteranlage wurde nach Plänen des bekannten Ordensbaumeisters Ambrosius von Oelde errichtet. Von 1839 bis 1967 wurden die Klostergebäude als Land-, Stadt- und Amtsgericht genutzt. Nachdem sie viele Jahre leer gestanden hatten, wurden in ihnen 1996 schließlich 13 Mietwohnungen eingerichtet.
- Ehemaliges Ursulinenkloster. An der Hachtorstraße lag ursprünglich ein 1482 eingerichtetes Augustinerinnenkloster, das 1739 jedoch abbrannte. An derselben Stelle entstand 1749 ein Ursulinenkloster, das bereits 1772 wieder aufgelöst wurde. Das schlichte verputzte Barockgebäude wird heute von einer Bank genutzt.
- Das Alte Rathaus ist ein 1730 bezeichneter Putzbau mit übergiebelten Mittelrialiten, der sich durch eine große geschwungene Freitreppe auszeichnet. Das Gebäude wurde 1726-30 nach Plänen des aus Erwitte stammenden Baumeisters Michael Spanner geschaffen, der auch das Abteigebäude in Liesborn, das Kloster Grafschaft und Haus Almerfeld errichtete.
- Wohnbauten.
- Hachtorstraße 20. Das zweigeschossige Fachwerk-Dielenhaus mit Speichergeschoss wurde 1609 errichtet. Das älteste erhaltene Haus der Stadt ist zurzeit ungenutzt.
- Niedere Straße 6. Das Fachwerk-Dielenhaus mit Steinwerk ist 1684 bezeichnet.
- Von der mittelalterlichen Stadtbefestigung blieben neben den umfangreichen Resten der im 14. entstandenen Stadtmauer das Hachtor und der halbrunde Hexenturm erhalten. Die Stadtmauer bildet heute einen Rundweg um den historischen Stadtkern mit guten Aussichtsmöglichkeiten in das Umland. 1991 wurde dort in einem Bronzerelief die Achte Glückseligpreisung der Verfolgten und Verleumdeten dargestellt durch Porträts des Jesuitenpaters Friedrich Spee und des Hirschberger Pfarrers Michael Stappert (Michael Stapirius) vor dem Hintergrund einer Hexenverbrennung.
- Sehenswert ist der jüdische Friedhof unmittelbar vor dem Hachtor mit Grabsteinen aus dem 17. bis 20. Jahrhundert.
- Am südlichen Rand der Kernstadt liegt unmittelbar an der Stadtmauer ein 35,9 Meter hoher Wasserturm, der 1909 durch den Kasseler Ingenieur Leihäuser in Ziegelbauweise errichtet wurde. Er verfügt über eine Aussichtsplattform, die für Besucher zugänglich ist.
Im Ortsteil Kallenhardt beeindrucken das
Schloss Körtlinghausen (1714), die Kath. Kirche im Barockstil (1722) und das dortige Rathaus aus dem 14./15. Jahrhundert.
Sport
Das Waldfreibad mit einer Riesenrutsche ist regional sehr beliebt. Weitere Sporteinrichtungen sind eine Schießsportanlage, Tennisplätze, ein Lehrschwimmbecken und eine Reithalle. In der Kernstadt und in den Ortsteilen gibt es mehrere Sporthallen und -plätze. In Kallenhardt befindet sich ein Wintersportgebiet mit Skihang mit Schlepplift, eine Rodelbahn und eine Skiloipe.
Wirtschaft und Infrastruktur
Verkehr
Durch das Stadtgebiet verläuft die
B 516. An die nächstgelegene Autobahn, die
A44, ist Rüthen angeschlossen über Auffahrten in den benachbarten Gemeinden
Anröchte,
Geseke und
Büren. Der
Flughafen Paderborn/Lippstadt ist ca. 20 km entfernt. Der nächstgelegene ICE-Bahnhof liegt in Lippstadt.
Bildung
In Rüthen gibt es ein Gymnasium, das städtische Friedrich-Spee-Gymnasium. Außerdem gibt es in Rüthen die Maximilian-Kolbe-Hauptschule und fünf Grundschulen: Nikolausschule (Städt.), Paul-Gerhard Grundschule (Städt.), Ostervelde-Schule (Kath. Gemeinschaftsgrundschule Kallenhardt), Luzia-Schule (Städt. Gemeinschaftsgrundschule Oestereiden), St. Hubertus-Schule (Kath. Grundschule Drewer)
Persönlichkeiten
Söhne und Töchter der Stadt
Persönlichkeiten, die vor Ort gewirkt haben
Literatur
- Wolfgang Bockhorst und Wolfgang Maron (Hrsg.): Geschichte der Stadt Rüthen (Studien und Quellen zur westfälischen Geschichte, Bd. 37). Bonifatius Verlag, Paderborn 2000. ISBN: 3-89710-141-6
- Walter Dalhoff und Franz Kooke: 775 Jahre Stadt Rüthen. Rüthen 1975
- Ulrich Grun (Hrsg.): Rüthen - Bilder aus vergangenen Tagen. Geiger Verlag, Horb am Neckar 1988
- Eberhard Henneböle (Hrsg.): Steinhauer, Bildschnitzer und Maler in Rüthen nach dem 30jährigen Kriege bis um 1750 - Rüthen als Bauzentrum. Lippstadt 1974
- Wolfgang Köhler: Die Statutarrechte der Stadt Rüthen. Dissertation, Bonn 1996
Weblinks
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