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Die Queich ist ein linker Nebenfluss des Rheins, der im Wasgau, dem Südteil des Pfälzer Waldes, bei Hauenstein entspringt und in der Oberrheinischen Tiefebene im Stadtgebiet von Germersheim in den Rhein mündet. Sie ist 52 km lang und gehört neben Speyerbach, Lauter und Schwarzbach zu den vier großen Entwässerungssystemen des Pfälzer Waldes..
Topographie
Quelle
Die Queichquelle liegt 3 km südlich des Städtchens Hauenstein in knapp 400 m Höhe am Ostabhang des 463 m hohen
Winterberges. Sie ist mit behauenen Steinen aus dem landschaftstypischen roten
Buntsandstein gefasst, die Quellanlage verfügt auch über ein Wassertretbecken und Sitzbänke.
Verlauf und Zuflüsse
Die Queich fließt zunächst als schmales Bächlein durch das
Stephanstal in nördlicher Richtung nach Hauenstein. Dort wendet sie sich nach Osten und bewegt sich in großen Bögen durch das nach ihr benannte
Queichtal. Sie passiert dabei
Wilgartswiesen,
Rinnthal - wo sie von links ihren stärksten Zufluss, den 15 km langen
Wellbach, aufnimmt - sowie
Annweiler-Sarnstall,
Annweiler und
Annweiler-Queichhambach. Dort mündet, ebenfalls von links, der zweitstärkste Zufluss, der 11 km lange
Eußerbach.
Nach gut 20 km öffnet sich in Albersweiler das Tal zur Rheinebene hin, es beginnt die hügelige Landschaft der Haardt, das pfälzische Weinbaugebiet. In Siebeldingen unterquert die Queich die Deutsche Weinstraße, beim Vorort Godramstein erreicht sie das Stadtgebiet von Landau. Dort ist sie größtenteils verrohrt und nur an einigen Stellen wenigstens kanalisiert wahrzunehmen. Im Vorort Queichheim verlässt die Queich Landau, nachdem sie etwa bei km 30 in der offenen Ebene angekommen ist.
Ihre nächsten Stationen sind Offenbach und Ottersheim, wo sie allerdings nur im Norden die Gemarkungen durchfließt, während die Siedlungsgebiete weiter südlich nicht berührt werden. Am Ottersheimer Teilungswehr wird der Queich das Wasser für den rechten Mündungsarm Spiegelbach abgezweigt, der nach Südosten über Bellheim und das nach Germersheim eingemeindete Sondernheim zum Rhein gelangt. Die Queich selbst wendet sich mehr nach Nordnordost und mündet im Norden der Stadt Germersheim auf 105 m Höhe in den Rhein.
Geschichte
Mühlen, Holztrift und Papierindustrie
Die Nutzung der Wasserkraft der Queich für
Mühlen ist uralt. Seit dem
13. Jahrhundert wurde das Wasser zusätzlich für die
Trift von Kurzholz verwendet. Die Hauptzeit dieser Nutzung lag um die Mitte des
19. Jahrhunderts. Die Trift setzte allerdings voraus, dass zwecks Bereitstellung der Holztransporte und genügender Wasserführung die Queich zeitweise in
Klausen oder
Woogen aufgestaut wurde. In diesen Zeiträumen fehlte allen Mühlen, die unterhalb lagen, das nötige Wasser. Sobald dann das Holz freigegeben wurde, war zwar Wasser im Überfluss vorhanden, doch bewirkte dies oft Überschwemmungen der Mühlenzuläufe und, wenn sich Hölzer verkeilten, sogar Schäden.
1881 erreichten die Mühlenbetreiber schließlich, dass das Triften gänzlich eingestellt wurde. Seither diente das Wasser der Queich nur noch zum Betreiben von Mühlen, wenn man von der Sarnstaller
Papierindustrie absieht, die das Wasser zur Papierherstellung benötigte und es entsprechend verschmutzt wieder ins Bachbett entließ.
Albersweiler Kanal und Festung Landau
Als im
Pfälzischen Erbfolgekrieg der
französische Marschall Vauban die Stadt Landau zur
Festung ausbaute, ließ er zwischen
1688 und
1691 den
Albersweiler Kanal errichten, eine 12 km lange schiffbare Verbindung von Landau hinauf zum
Steinbruch von Albersweiler, die parallel zur Queich verlief und mit deren Wasser gespeist wurde. Von dieser
ältesten künstlichen Wasserstraße Deutschlands sind noch Reste erhalten, so die
Schleusen, mit denen das Bachwasser in den Kanal abgeleitet wurde.
Verlegung des Unterlaufes
Neuere Forschungsergebnisse lassen vermuten, dass der Unterlauf der Queich etwa auf der Höhe von
Zeiskam irgendwann, wohl schon im
Mittelalter, um etwa 2 km nach Norden verschoben wurde. Grund war offenbar, dass man die Mündung in den Rhein aus Gründen der Holztrift in die Stadt Germersheim verlegen wollte.
Sehenswürdigkeiten
Bauwerke
- Maria Himmelspforte, Wallfahrtskirche auf dem Winterberg oberhalb der Queichquelle
- Deutsches Schuhmuseum und Gläserne Schuhfabrik in Hauenstein
- Ruine Falkenburg bei Wilgartswiesen
- Kirche in neoklassizistischem Stil in Rinnthal
- Reichsburg Trifels bei Annweiler
- Museum unterm Trifels, Wassergasse und Stadtmühle in Annweiler
- Schleusenhaus in Landau
- Schleuse beim Paulusstift in Landau-Queichheim
- Teilungswehr bei Ottersheim
Natur
- Bachlehrpfad des Angelsportvereins Queichtal an den Reiterwiesen zwischen Godramstein und Landau
- Storchenscheune und Aufzuchtstation der Aktion Pfalzstorch in Bornheim
- Wässerwiesen der Interessengemeinschaft Queichwiesen bei Ottersheim, die jeweils im Juli einige Tage für die Störche geflutet werden
Verkehr
Zwischen Hauenstein und Landau führt seit
1875 die
Queichtalbahn, die Regionalverbindung
Pirmasens - Landau, an der Queich entlang, ebenso die
Bundesstraße 10. Unterhalb von Landau fließt die Queich durch weites Wiesengelände und den Bellheimer Wald. Dieser Bereich ist für Kraftfahrzeuge allenfalls durch Nebenstraßen erschlossen.
Auf gut ausgebautem Wegenetz ist der Queichtalradweg angelegt, der dem gesamten Verlauf der Queich von der Quelle bis zur Mündung folgt.
Weblinks
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