| Queen | ||||
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| Queen 1984 012.jpg Queen live in Frankfurt (1984) | ||||
| Gründung: | 1970 | |||
| Auflösung: | --- | |||
| Genre: | Rock | |||
| Website: | http://www.queenonline.com | - | Mitglieder | |
| Gesang / Klavier: | Freddie Mercury († 1991) | |||
| Gitarre / Gesang: | Brian May | |||
| Schlagzeug / Gesang: | Roger Taylor | |||
| Bass: | John Deacon (tritt seit 1997 nicht mehr live auf) | - | Kurzzeit-Mitglieder in der Gründungsphase | |
| Bass: | Mike Grose (1970) | |||
| Bass: | Barry Mitchell (1970-1971) | |||
| Bass: | Doug Bogie (1971) | - | Gastsänger bei Konzerten ab 2004 | |
| Gesang / Gitarre: | Paul Rodgers (kein Bandmitglied) | |||
1968 gründeten May (Leadgitarre), Staffell (Bass und Gesang) und Roger Taylor (Schlagzeug) die Gruppe Smile, der zunächst noch Chris Smith (Keyboard) angehörte. Währenddessen schloss sich Farrokh Bulsara – der sich erst Freddie Bulsara und ab Anfang der 70er Jahre Freddie Mercury nannte -, der Band Ibex aus Liverpool als Sänger an. Über seinen Freund Tim Staffell lernte er Smile kennen und wurde ein Fan der Band.
Am 27. Februar 1969 nahm Smile bei einem Festival in der Royal Albert Hall als Vorband für Free, Joe Cocker, Bonzo Dog Doo Dah Band and Spooky Tooth teil. Sie spielten die beiden Coversongs If I Were A Carpenter (Tim Hardin) und Mony Mony (Tommy James & the Shondells) sowie die, später auch auf Platte veröffentlichten, eigenen Titel Earth von Tim Staffell und See What A Fool I've Been. Die Presse schrieb, ohne ihren Namen zu erwähnen, dass sie „die lauteste Band der westlichen Hemisphäre“ gewesen seien.
Am 19. April 1969 wurde die Band bei einem Auftritt im Londoner Speakeasy Club von einem Talentsucher für das Label Mercury Records entdeckt. Er veranlasste, dass Smile im Juni mit Produzent John Anthony in den Trident Studios Aufnahmen für eine Single machten. Sie spielten die Titel Doin' Alright (May & Staffell), Earth (Staffell) und Step On Me (May & Staffell, noch für Mays Vorgängerband 1984 geschrieben) ein. Die Single erschien mit den beiden letztgenannten Titeln im August zur Verwunderung der Bandmitglieder in den USA, wurden sie doch im Glauben gehalten, dass es sich bei „Mercury“ um ein britisches Plattenlabel handelt. Die Platte war kein Erfolg, trotzdem ermöglichte „Mercury“ noch weitere Aufnahmen in den DeLane Lea Studios in London. Hier entstanden Blag (Taylor) – im Schlagzeug ein Vorgriff auf das spätere Brighton Rock –, Polar Bear (May) and April Lady (eine Cover-Version). Es wurde jedoch keine weitere Single daraus, da die Plattenfirma das Interesse an Smile verlor.
Mit Mike Grose am Bass gab diese Formation, aufgrund der bereits abgeschlossenen Werbung noch unter dem Namen Smile, am 27. Juni 1970 ihr Live-Debüt in Truro, das das letzte Konzert für Grose war, da sich dieser einen „richtigen“ Job suchen wollte und die Band verließ. Taylor kannte über Freunde den Bassisten Barry Mitchell, der nach einem Vorspielen festes Bandmitglied wurde und einige Auftritte der Band mitbestritt. Dazu gehörte das Konzert im Cavern Club in Liverpool gegen Ende des Jahres 1970. Allerdings war Mitchell bald mit dem „langsamen Fortschritt“ der Band unzufrieden und wollte mehr Geld verdienen, weshalb auch er die Band verließ.
Es folgte ein kurzes Gastspiel von Doug Bogie bis Februar 1971. Nach langem Suchen nach einem Bassisten komplettierte schließlich John Deacon die Band. Das Line-up der Band, das sich bis zum Tode Freddie Mercurys nicht mehr ändern sollte, war komplett. Noch im selben Jahr nahm die Gruppe in den DeLane Lea Studios das erste Demotape mit fünf Titeln auf, die später auf ihrem ersten Album Queen erschienen.
Im Juni 1973 wurde die Band von dem Trident-Produzenten Robin Cable eingeladen, bei Studio-Aufnahmen mitzuwirken, die den Technikern die Erprobung von Möglichkeiten, den Phil-Spector-Sound nachzuahmen, erlaubte. Dabei entstand (ohne John Deacon) eine Cover-Version des Beach Boys-Hits I Can Hear Music (Barry/Greenwich/Spector). Die Aufnahme war so gelungen, dass sie zusammen mit dem Dusty-Springfield-Titel Goin' Back auf der B-Seite als Single erschien. Dies geschah drei Wochen vor dem ersten Album Queen. Da sich der Stil der Aufnahmen völlig vom Queen-Stil unterschied, wurde entschieden, dass die Single unter dem Pseudonym Larry Lurex, einer humorvollen Anspielung auf Gary Glitter, laufen sollte. Damit sollte Verwirrung beim Publikum vermieden werden. Die Single avancierte später zu einem stark gefragten Sammlerstück unter Queen-Fans und wird bis heute zu hohen Preisen gehandelt.
Am 6. Juli 1973 wurde als Vorhut für das erste Album die erste Single Keep Yourself Alive (mit der B-Seite Son And Daughter) veröffentlicht. Sie schaffte es nicht in die Charts, was auch diese Single zu einem viel gesuchten Sammlerstück machte. Am 13. Juli erschien schließlich das erste Album Queen, das Queens Musik der vergangenen drei Jahre repräsentiert.
Bereits Mitte August begannen die Vorbereitungen für das zweite Album mit dem schlichten Titel „Queen II“. In der Zeit vom 13. September bis 28. Dezember 1973 tourten Queen durch England und gaben auch je ein Konzert in Bonn (13. Oktober 1973) und in Luxemburg.
Bei einer neuerlichen – insgesamt dritten – BBC-Session am 3. Dezember 1973 nahm die Band drei Titel des Albums Queen auf (Great King Rat, Modern Times Rock'N'Roll und Son And Daughter) sowie Ogre Battle, das erst auf dem Album Queen II (1974) erschien. Diese Versionen sowie die Songs aus ihrer ersten BBC-Session Anfang des Jahres wurden 1989 auf der CD Queen at the Beeb veröffentlicht.
Queen II
Vom 1. März bis 12. Mai 1974 unternahm die Band mit Queen II eine Tournee durch England und die USA. Am 8. März 1974, schon acht Monate nach dem ersten, wurde das zweite Album Queen II veröffentlicht. Es kann bereits als Konzeptalbum angesehen werden. Das Album war für 29 Wochen in den britischen Charts und erreichte bereits Platz 5. Am 5. September 1974 erhielt die Band ihre erste „Silberne Schallplatte“ für 125.000 verkaufte Exemplare von Queen II.
Mit der dritten Single, einer Vorabveröffentlichung aus dem dritten Album, Killer Queen (B-Seite Flick Of The Wrist) war Queen im Oktober 1974 auch in Amerika der Erfolg beschieden: Die Platte war dort für 19 Wochen in den Charts und erreichte Platz 12 (im Vereinigten Königreich Platz 2).
Sheer Heart Attack
Vom 30. Oktober 1974 bis 30. April 1975 war die Band auf Tournee durch Europa, die USA, Kanada und Japan. Die Konzertorte in Deutschland waren in München (2.12.), Frankfurt (4.12.), Hamburg (7.12.) und Singen (7.12.).
Noch während der Tournee, am 8. November, wurde das dritte Album Sheer Heart Attack veröffentlicht. Die Platte war in Europa ein großer Erfolg. Sie war für 42 Wochen in den britischen Charts und erreichte dort Platz 2 (US-Charts Platz 10, 32 Wochen). In Amerika bekam sie Gold.
In der Besetzungsliste zu diesem Album spiegeln sich einerseits der Humor von Queen und andererseits die Vielfalt der Stile wieder: Roger Taylor ist die Quelle der berühmten, extrem hohen „screams“ („Glanzlichter“ in Sopranlage), wie sie in seinem Song Tenement Funster! und besonders eindrucksvoll in In the Lap Of The Gods zu vernehmen sind. Freddie Mercury ist für die „vokalen Extravaganzen“ zuständig, John Deacon spielte nicht nur E–Bass und Kontrabass, sondern in dem von ihm verfassten Lied Misfire auch nahezu alle anderen Gitarren. Brian May benutzte in Bring Back that Leroy Brown ein von George Fromby erfundenes „Ukulele-Banjo“.
Queen stellte mit Sheer Heart Attack ein überraschend geschlossenes Album mit einer weiten Auswahl verschiedener Arten von Musik vor: Von Stücken im Stil der britischen Music Hall bis hin zu Heavy-Metal-Titeln, mit Melodien wie Stone Cold Crazy (welches Metallica später coverte und einen Grammy dafür erhielt) und Now I'm Here (ein Livekonzert-Favorit), Balladen (Lily of the Valley), und sogar Caribbean (Misfire“).
Der größte Hit war Killer Queen, welcher am 11. Oktober 1974 als Single fast einen Monat vor dem Album erschien. Diese Single verfehlte mit Platz 2 knapp die Spitze der britischen Charts und schaffte es bis auf Platz 11 in den US-Charts. In den Songs verschmilzt das theatralische britische Varieté mit Led Zeppelin-ähnlichem Sound und Brian Mays Virtuosität auf der Gitarre.
Queen hatte mit drei Alben und den ausgedehnten Tourneen in zwei Jahren ein enormes Pensum erledigt. In der Folgezeit verlangsamte sich das Tempo und es wurde pro Jahr maximal noch ein Album veröffentlicht.
Bereits die am 31. Oktober 1975 veröffentlichte Vorabsingle Bohemian Rhapsody (B-Seite I'm In Love With My Car) eroberte in den britischen Charts den ersten Platz und behielt ihn für 9 Wochen. Es brach damit den von Paul Anka mit Diana aufgestellten Rekord.
Im Mai 2002 wurde Bohemian Rhapsody dann zum Nummer-1-Song aller Zeiten im Guinness Buch der Rekorde ernannt. Der von Mercury geschriebene Song wäre beinahe nie als Single veröffentlicht worden, da der Song zu dieser Zeit zu lang und zu ungewöhnlich war. Er hat deutliche opernhafte Züge und war für die damalige Zeit absolut einzigartig und in seiner Länge von 5:55 Min. fast doppelt so lang wie andere Singles dieser Zeit. Trotzdem (oder gerade deshalb) wurde dieser Song der größte Hit der Band. Bei einer Wiederveröffentlichung des Songs 1992 gelangte er erneut auf Platz 1 der UK-Charts. Des Weiteren wurde er mit weiteren Preisen überhäuft und wird in regelmäßigen Abständen mindestens in Großbritannien, sogar vor Songs der Beatles, oft zum besten Song aller Zeiten gewählt. Außerdem wurde er zum zentralen Element in einer Kultszene von Wayne's World, als Wayne und seine Freunde im Auto zu diesem Song „abrocken“. Bohemian Rapsody gilt vielfach auch als Beginn der Ära der Musik-Videos. Da die Band für einen Live-Auftritt bei der BBC keine Zeit hatte, wurde ersatzweise der bis heute berühmte Kurzfilm gedreht, in dem die Band vielfach verspiegelt einen großen Chor für die Rapsody darstellt.
Das am 21. November 1975 veröffentlichte Album A Night at the Opera verblieb 50 Wochen in den britischen Charts und erreichte dort ebenfalls Platz 1. Es gilt bei vielen als die größte Leistung der Band. Einige nennen es „Queens Led Zeppelin IV“. Der Song erreichte Platz 9 in den Vereinigten Staaten. Als das Album 1992 erneut veröffentlicht wurde, kam es wieder auf Platz 1 in Großbritannien und auf Platz 2 in Amerika. Es enthielt auch You're My Best Friend (welches es auf Platz 14 in den U.S.-Charts schaffte), ein Song, der keinem Titel glich, den Queen bis dahin in dieser Beziehung produzierte. Es war zugleich die erste Single aus der Feder von John Deacon. I'm In Love With My Car war eine Hardrock-Melodie, geschrieben und gesungen vom Schlagzeuger Roger Taylor für den rennbegeisterten Queen-Roadie John Harris. Der Song wurde in Werbespots für die Automarke Jaguar verwendet.)
Einen musikalischen Spaß stellt Seaside Rendezvous dar, in dem Mercury und Taylor ein Blasorchester der Zwanziger Jahre imitieren. Die Begleitung auf dem Wurlitzer E-Piano zu You're My Best Friend wird von Deacon gespielt. May („No Synthesizers!“) begleitet Love Of My Life auf einer Harfe und The Prophet's Song mit einer Spielzeug-Koto. In Good Company stellt er mit seiner „Red Special“ eine komplette Jazzband dar, hier kommt auch die Ukulele wieder zum Einsatz.
Das Album war ein großer Erfolg in Großbritannien und bekam drei Mal Platin in den Vereinigten Staaten. Jetzt war Queen offiziell in der populären Musikszene angekommen. Vom 14. November 1975 bis 22. April 1976 war die Band mit A Night at the Opera auf Tournee durch England, die USA, Japan und Australien. Mit dem 1975er Album A night at the Opera trennte sich die Band vom bisherigen Manager Norman Sheffield, dem der Opener „Death on two legs“ gewidmet war, und erreichte mit diesem Album schließlich auch den kommerziellen Durchbruch.
Die Singleauskopplungen waren Somebody to Love, welches 1992 von George Michael beim Freddie Mercury Tribute Concert neu interpretiert wurde und erneut als Single erschien, und Tie Your Mother Down. Somebody to Love ist eine Soulballade, in welcher Freddie Mercury, Brian May und Roger Taylor ihre Stimmen zu einem 100-stimmigen Gospel-Chor vervielfachten. Treu ihrem „guitar-driven“ Stil wurde es von Brian Mays virtuoser Harmonie geprägt und kam auf Platz 11 in den US-Charts und auf Platz 2 in Großbritannien. Tie Your Mother Down ist ein typischer Queen-Hardrock-Titel, der ein sehr gut wieder zu erkennendes Motiv liefert und ein Zeichen für Queens Sinn für Humor ist. Dies zeigt sich auch in der Besetzungsliste: Freddie Mercury als „Choir Meister“ * und mit „Tantrums“ („Koller“, „Wutanfälle“), Brian May („No Synths!“) als Orchesterleiter und Roger Taylor mit „pandemonium“ (Tumult).
John Deacon spielte akustische Gitarre in You and I und bei Good Old Fashioned Lover Boy ergänzte Toningenieur Mike Stone den Gesang. A Day At the Races erreichte zwar ebenfalls Platz 1 der britischen Charts, konnte aber seinen Vorgänger bezüglich Verkaufszahlen nicht in den Schatten stellen. Abgesehen von vier Konzerten in England vom 1. bis 18. September 1976 fand in diesem Jahr keine ausgedehnte Tour statt.
Auf einer Vorabsingle für das nächste Album erschienen die heute wohl berühmtesten Hymnen von Queen: We Are The Champions und We Will Rock You auf der B-Seite. Die Single erreichte in Großbritannien Platz 2 und in den USA Platz 4 der Charts.
Am 28. Oktober 1977 wurde das sechste Album News of the World veröffentlicht, das im Laufe der Zeit immer mehr Anerkennung fand. Es erreichte nur noch Platz 4 der britischen Charts und Platz 3 in den USA. Das Plattencover war von Frank Kelly Freas gestaltet worden.
In Who Needs You spielte Deacon erneut die akustische Gitarre, May war mit den Maracas zu hören und Mercury bediente die Kuhglocken. Roger Taylor spielte in seinen beiden Songs Gitarre (Sheer Heart Attack) und Bassgitarre (Fight From The Inside).
Die dritte Tournee des Jahres, jetzt mit News Of The World, ging vom 11. November bis 22.Dezember durch die USA.
Die Aufnahmen zum nächsten Album fanden von Juli bis Oktober in Montreux und Nizza statt. Als Vorabsingle erschien am 13. Oktober Fat Bottomed Girls mit Bicycle Race auf der B-Seite. Sie erreichte nur Platz 11 in den britischen Charts. Der Song Bicycle Race war durch die Tour de France inspiriert.
Während der Jazz-Tour durch die USA und Kanada erschien am 10. November 1978 das Album Jazz. Es erreichte in den britischen Charts Platz 2. Brian May erzählte in einem Interview, wie die Platte zu ihrem Titel kam: Er sah eines Tages in München das Wort auf eine Mauer gesprüht. Es gefiel ihm so gut, dass er es den anderen Bandmitgliedern zeigte, woraufhin der Titel des neuen Albums feststand.
Das Album war John Harris gewidmet. Er war schon zu Beginn der 1970er Jahre ein Queen-Roadie gewesen. Für diesen Fan von Autorennen hat Taylor auch das Lied I'm In Love With My Car (auf A Night At The Opera) geschrieben. Die Platte fand einen reißenden Absatz, nicht zuletzt wegen des beigefügten Posters mit unbekleideten Mädchen auf Rennrädern, die anlässlich der Videoaufnahmen zu Bicyle Race im Wimbledon Stadium aufgenommen wurden. Zum Videodreh des Songs wurden über 100 Rennräder gemietet, deren Sättel später auf Kosten der Band ersetzt werden mussten. Wichtige Titel des Albums sind Don't Stop Me Now und Mustapha, ein Song von Freddie mit pseudo-arabischem Text und orientalischen Anklängen, kombiniert mit einer Heavy-Rock-Gitarre, welcher auf der folgenden Tournee frenetisch von den Fans gefordert wurde und gelegentlich als Intro für den Song Bohemian Rhapsody gespielt wurde.
Die Reaktion der Fans entsprach nicht den Erwartungen und die Verkaufszahlen sanken zum ersten Mal. Alle Bandmitglieder, besonders Freddie Mercury, waren frustriert und enttäuscht. Sie beschlossen, sich für die Produktion der folgenden Alben mehr Zeit zu lassen. Hatten sie innerhalb der ersten beiden Jahre drei Alben und danach jährlich eines produziert, ließen sie sich für die nächsten mindestens zwanzig Monate Zeit.
Das Ergebnis der Tour ist das am 22. Juni 1979 erschiene Doppelalbum Live Killers. Das Album war während 27 Wochen in den britischen Charts und erreichte Platz 3. Die Aufnahmen stammen von verschiedenen Konzerten in Europa (Januar bis März). Die Endabmischung erfolgte in den Mountain Studios in Montreux. Mit dieser Platte wurde zum einen die lange Wartezeit auf das nächste Album verkürzt, andererseits konnte den zahlreichen illegalen Konzertmitschnitten begegnet werden, die großen Absatz fanden.
Die Aufnahmequalität des Live-Albums konnte aber nicht alle zufrieden stellen. Roger Taylor übte deswegen öffentlich Kritik. Deshalb war der erst nach dem Album am 29. Juni 1979 erschienenen Single-Auskopplung mit den Live-Versionen von Love Of My Life und Now I'm Here kein Erfolg beschieden. Sie war nur zwei Wochen in den Charts und erreichte, abgesehen von der ersten Single Keep Yourself Alive von 1973 (die gar nicht in die Charts kam), mit Position 63 die schlechteste Platzierung aller Queen-Singles. Trotzdem erhielt das Album in den USA zweimal Platin.
Bereits im Juni und im Juli 1979 begannen mit dem Münchner Reinhold Mack als Toningenieur und Co-Produzent die Aufnahmen für das nächste Album in den Musicland Studios in München. Mack lernte die Band bereits im April in Los Angeles kennen. Er sollte der Musik von Queen eine neue Richtung geben. Mack, von dem nur wenige den vollständigen Namen kennen, gilt als Wunderkind der Branche. Er hatte bereits mit dem Electric Light Orchestra, den Rolling Stones und Deep Purple zusammengearbeitet. Zwischen den Bandmitgliedern und dem Toningenieur entwickelte sich eine vertrauensvolle, künstlerische Zusammenarbeit und Freundschaft.
Am 5. Oktober 1979 wurde eine der erfolgreichsten Queen-Singles veröffentlicht: Crazy Little Thing Called Love (auf der B-Seite die Live-Version von We Will Rock You) erreichte Platz 2 in den britischen Charts; erstmals gelang Queen mit dieser Single der Sprung an die Spitze der US-amerikanischen Charts. In diesem Song im Elvis Presley-Stil ist Mercury zum ersten und einzigen Mal mit einer Rhythmusgitarre zu hören. Der Song erschien später auf dem Album The Game.
Ende des Jahres ging Queen noch einmal auf eine kurze Tournee. Die „Crazy Tour” begann am 22. November in Dublin, ging weiter durch England und endete am 26. Dezember 1979 mit einem Wohltätigkeitskonzert für die Not leidende Bevölkerung in Kambodscha.
Zwischen Februar und Mai wurde die Arbeit am neuen Album in München fortgesetzt und am 30. Juni 1980, 20 Monate nach Jazz, erfolgte die, von den Fans schon lange erwartete, Veröffentlichung des Albums The Game. Das Erscheinen dieses Albums war in vielerlei Hinsicht bemerkenswert: Abgesehen davon, dass diesmal drei Single-Auskopplungen schon lange vorher erschienen waren (bis dahin immer nur eine ungefähr einen Monat vor dem Album), wurde die Platte zeitgleich in den USA veröffentlicht.
Sowohl in Großbritannien als auch in den USA erreichte das Album Platz 1 der Charts und erhielt viermal Platin. In den Vereinigten Staaten blieben die Chart-Platzierungen in der Regel hinter Großbritannien zurück. Diesmal allerdings blieb die Platte in den USA sogar länger in den Hitlisten (43 Wochen) als im Vereinten Königreich (18 Wochen). Dies lässt sich eventuell mit der am 30. Juni begonnenen Tournee The Game durch die USA und Kanada erklären. Diese zeitliche Verknüpfung von Erscheinen des Albums und Amerika-Tournee führte dazu, dass The Game vor allem in den USA eines der erfolgreichsten Alben von Queen wurde.
Queen hatte sich aber nicht nur im Sound, sondern auch im Aussehen radikal verändert: Die langen Haare wurden, bis auf Brian May, der auf seine langen Locken bis heute nicht verzichtet, kurz geschnitten und die schrillen Kostüme, die von Mercury „Entenfräcke“ genannt wurden, durch Lederkleidung ersetzt. Zum ersten Mal war auf einem Album auch ein Synthesizer, (ein Oberheim, OBX) zu hören.
Am 22. August 1980, noch während der Nordamerika-Tournee, erfolgte in Großbritannien die Veröffentlichung der Single-Auskopplung Another One Bites The Dust (auf der B-Seite Dragon Attack). Sie war für 9 Wochen in den britischen Charts und erreichte Platz 7. In den USA wurde Another One Bites The Dust (mit Don't Try Suicide auf der B-Seite) zu einem der größten Queen-Hits. Die Single blieb dort vier Wochen auf Platz 1 der Charts. In dem Song wird der für Queen typische sensible Rock mit Funk-Elementen kombiniert, sodass ein „klassischer“ Disco-Rock entsteht. Die Grundidee zu Another One Bites The Dust stammte von John Deacon, den charakteristischen Sound steuerte Mack bei.
Noch vor der nächsten Tournee bat der Filmproduzent Dino De Laurentiis die Band, den Soundtrack für seinen neuen Film Flash Gordon zu schreiben. Am 8. Dezember 1980 erschien das Album Flash Gordon – Original Soundtrack Music. Es verkaufte sich vergleichsweise schlecht, erreichte nur Platz 10 der britischen Charts und stellte Queen in einem neuen Licht dar. Zwar hatte jedes Bandmitglied das eine oder andere Thema beigesteuert (Flash's Theme von May, In The Space Capsule (The Love Theme) von Taylor, Execution Of Flash von Deacon, Ming's Theme von Mercury), letztlich wurde das Album aus Zeitmangel aber von Brian May und Mack für Queen produziert.
Ende des Jahres fand vom 23. November bis 18. Dezember 1980 die Europa-Tournee mit The Game statt. Die Deutschland-Konzerte waren in Köln (26.11.), Essen (29.11.), Berlin (30.11.), Bremen (1.12.), Frankfurt (14.12.) und München (18.12.).
Am 4. April erschien Roger Taylors Solo-Album Fun In Space. Damit begann er die Reihe der Soloprojekte der Bandmitglieder. Vom 25. September bis 18. Oktober 1981 fand die Tournee Gluttons for Punishment („Unersättliche zur Bestrafung“) mit sechs Auftritten statt. Sie führte nach Caracas (Venezuela), Monterrey und Puebla (Mexiko).
Ein herausragendes Ereignis des Jahres war am 26. Oktober 1981 die Veröffentlichung der Single Under Pressure. Auf der B-Seite war Soul Brother, der sonst auf keinem Queen-Album erschien. Die Idee einer Zusammenarbeit zwischen Queen und David Bowie entstand bei einem zufälligen Treffen in den Studios in Montreux. Under Pressure erschien später auf dem Album Hot Space und erreichte in den britischen Charts Platz 1. Neben „Under Pressure“ wurde mit „Cool Cat“ noch ein weiterer Song aus Hot Space gemeinsam mit David Bowie aufgenommen, jedoch nie offiziell veröffentlicht; diese Version kursiert lediglich als Bootleg.
Am 2. November erschien das erste Greatest Hits-Album mit den wichtigsten, bis dato erschienenen Queen-Hits. Greatest Hits blieb über zehn Jahre lang in den britischen Charts. Sie erreichte dort Platz 1, in den USA allerdings nur Platz 14. Das Album steht in der Rangliste der am häufigsten verkauften Alben aller Zeiten auf Platz 4. Am 24. und 25. November gab die Band in Montreal zwei Konzerte, diese dienten zur Aufnahme des Konzertfilms „We Will Rock You“.
Bereits am 9. April begann die Hot Space-Tournee durch Europa. Die Band absolvierte 29 Auftritte, zehn davon in Deutschland. Das letzte Konzert vom 5. Juni in der Milton Keynes Bowl wurde erst 2004 auf CD und DVD veröffentlicht (Queen on Fire – Live At The Bowl). Auf der Tournee spielte Morgan Fisher Keyboard und Klavier.
Noch während der Tournee erschien am 21. Mai 1982, fast zwei Jahre nach The Game, das neue Album Hot Space. Es wurde in den Mountain Studios in Montreux und in den Musicland Studios in München von Queen und Mack produziert. Es erreichte Platz 4 der britischen Charts. Von Arif Mardin stammt das Bläser-Arrangement zu Staying Power. Der Song Life Is Real ist John Lennon († 8. Dezember 1980) gewidmet. Auf der Platte ist auch der Hit von 1981, Under Pressure, zu finden.
Die Reaktion des Publikums auf Another One Bites the Dust war so überwältigend gewesen, dass sich die Band entschlossen hatte, mit Hot Space ein ganzes Album im Disco/Funk-Stil zu produzieren. Es wurde von Teilen der Fans als ihr bis dahin schlechtestes Album angesehen, insbesondere waren manche Hardrock-Fans enttäuscht. Dies zeigte sich auch in den schlechten Platzierungen der drei Single-Auskopplungen in den britischen Charts. Die Vorabsingle Body Language (mit Life Is Real, 19. April 1982) kam auf Platz 25, der Popsong Las Palabras De Amor (mit Cool Cat, 1. Juni 1982) auf Platz 17 und Back Chat (Staying Power, 9. August 1982) auf Platz 40. Allerdings erreichte Body Language in den USA immerhin Platz 11.
Vom 21. Juli bis 3. November 1982 dauerte die ausgedehnte Hot-Space-Welttournee durch die USA, Kanada und Japan.
Die Zeit nutzten die Bandmitglieder für Soloprojekte:
Am 6. Mai 1983 hatte in den USA der Kinofilm We Will Rock You, ein Mitschnitt der zwei Konzerte im Montreal-Forum am 24. und 25. Oktober 1981, Premiere. Im August 1983 begannen die Aufnahmen für das neue Album The Works.
Am 27. Februar 1984, wieder fast zwei Jahre nach dem letzten Queen-Album Hot Space, wurde das Album The Works veröffentlicht, erreichte ebenfalls Platz 2 in den Charts. Auch die folgenden Singleauskopplungen aus The Works landeten unter den Top Ten. Der Titel leitet sich von der Redewendung „Let's giv'em the works“ (sinngemäß: „die sollen ihr blaues Wunder erleben“) ab.
Der Sound des Albums ist durch Synthesizer mitgeprägt: Fred Mandel spielte das Klavierfinale in Man On the Prowl und war für Synthesizer-Arrangement und -programmierung in Radio Ga Ga, Synthesizer in I Want to Break Free und „candy-floss” („Zuckerwatte“) in Hammer to Fall verantwortlich, Mack für die Synthesizer-Programmierung in Machines. Mit dem Album schlug Queen eine Brücke zwischen Hardrock (Hammer to Fall – ein Kommentar zum Kalten Krieg) und Pop (I Want to Break Free – eine Hymne des unterdrückten linken Flügels von Brasilien; sie wurde später auch Kennzeichen des „C2“-Werbespots für Coca Cola).
Die erste Tournee mit The Works durch Europa (sechs Konzerte in Deutschland) und Südafrika (sieben Konzerte in Sun City) dauerte vom 24. August bis 20. Oktober. Um den komplexen Sound des Albums auf die Bühne zu übertragen, wurde Spike Edney für Keyboard, Klavier, Gitarre und Gesang engagiert, der von nun an bei allen weiteren Queen-Konzerten dabei sein sollte und auch bei zahlreichen Solo-Projekten mitwirkte. Die Band sah sich wegen ihrer Auftritte in Sun City, als in Südafrika noch die Apartheid vorherrschend war, aufgrund des Boykottbruchs mit teils heftiger Kritik konfrontiert.
Am 26. November erschien die weniger erfolgreiche Single Thank God It's Christmas (QUEEN5, mit den B-Seiten Man On The Prowl und Keep Passing the Open Windows), die es nur auf Platz 21 in den britischen Charts schaffte.
Am 12. und 19. Januar spielten Queen zwei Konzerten bei der ersten Ausgabe von “Rock in Rio” vor über 250.000 Zuschauern. Bei I Want to Break Free trat Freddie Mercury mit künstlichen Brüsten auf, in Anlehnung an den Videoclip. In der britischen Presse war deshalb vereinzelt Kritik zu hören: Das sei nicht politisch korrekt gewesen, da ja der Song in Brasilien ein Freiheitslied sei. Die Tournee ging am 21. Januar weiter durch Australien, Neuseeland und Japan, wo sie am 10. Mai endete.
Am 13. Juli 1985 um 18 Uhr 41 traten Queen bei Bob Geldofs Benefizkonzert Live Aid im Londoner Wembley-Stadion auf. Sie spielten ihre größten Live-Hits: Den ersten Teil von Bohemian Rhapsody, Radio Ga Ga (72.000 klatschten unisono den Rhythmus), Hammer to Fall, Crazy Little Thing Called Love, We Will Rock You (nur die erste Strophe und das Gitarren-Finale) und zum Abschluss We Are the Champions. Ein schöner Moment war, als Mercury (wie bei den meisten Live-Auftritten) mit dem Publikum zusammen improvisierte. Mit ihrem begeisternden 20-minütigen Auftritt stahlen Queen in den Augen der Fans und des Veranstalters Bob Geldof allen anderen die Show. Später sang Mercury mit May Is This The World We Created?. Mercury beteiligte sich auch am All-Star-Finale bei Do They Know It's Christmas? von Midge Ure und Bob Geldof. Als Reaktion auf dieses Konzert nahmen die Verkaufszahlen der Queen-Platten zu.
Inspiriert vom Live Aid-Erlebnis schrieben alle vier Bandmitglieder in Gemeinschaftsarbeit den Titel One Vision, der am 4. November 1985 als Single (QUEEN6, mit Blurred Vision auf der B-Seite) veröffentlicht wurde. Der Song war auch Teil des Film-Soundtracks von Iron Eagle, der am 17. Januar 1986 Premiere hatte. Die Single erreichte Platz 7 in den britischen Charts. Der schnelle, auf Gitarre basierende Song war für diese Schaffensperiode von Queen ungewöhnlich. Er wurde in das nächste Album A Kind Of Magic aufgenommen.
Am 2. Dezember 1985 wurde die LP-Sammlung The Complete Works veröffentlicht. Die Box enthielt 14 digital aufbereitete Platten mit allen bis dahin veröffentlichten Alben (ohne Greatest Hits) sowie die zusätzliche LP Complete Vision mit allen bis dahin nur auf Singles veröffentlichten Titeln (See What A Fool I've Been, A Human Body, Soul Brother, I Go Crazy, Thank God It's Christmas, One Vision, Blurred Vision). Die ersten 600 Exemplare enthielten die Autogramme der Bandmitglieder.
Soloprojekte:
Am 17. März 1986 wurde die Single-Auskopplung A Kind of Magic (QUEEN7) veröffentlicht, die aus dem Film Highlander – Es kann nur einen geben von Russel Mulcahy (Premiere am 7. März 1986) stammte. B-Seite war A Dozen Red Roses for My Darling, ein Instrumentalstück von Roger Taylor. Die Single erreichte Platz 3 in den britischen Charts.
Kurz vor der Europatournee Magic Tour, 27 Monate nach The Works, erschien am 2. Juni 1986 das neue Album A Kind of Magic. Es hielt sich während 63 Wochen in den britischen Charts und erreichte dort sofort Platz 1. Queen hatten für Highlander sechs Titel geschrieben, die in veränderter Form in das Album aufgenommen wurden. Als Filmmusik wiesen diese Stücke teils eine üppige Orchestrierung auf. Deshalb waren an diesem Album noch zahlreiche weitere Künstler beteiligt: Spike Edney wurde wieder für den Keyboard-Part eingesetzt. Das Streicher-Arrangement in One Year Of Love hatte Lynton Naiff geschrieben, in diesem Song spielte Steve Gregory Saxophon. Das Arrangement für das „National Philharmonic Orchestra“ in Who Wants to Live Forever stammte von Michael Kamen und Brian May. In Don't Lose Your Head singt auch Joan Armatrading. Das Album wurde in London, Montreux und München produziert. Mulcahy war von Queens Filmmusik so begeistert, dass er auch die beiden Videos A Kind of Magic und Princes of the Universe produzierte, in welchem Hauptdarsteller Christopher Lambert mitwirkte.
BühneVorderansicht.png | BühneAufsicht2.png | Bühne3Dt.png Die nachfolgenden Single-Auskopplungen waren weniger erfolgreich: Friends Will Be Friends (QUEEN8 vom 19. Juni 1986 mit Seven Seas Of Rhye) erreichte Platz 14 und der Single-Remix von Who Wants To Live Forever (QUEEN9 vom 15. September 1986 mit Killer Queen) Platz 24.
Die ausverkaufte Magic Tour dauerte vom 7. Juni bis 9. August 1986. Queen absolvierten bei dieser Europa-Tournee 26 Auftritte innerhalb von 63 Tagen, davon fünf in Deutschland und jeweils zwei in Österreich und der Schweiz. Auf dieser Tournee agierte Spike 'The Duke' Edney mit Keyboard, Klavier, Gitarre und zusätzlichen Gesang nicht nur unsichtbar im Hintergrund. Am 27. Juli fand im Budapester Népstadion das erste Konzert einer großen westlichen Band im damaligen Ostblock statt. Freddie Mercury sang an diesem Abend auch Tavaszi Szél Vizet Áraszt („Die Frühlingswinde treiben das Wassers ans Ufer“ – ein ungarisches Volkslied); den Text hatte er sich auf die Handfläche geschrieben.
Ein prophetischer Moment ereignete sich im Londoner Wembley-Stadion, als Freddie Mercury dem Publikum sagte: „There's been a lot of rumors lately about a certain band called Queen ... the rumors are that we're gonna split up. What do you think?” („Es gab kürzlich viele Gerüchte über eine gewisse Band namens Queen * diese Gerüchte waren, dass wir uns trennen. Was denkt ihr?“) Zuschauer: „No!“ Mercury: „Forget those rumors, we're gonna stay together 'till we die, I'm sure!“ („Vergesst diese Gerüchte, wir bleiben zusammen, bis wir sterben, ich bin mir sicher!“) Nach diesen Worten, die an eine Textstelle in Save Me erinnern, spielte die Band den Titel Who Wants to Live Forever.
Da das Wembley-Stadion nicht mehr für einen dritten Auftritt zur Verfügung stand, wich man für das letzte, innerhalb von zwei Stunden ausverkaufte Konzert der Tournee auf ein Freigelände in Knebworth aus. Mehr als 120.000 Fans (nach inoffiziellen Zählungen 200.000, ein Besucher-Rekord in England) wollten am 9. August das Abschlusskonzert der Tournee sehen, ohne zu wissen, dass sie zum letzten Mal die komplette Band erleben würden.
Am 11. Dezember 1986 wurde das Album Live Magic veröffentlicht. Es erreichte Platz 3 der britischen Charts. Die Aufnahmen stammten aus den Konzerten vom 11. (Is This the World We Created?) und 12. Juli (Hammer to Fall) im Wembley-Stadion, vom 27. Juli im Népstadion in Budapest (A Kind of Magic, Under Pressure) und vom 9. August in Knebworth Park (alle übrigen Titel). Das Konzert vom 12. Juli wurde 1992 komplett auf Doppel-CD und später als DVD (Live at Wembley '86) veröffentlicht.
The Miracle erreichte Platz 1 der Charts u.a in Großbritannien, Deutschland, Österreich und der Schweiz. Ein Zeichen der Verbundenheit der Bandmitglieder miteinander war, dass bei allen Titeln Queen als Autorenangabe stand. Diesmal war Mack nicht mehr an der Produktion beteiligt. Das Album entstand in London und in den Band-eigenen Studios in Montreux. Musikalisch ist das Album eine Fortführung von A Kind of Magic, was in dem glatten Pop-Rock-Sound der Hits The Invisible Man, The Miracle und Breakthru zu erkennen ist. Weniger erfolgreich als das Album waren die fünf Single-Auskopplungen, die nacheinander im Zeitraum Juni bis November erschienen. Insbesondere aufgrund der Erkrankung von Freddie Mercury fanden erstmals bei der Veröffentlichung eines neuen Queen-Albums keinerlei Live-Auftritte beziehungsweise Tourneen statt.
Am 4. Dezember erschien das Album Queen at the Beeb mit den BBC-Aufnahmen von 1973, es war nur eine Woche in den britischen Charts und erreichte mit Platz 67 die schlechteste Platzierung eines Queen-Albums.
Im Februar wurde Queen mit dem British Music Award für ihre herausragenden Leistungen geehrt. Mercurys kränkliches Aussehen bei diesem Ereignis gab zu weiteren Spekulationen über seinen Gesundheitszustand Anlass.
Am 14. Januar erschien mit Innuendo ((QUEEN16 mit der B-Seite Bijou) der Titelsong aus dem folgenden Album als Vorabsingle. Sie erreicht Platz 1 in den britischen Charts. Kurz darauf, am 4. Februar 1991, wurde 20 Monate nach The Miracle das Album Innuendo veröffentlicht, das wie die vorangegangene Single auf Rang 1 der britischen Charts kam.
Der Titel („Anspielung, Andeutung“) ist Programm für die Songs des Albums, was aber erst nach Mercurys Tod klar wurde: I'm Going Slightly Mad (Mercury), These Are The Days Of Our Lives (Taylor) und vor allem The Show Must Go On (May). Dass Freddie Mercury trotz allem seinen Humor nicht verloren hatte, ist sowohl in seinem Song Delilah (eine Liebeserklärung an eine seiner Katzen) und in dem Video zu I'm Going Slightly Mad zu erkennen. Steve Howe spielte die „Spanische Gitarre“ in Innuendo (der Titel weckt Erinnerungen an Kashmir von Led Zeppelin), Mike Moran Keyboard in All God's People, das er zusammen mit Freddie Mercury geschrieben hatte. Wie zu jener Zeit üblich sang Mercury bei allen Titeln die Lead-Vocals.
Produziert wurde das Album in London und Montreux von Queen und Dave Richards, der in einem Interview mit Reinhold Hönle für den „Rolling Stone (Germany)“ im Dezember 1995 die Umstände bei der Entstehung von Innuendo beschrieb. Die Single-Auskopplungen waren weniger erfolgreich als das Album.
Im Februar erfolgten die dreitägigen Dreharbeiten zu I'm Going Slightly Mad. Mercury konnte seinen schlechten Gesundheitszustand kaum vor den Technikern verbergen. Immer wieder musste er sich unter dem Vorwand, dass ihm sein Knie zu schaffen mache, in seiner Garderobe hinlegen.
Am 20. Oktober 1991 erschien das Album Greatest Hits II, das ähnlich erfolgreich wie sein Vorgänger Greatest Hits wurde. Es war mehr als 69 Wochen in den britischen Charts und erreichte wieder Platz 1.
In diesem Jahr verdichteten sich die Gerüchte, dass Freddie Mercury schwer erkrankt sei und an Aids leide, worüber Boulevard-Blätter der ganzen Welt berichteten. Am 23. November unterrichtete er in einer vorbereiteten Aussage die Öffentlichkeit, dass er Aids habe. Wenige Stunden danach verstarb Freddie Mercury am 24. November 1991 im Alter von 45 Jahren in seinem Heim am Logan Place No. 1 in Kensington im engsten Kreis an einer Lungenentzündung.
Am 2. Dezember 1991 erschien gleichsam als Vermächtnis von Mercury die Single Bohemian Rhapsody mit der Doppel-A-Seiten These Are the Days of Our Lives (QUEEN20). Die erneut wochenlang auf Platz 1 der britischen Charts. Der Erlös wurde für die Aids-Forschung gespendet.
Das herausragende Ereignis des Jahres war am 20. April 1992 das von den verbliebenen Queen-Mitgliedern organisierte Freddie Mercury Tribute Concert, das im Londoner Wembley-Stadion stattfand. Brian May, Roger Taylor und John Deacon traten gemeinsam mit Gastsängern auf, u.a. mit George Michael, David Bowie, Roger Daltrey, Elton John und Liza Minnelli.
Am 26. Mai erschien das Doppelalbum Live at Wembley '86, der digital aufbereitete Mitschnitt eines Konzerts im Wembley-Stadion. Es erreichte Platz 2 in den britischen Charts. In den USA wurde Greatest Hits am 15. September 1992 noch einmal veröffentlicht, allerdings mit veränderter Reihenfolge und zwei ausgetauschten Titeln: Bohemian Rhapsody und Flash wurden durch Body Language und I Want To Break Free ersetzt. Das Album schaffte Platz 11 der US-Charts.
Am 19. November 1992 traten Brian May und Roger Taylor zusammen mit Campino von den Toten Hosen, Nina Hagen und Klaus Meine von den Scorpions in Wien bei einer privaten Party von Rudi Dolezal und Hannes Rossacher auf, den Produzenten zahlreicher Videoclips und Dokumentationen von Queen.
Die weiteren Stücke des Albums waren in einer Art Rohfassung in den letzten Monaten vor Mercurys Tod aufgenommen worden. Er wollte, da seine Stimme noch immer funktionierte, dass die anderen Bandmitglieder so viele Songs wie möglich für ihn schrieben, die dann nach seinem Tod erscheinen sollten. Er hatte zu dieser Zeit ein Appartement in Montreux. Wenn es seine Kräfte erlaubten, kam die Band im Studio zusammen, um Aufnahmen mit ihm zu machen. Diese Takes mit der Stimme Freddie Mercurys dienten dann als Grundlage für You Don't Fool Me und A Winter's Tale. Mother Love ist das letzte Tondokument von Freddie Mercury. Er hat das Lied zusammen mit Brian May geschrieben und konnte die letzte Strophe nicht mehr aufnehmen. Sie wurde schließlich von May gesungen. Auf den beiden letzten, am Cover nicht aufgelisteten Tracks ist Mercurys abschließendes „Yeah“, die Reprise von It's A Beautiful Day und ein Instrumentalstück von über 20 Minuten Dauer, die Fortführung des instrumentalen Intros dieses Songs, zu hören. Spielt man diesen so genannten Track 13 und danach Track 1 unmittelbar hintereinander ab, gehen die beiden Stücke nahtlos ineinander über.
Im April 1997 erschien das bisher einzige Computerspiel von Queen, mit dem Titel „The eYe – We must all see to believe“. Es besteht aus fünf CD-ROMs, die jeweils einzelne Spielzonen beinhalten. Dabei ist der Spieler in der Rolle des Dubroc, der mittels Queen-Musik die Welt retten muss. Das Spiel wirkt, als sei es von Tomb Raider inspiriert worden. Während des Spiels begegnet man immer wieder Rätseln und kuriosen Figuren, die an Queen erinnern, z.B. Mr. Fahrenheit oder auch Brian Mays „Schädelgitarre“ aus dem Video zu It's a Hard Life von 1984. Jede CD-ROM ist überdies in normalen CD-Playern abspielbar und enthält, neben dem Datentrack, extra für das Spiel neu editierte Remixe vieler Queen-Titel.
Am 3. November 1997 erschien das Compilation-Album Queen Rocks mit hauptsächlich härteren, rock-orientierten Songs: Enthalten sind Single-Hits, Album-Tracks sowie drei bisher unveröffentlichte Versionen älterer Stücke, wie z.B. eine teilweise neu eingespielte Fassung von I Can't Live with You. Vor allem aber ist auf dem Album das neue Stück No-One But You (Only the Good Die Young) zu finden: Es handelt sich dabei um den bis heute einzigen (neuen) Song, den May, Taylor und Deacon nach Freddie Mercurys Tod zu dritt (1997) aufgenommen haben. Den Gesang teilen sich Brian May, der das Stück geschrieben hat, und Roger Taylor.
Am 3. Juni 2002 traten Brian May und Roger Taylor anlässlich der Feierlichkeiten zum 50. Thronjubiläum von Queen Elisabeth II. auf. „The Royal Pop Party – Party At The Palace“ wurde von BBC live aus dem Park des Buckingham Palace übertragen. Vor der königlichen Familie spielten zahlreiche Größen der britischen Rock- und Popmusik. Zu Beginn intonierte May seine durch ein Intro erweiterte Version von God Save the Queen, malerisch auf dem Dach des Palastes stehend mit Roger Taylor an den Pauken. Er trug dabei einen weißen Frack mit schwarzen Schriftzügen, einer davon „Purple Haze“, ein Song seines Idols Jimi Hendrix. Als Phil Collins seinen Titel You Can't Hurry Love sang, übernahm Taylor den Schlagzeugpart von Collins. Für Radio Ga Ga wechselten sie dann wieder die Plätze. Dann betrat das Ensemble des Queen-Musicals die Bühne und sang mit Brian May We Will Rock You, Taylor und Phil Collins am Schlagzeug, ebenso bei We Are The Champions, diesmal gesungen von Will Young. Zum Abschluss des Queen-Medleys erklang Bohemian Rhapsody, gesungen von den Hauptdarstellern des Musicals Tony Vincent („Galileo“), Hannah Jane Fox („Scaramouch“) und Sharon D Clarke („Killer Queen“). Der Mittelteil kam diesmal nicht vom Band, sondern wurde vom Chor des Musicalensembles aufgeführt. Brian May spielte auch beim Auftritt anderer Künstler Gitarre: Move It von und mit Cliff Richard (unterstützt von S Club 7) und With A Little Help From My Friends mit Joe Cocker. Am All-Star-Finale mit den beiden Beatles-Songs All You Need Is Love und Hey Jude nahmen May und Taylor wieder teil.
Verschiedene Cover-Bands, unter anderem Mayqueen oder Austrofred, haben sich auf Queen-Songs spezialisiert.
Vom 3. November 2002 bis 29. April 2003 tourte das Musical “We Are The Champions” mit der Dresdner Queen-Cover-Band MerQury durch Deutschland. Es basierte auf einer Idee der Produzenten Werner und Oliver Forster. 25 Hits wurden durch eine lockere Rahmenhandlung miteinander verknüpft, bei der Peter Freestone, ein enger Vertrauter von Freddie Mercury, als Gast auftrat. Er wurde in der fiktiven Talkshow „Radio Ga Ga“ von zwei Moderatoren über seine Zeit mit Mercury und dessen Werdegang befragt. Auch das Publikum konnte während der Aufführung Fragen an ihn stellen.
Details zu allen Veröffentlichungen im Artikel Queen/Diskografie
Von Queen erschienen im Zeitraum 1973 bis 2005 insgesamt 25 Alben.
Alben:
Zwar galt Freddie Mercury bei der Presse aufgrund der dominierenden Rolle, die er bei den Live-Auftritten spielte, als Kopf der Band. Im Studio, bei der Entwicklung der Songs, waren aber alle Bandmitglieder gleichberechtigt und jeder steuerte mehrere Hits bei.
Von den insgesamt 184 Queen-Titeln schrieben Freddie Mercury 52, Brian May 49, Roger Taylor 22 und John Deacon 14. Aus der Zusammenarbeit von jeweils zwei Bandmitgliedern entstanden 8 Titel; bei 35 Stücken lautet die offizielle Autorenangabe „Queen“.
An weiteren vier Songs haben externe Autoren mitgearbeitet:
1989 einigte sich die Band darauf, statt einzelner Mitglieder immer „Queen“ als Autoren anzugeben. Dieses Vorhaben setzte die Gruppe erstmals bei ihrem Album The Miracle um. Unter anderem für die folgenden Titel lässt sich der Anteil der einzelnen Bandmitglieder nicht bestimmen: Stone Cold Crazy (aus dem Album Sheer Heart Attack von 1974), Soul Brother (1981 auf der Single Under Pressure veröffentlicht), Under Pressure (Ko-Autor David Bowie), One Vision (auf A Kind of Magic), Stealin' (auf der Single Breakthru).
Bei Live-Auftritten interpretierte die Band auch Stücke der 50er und 60er Jahre, beispielsweise Jailhouse Rock oder während der Tournee 1986 Big Spender (geschrieben von Coleman & Fields), Hello Mary Lou (Gene Pitney), (You're So Square) Baby I Don't Care (Leiber & Stoller), Tutti Frutti (Penniman & Labostrie) und Gimme Some Lovin
Einzelheiten über die Kompositionen finden sich in den Artikeln zu den einzelnen Alben beziehungsweise Bandmitgliedern.
Freddie Mercury sang bei Studioaufnahmen die meisten Titel: Seine eigenen, alle von John Deacon und viele von Brian May und Roger Taylor. Brian May interpretierte 10 seiner eigenen Songs und Roger Taylor 11. Bei einigen Titeln ergänzen ein oder zwei der Bandmitglieder, die sonst immer wieder in den Chorus-Einwürfen zu hören sind, die Stimme von Freddie Mercury. In folgenden Stücken ist der Hauptgesang auf mehrere Queen-Mitglieder aufgeteilt:
| Titel | geschrieben von | gesungen von | Album | Jahr |
|---|---|---|---|---|
| Fun It | Taylor | Taylor & Mercury | Jazz | 1978 |
| Rock It – Prime Jive | Taylor | Taylor & Mercury | The Game | 1980 |
| Sail Away Sweet Sister | May | May & Mercury | The Game | 1980 |
| Flash's Theme | May | Mercury & May | Flash Gordon | 1980 |
| Action This Day | Taylor | Mercury & Taylor | Hot Space | 1982 |
| Who Wants to Live Forever? | May | Mercury & May | A Kind of Magic | 1986 |
| I Want It All | May | Mercury & May | The Miracle | 1989 |
| Doing All Right (BBC Version, 1973) | May & Staffell | Mercury & Taylor | At the Beeb | 1989 |
| Mother Love | May & Mercury | Mercury & May | Made in Heaven | 1995 |
| Let Me Live | Queen | Mercury & Taylor & May | Made in Heaven | 1995 |
| No-One But You – Only the Good Die Young | May | May & Taylor | Queen Rocks | 1997 |
Under Pressure auf Hot Space (1982) ist der einzige Song auf einem Studio-Album von Queen, in dem neben Freddie Mercury ein Nicht-Bandmitglied, David Bowie, als Hauptsänger auftritt.
Bei den Live-Auftritten sang Freddie Mercury alle Titel, auch solche, die auf den Alben von May (
Nach dem Tod von Mercury traten die verbliebenen Queen-Mitglieder May, Taylor und Deacon beim Freddie Mercury Tribute Concert 1992 gemeinsam mit einer Vielzahl an Gastsängern auf, darunter waren Roger Daltrey, James Hetfield, Robert Plant, Seal, David Bowie, Annie Lennox, George Michael, Lisa Stansfield, Elton John, Axl Rose und Liza Minnelli. Der zweite – und zugleich letzte – Auftritt zu dritt fand 1997 anlässlich der Premiere von Maurice Béjarts Ballett in Paris statt: Wiederum übernahm Elton John den Lead-Gesang bei The Show Must Go On, dem einzigen damals gespielten Stück. Diese Live-Version wurde später auf dem Album Greatest Hits III (1999) veröffentlicht.
In den folgenden Jahren unternahmen Brian May und Roger Taylor (ohne Beteiligung von John Deacon) verschiedenste kleinere Live- und Studio-Projekte unter dem Namen „Queen+“: May und Taylor teilten sich dabei den Lead-Gesang mit wechselnden Gastsängern. Bei Kurzauftritten waren u.a. Dave Grohl von den Foo Fighters (2001 in New York bei Queens Einführung in die Rock and Roll Hall of Fame), Patti Russo (2002 in Amsterdam), Zucchero und Luciano Pavarotti (2003 in Modena) sowie Anastacia (2003 in Kapstadt beim 46664-Benefiz-Konzert) zu hören. Im Studio gab es Neueinspielungen von Queen-Titeln u.a. mit Five (We Will Rock You, 2000), Robbie Williams (We Are the Champions, 2001) und John Farnham (We Will Rock You, 2003).
Seit Ende 2004 gibt es eine dauerhafte Live-Zusammenarbeit mit Paul Rodgers, dem ehemaligen Sänger von Free und Bad Company. Mit ihm gemeinsam fanden 2005 und 2006 unter dem Namen „Queen + Paul Rodgers“ ausgedehnte Tourneen durch Europa, Japan und Nordamerika statt.
Neben den erwähnten Neuaufnahmen im Studio- und Live-Interpretationen entstanden seit Beginn der 90er Jahre auch zahlreiche Remixe, die offiziell auf Queen-Tonträgern veröffentlicht wurden. Als Remixer betätigten sich z.B. Rick Rubin, Trent Reznor, Vanguard (Flash) und der Rapper Wyclef Jean, an dessen Version von Another One Bites the Dust auch Pras Michel beteiligt war.
Weitere Beispiele zu einigen besonderen Musikstilen:
Kaum eine andere Band hatte in so vielen verschiedenen Stilrichtungen so viele Hits. Der typische Queen-Sound entsteht aber erst durch die unverwechselbaren Stimmen von Mercury, Taylor und May, sowie dessen charakteristischen Gitarrenklänge.
Diese Queen-typische Gleichbehandlung von Gesang und Gitarre zeigt sich auch in den „Kanon“-Stücken: Hier ermöglicht die Delay-Technik, dass die Musiker auch live mit sich selbst mehrstimmig singen oder spielen können. Beispiele dafür sind Mays Gitarrenspiel in Brighton Rock sowie Mercurys Gesang in Now I'm Here (live) und The Prophet's Song.
In den 60er Jahren vor Queen erinnerten die Live-Auftritte eher an die Übertragung der Bedingungen eines Platten- oder Fernsehstudios auf eine kleine Bühne: Die Kleidung war sehr konventionell, die Bandmitglieder bewegten sich kaum von der Stelle (was auch mit den einschränkenden technischen Bedingungen zusammenhing) und die Musiker konnten nur wenig Kontakt zum Publikum herstellen. Die Stücke entsprachen zwar musikalisch den Plattenaufnahmen, es war ihnen aber anzumerken, dass Technik und Aufnahmebedingungen des Studios nicht auf die Bühne übertragen werden konnten.
Für Queen stand dagegen stets die perfekte Show und Unterhaltung des Publikums im Vordergrund. Sie nutzten die jeweils neuesten Techniken, um Akustik und Licht zu verbessern. Sie übertrafen stets alle anderen Bands in der Größe der Ton- und Lichtanlagen. Spezialeffekte wie Nebel, Lichtwechsel und Pyrotechnik wurden gezielt und mit Gespür für den richtigen, dramatischen Zeitpunkt eingesetzt. Extravagante Haartracht und Kostüme spielten bis 1980 auf der Bühne eine wesentliche Rolle. Freddie Mercury war als Leadsänger alles andere als statisch. Er hatte eine Ballettausbildung genossen und faszinierte sein Publikum mit seinen tänzerischen, kraftvollen, auf die Musik abgestimmten und durch die Musik inspirierten Bewegungen. Eine besondere Rolle spielte dabei sein Mikrophonständer, von dem die Füße abmontiert waren. Er war integraler Bestandteil seiner Bühnenpräsenz und wurde als Tambourstock, Gitarre, Balanciergerät und vieles andere mehr genutzt. Mercury brauchte für seine Art der Performance eine große Bühne, die sich, auch das eine Queen-Neuerung, durch Treppen und Rampen in die dritte Dimension erstreckte. So wurde jedes Livekonzert auch zu einem im besten Sinne theatralischen Gesamtkunstwerk.
Die komplexen und komplizierten Titel der Platten konnte und wollte Queen nicht 1:1 auf die Bühne bringen. Jedes Stück wurde für die Livekonzerte bearbeitet und eingerichtet und der Improvisationskunst von Mercury und May genügend Raum und Zeit eingeräumt. So unterschieden sich die gleichen Stücke stets von Auftritt zu Auftritt. Grundsätzlich war die Band der Meinung, dass nichts vom Band kommen dürfe.
Doch es gab Ausnahmen: Eine davon bildete der A-cappella-Mittelteil von Bohemian Rhapsody: Während das Stück vom Tonband gespielt wurde, verschwand die Band von der Bühne, die nur noch von Lichteffekten und Nebel beherrscht wurde. Der Übergang zum Schlussteil war dann eine regelrechte Explosion von Licht und Feuerwerk, aus der die Band wie aus einer Theaterversenkung wieder erschien. Das zweite Stück, das vom Band kam, erklang jedes Mal (außer in Irland) zum Abschluss des Konzerts: Während dem von Brian May bearbeiteten God Save the Queen verabschiedeten sich die vier Musiker von ihrem Publikum. Auf der Magic Tour trat dabei Freddie Mercury mit Krönungsmantel und Krone auf, die er als Reverenz vor dem Publikum zog. Als Eröffnung jedes Konzertes der Magic Tour erklang zudem das Intro von One Vision ab Tonband, ebenso das Intro von Flash auf der Hot Space Tour.
Ebenfalls auf der Magic Tour erschien Mercury während des Songs We Will Rock You mit einem Union Jack. Er trug die Flagge wie einen Umhang. Nachdem er damit einige Zeit über die Bühne stolziert war, wendete er sie blitzschnell und präsentierte auf der anderen Seite zur Begeisterung des Publikums die jeweilige Landesfahne.
Die Auswahl der Titel richtete sich in der Regel nach dem jeweils aktuellen Album, es wurden aber immer wieder auch alte Hits in das Programm aufgenommen. Standardrepertoire waren aber einige Titel, die bei den meisten Konzerten gespielt wurden: Am häufigsten erklang, meist zu Beginn des Konzerts, Now I'm Here, ein Stück, bei dem Mercury die Delay-Technik nutzte, um mit sich selbst einen Kanon zu improvisieren. Keep Yourself Alive und Killer Queen wurden fast so oft wie Bohemian Rhapsody gespielt, das bei mehr als 500 Konzerten einen der Höhepunkte markierte. Selten fehlte auch das Zwillingspaar We Will Rock You und We Are The Champions. Das Programm konnte sich auf einer Tournee bei einzelnen Stücken von Konzert zu Konzert ändern.
Mit dem Album News Of The World schrieb die Band Titel, die auf die Mitwirkung der Konzertbesucher zugeschnitten waren. Dies war und ist noch immer, vor allem We Will Rock You mit seinem charakteristischen Grundrhythmus, der das Publikum zum Mitmachen bringt. Dazu gehört aber auch Radio Ga Ga, welches das Publikum zum rhythmischen Mitklatschen animiert.
Im Mittelteil der Konzerte erklangen ruhigere Stücke in kleinerer Besetzung oder Soloimprovisationen, welche in den Setlists gerne als „Instrumental Inferno“ oder „Impromptu“ bezeichnet wurden. Dadurch konnten einerseits einzelnen Bandmitgliedern kurze Erholungspausen verschafft werden, andererseits wurde ein dramatischer Bogen von Spannung über Entspannung zum abschließenden Höhepunkt geschlagen. Hier erklang oft Love Of My Life, mit Brian May an der akustischen Gitarre und Mercury, der über lange Passagen hinweg das Publikum allein singen ließ. Auch die langen Gitarrenimprovisationen von Brian May, wie Brighton Rock gehören erwähnt. Eine Besonderheit stellten die Songs dar, welche die Band eigens für das Auftrittsland vortrug: Teo Toriatte (Let Us Cling Together), Las Palabras de Amor (The Word of Love) oder in Budapest Tavaszi Szél Vizet Áraszt („Die Frühlingswinde treiben das Wassers ans Ufer“ – ein ungarisches Volkslied). Für „Rock in Rio“ schrieb die Band einen Blues „especially for you music lovers“.
Die meisten Konzerte gab Queen in den USA (fast 250) und im Vereinigten Königreich (200). Dann folgte Deutschland mit 55 und Japan mit 51 Tournee-Auftritten. Das größte Publikum hatte Queen am 12. Januar 1985 in Rio de Janeiro (250.000), das kleinste (6) am 28. Januar 1972 im Bedford College, London. In der Zeit von 1973 bis 1986 ging Queen jährlich auf mindestens eine größere Tournee. Ausnahmen sind das Jahr 1981 mit drei kurzen Konzertreisen und 1983, in dem Queen keinen Live-Auftritt absolvierte.
| Tourname | Beginn | Ende | wo | Konzerte | Dauer (in Tagen) | Schnitt |
|---|---|---|---|---|---|---|
| Einzelauftritte | 27. Juni 1970 | 11. Juli 1971 | England | 18 | 379 | 21,1 |
| Cornish Tour | 17. Juli 1971 | 21. August 1971 | England | 11 | 35 | 3,2 |
| Einzelauftritte | 06. Oktober 1971 | 13. Juli 1973 | England | 10 | 646 | 64,6 |
| Queen I | 13. September 1973 | 28. Dezember 1973 | UK Luxemburg Australien | 35 | 106 | 3,0 |
| Queen II | 01. März 1974 | 12. Mai 1974 | UK USA | 41 | 72 | 1,8 |
| Sheer Heart Attack | 30. Oktober 1974 | 12. April 1975 | Europa USA Kanada Japan | 76 | 164 | 2,2 |
| A Night In The Opera | 14. November 1975 | 22. April 1976 | UK USA Japan Australien | 77 | 160 | 2,1 |
| Summer 1976 | 01. September 1976 | 18. September 1976 | UK | 4 | 17 | 4,3 |
| A Day At The Races (World) | 13. Januar 1977 | 18. März 1977 | USA Kanada | 40 | 64 | 1,6 |
| A Day At The Races (Europa) | 08. Mai 1977 | 07. Juni 1977 | Europa | 19 | 30 | 1,6 |
| News of The World '77 | 11. November 1977 | 22. Dezember 1977 | USA | 26 | 41 | 1,6 |
| News of The World '78 | 12. April 1978 | 13. Mai 1978 | Europa | 20 | 31 | 1,6 |
| Jazz | 28. Oktober 1978 | 20. Dezember 1978 | USA Kanada | 35 | 53 | 1,5 |
| Live Killers | 17. Januar 1979 | 06. Mai 1979 | Europa Japan | 43 | 109 | 2,5 |
| Crazy Tour | 22. November 1979 | 26. Dezember 1979 | Irland England | 20 | 34 | 1,7 |
| The Game (World) | 30. Juni 1980 | 30. September 1980 | USA Kanada | 46 | 92 | 2,0 |
| The Game (Europe) | 23. November 1980 | 18. Dezember 1980 | Europa | 17 | 25 | 1,5 |
| Japan 1981 | 12. Februar 1981 | 18. Februar 1981 | Japan | 5 | 6 | 1,2 |
| South America Bites The Dust | 28. März 1981 | 21. März 1981 | Südamerika | 7 | 21 | 3,0 |
| Gluttons For Punishment | 25. September 1981 | 18. Oktober 1981 | Venezuela Mexiko | 6 | 23 | 3,8 |
| We Will Rock You | 24. November 1981 | 25. November 1981 | Montreal | 2 | 2 | 1,0 |
| Hot Space (Europe) | 09. April 1982 | 05. Juni 1982 | Europa | 29 | 57 | 2,0 |
| Hot Space (World) | 21. Juli 1982 | 03. November 1982 | USA Kanada Japan | 39 | 105 | 2,7 |
| The Works '84 | 28. August 1984 | 20. Oktober 1984 | Europa Südafrika Botswana | 30 | 53 | 1,8 |
| The Works '85 | 12. Januar 1985 | 15. Mai 1985 | Brasilien Neuseeland Australien Japan | 17 | 123 | 7,2 |
| Magic Tour | 07. Juni 1986 | 09. August 1986 | Europa | 26 | 63 | 2,4 |
| Queen + Paul Rodgers | 28. März 2005 | 10. April 2006 | Europa | 28 | 47 | 1,7 |
| Queen + Paul Rodgers | 07. März 2006 | 13. April 2006 | USA Kanada | 23 | 71 | 3,1 |
Anmerkung:
Unter der Aufsicht von Brian May und Roger Taylor gab es zahlreiche Restaurierungen, die den Audio- und Videokatalog von Queen wesentlich verlängerten. DVD-Veröffentlichungen ihres berühmten Wembley-Konzertes von 1986 (Live At Wembley Stadium) und ihres Milton-Keynes-Konzertes von 1982 (Live At The Bowl), sowie zwei Greatest Video Hits (Volumes 1 und 2, die 70er und 80er Jahre umfassend) wurden in 5.1 und DTS-Surround-Sound remixed, zwei von Queens am meisten gefeierten Alben, A Night At The Opera und The Game, diese auch auf DVD-Audio-Alben. Dieses Medium scheint für ihre dichten Arrangements maßgeschneidert zu sein. Brian May hat gesagt, dass er gerne den ganzen Katalog von Queen in diesem Format herausgeben will, weil es gewissermaßen das ist, was sich die Band für ihre Arbeit schon vor Jahren vorgestellt hat.
Zukünftige Veröffentlichungen sollen mindestens eine weitere Video-Sammlung (Volume 3) und der Rest des Album-Kataloges im DVD-Audio-Format sein. Wie zu erwarten, sind Taylor und May in ständiger Kommunikation mit Fans, Sammlern und Industrieexperten, um herauszufinden, wo Anfragen für zukünftige Veröffentlichungen sind und welche neuesten Technologien die Industrie bieten kann.
Mit dieser unausgesprochenen Ambivalenz des Begriffes spielte vor allem Freddie Mercury bei seinen Live-Auftritten: Er verstand es, mit Humor und ironischer Distanz, durch Ballettschritte (er hatte dafür eine Ausbildung), Haartracht und Kostüme einerseits, und durch betont männliche Gesten, das Spiel mit dem Mikroständer und das abschließende God Save The Queen andererseits, zu verhindern, Vorurteile des Publikums in die eine oder andere Richtung zu bedienen.
Zwar waren einige Kostüme sehr extravagant, zum Beispiel hauteng mit Pailletten und tiefem Ausschnitt. Freddie trug aber nie Kleider, wie sie für eine Drag-Queen charakteristisch sind. In einem Interview sagte Mercury einmal: „I like to ridicule myself, I don't take myself too seriously. I wouldn't wear these clothes if I was serious. The one thing that keeps me going is that I laugh at myself.“ („Ich mache mich gerne über mich selbst lustig. Ich nehme mich selbst nicht allzu ernst. Ich würde diese Kleider nicht tragen, wenn ich ernsthaft wäre. Das einzige, was mich in Gang hält, ist, dass ich über mich selber lache.“) Melody Maker, 2. Mai 1981 (Der Link ist zur Zeit defekt, um auf die betreffende Seite zu gelangen: im linken Inhaltsfenster der defekten Seite den Link „Queen Of The Record '86“ anklicken.)
Auch bei „verdächtigen“ Songtiteln wie Killer Queen, The March of The Black Queen oder My Fairy King („fairy“ hat dieselbe Nebenbedeutung wie „queen“) bleibt es jedem selbst überlassen, welcher Interpretation er den Vorzug geben will.
Bedeutung der Figuren:
Das Emblem ist im Queen_(band) zu Queen abgebildet.
Britische Band | ECHO-Preisträger | Homosexualität und Musik | Rockband
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