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Wappen Karte
Wappen_Quedlinburg.png Karte_quedlinburg_in_deutschland.png
Basisdaten
Bundesland: Sachsen-Anhalt
Landkreis: Quedlinburg
Geografische Lage:
Höhe: 123,5 bis 182,6 m ü. NN
Fläche: 78,15 km²
Einwohner: 22.795 (30. Juni 2005)
Bevölkerungsdichte: 292 Einwohner je km²
Postleitzahl: 06484
Vorwahl: 03946
Kfz-Kennzeichen: QLB
Gemeindeschlüssel: 15 3 64 016
Stadtgliederung: 3 Stadtteile
Adresse der Stadtverwaltung: Markt 1
06484 Quedlinburg
Bürgermeister: Eberhard Brecht (SPD)

Quedlinburg, gelegen an der Bode, ist die Kreisstadt des Landkreises Quedlinburg am nördlichen Harzrand im deutschen Bundesland Sachsen-Anhalt.

Sehenswert sind die Altstadt mit Kopfsteinpflaster, verwinkelten Gassen und 1200 Fachwerkhäusern aus sechs Jahrhunderten und der Markt mit dem Renaissance-Rathaus und dem Roland sowie das Schloss, romanische die Stiftskirche mit dem Domschatz, die romanische Wipertikirche und der Brühl-Park.

Quedlinburg ist Deutschlands größtes Flächendenkmal und zählt deshalb zu den Welterbestätten der UNESCO.

Geschichte


Vorzeit und Mittelalter

Erste Siedlungsspuren stammen bereits aus der Altsteinzeit. Die Gegend war fast durchgehend besiedelt. Quedlinburg selbst wird erstmals in einer Urkunde König Heinrichs I. vom 22. April 922 erwähnt. (Diese Urkunde befindet sich heute im Nordrhein-Westfälischen Staatsarchiv Münster.) Heinrich bestimmte Quedlinburg zu seiner Grablege und wurde nach seinem Tod in Memleben im Jahr 936 in der Pfalzkapelle (Bau I) auf dem Schlossberg bestattet. Seine Witwe Mathilde 936 ließ die Pfalzkapelle nach Westen erweitern (Bau II) und gründete ein Damenstift mit der Aufgabe der Totenmemorie. Nach ihrem Tode wurde Mathilde an der Seite ihres Gemahls bestattet. Während ihr Grab erhalten blieb, ist der Verbleib der Gebeine Heinrichs unbekannt.

Erste Äbtissin des Damenstiftes wurde Mathilde, die Tochter Kaiser Ottos I..

Quedlinburg blieb im weiteren Verlaufe des 10. und 11. Jahrhunderts ein reichspolitisch bedeutender Ort. In der bei der Wipertikirche gelegenen kaiserlichen Pfalz fand im Jahr 973 ein glanzvoller Hoftag statt. Unter den Teilnehmern befanden sich auch Boleslav I., Herzog von Böhmen, und Mieszko I., Herzog der Polanen, die dem Kaiser den Treueid leisteten.

994 verlieh Otto III. dem Stift, das unter der Leitung seiner Tante Äbtissin Mathilde stand, das Markt-, Münz- und Zollrecht. Damit war eine wichtige Bedingung für die weitere städtische Entwicklung Quedlinburgs geschaffen. In den folgenden gut fünf Jahrhunderten nahm Quedlinburg einen bedeutenden wirtschaftlichen und politischen Aufschwung. Die Stadt trat 1384 dem Niedersächsischen Städtebund und 1426 dem Hansebund bei. Aufgrund eines Konflikts der Quedlinburger mit der Äbtissin Hedwig von Sachsen, die sie mit Waffen aus der Stadt vertreiben wollten, kam es jedoch 1477 zu einem Bruch der Entwicklung. Die Stadt wurde von den zwei Brüdern der Äbtissin, den Wettiner Herzögen Ernst und Albrecht, belagert und gestürmt. Quedlinburg musste sich unterwerfen und aus sämtlichen Bündnissen ausscheiden. Der 1440 aufgestellte Roland, Symbol der Marktfreiheit und Zeichen städtischer Unabhängigkeit, wurde gestürzt und zerschlagen und erst 1869 wurde wieder eine Rolandstatue aufgestellt. Nach diesem Konflikt konnte Quedlinburg nicht mehr an seine frühere Bedeutung anknüpfen.

Neuzeit bis zur Gegenwart

1525 im Bauernkrieg wurden die vier Klöster der Stadt zerstört. Nach dem Sieg der Reformation im Jahr 1539 wurde das Stift in ein evangelisches „Freies weltliches Stift“ umgewandelt. 1615 wurde das Rathaus umgebaut. Den größten städtebaulichen Aufschwung nahm die Stadt beachtenswerterweise ab dem Dreißigjährigen Kriege. Die meisten der 1.200 erhaltenen Fachwerkhäuser sind in dieser Zeit entstanden. Doch gibt es auch wesentlich ältere Fachwerbauten, wie etwa eines der ältesten Fachwerkhäuser (14. Jahrhundert) Norddeutschlands – in mittelalterlicher Verzimmerung als Ständerbau errichtet und in Quedlinburg auch so bezeichnet. 1698 besetzten brandenburgische Truppen die Stadt. In jener Zeit gab es in der Stadt zahlreiche Brauereien und Schnapsbrennereien.

Blick auf Quedlinburg.jpg | Quedlinburg_um_1900.jpg | Quedlinburg_um_2004.jpg

Im Laufe des 19. Jahrhunderts entwickelte sich durch die Blumenzucht ein beachtlicher Wohlstand, der städtebaulich in einer Reihe von Jugendstilvillen seinen Ausdruck fand.

Seit 1936 profanierte Heinrich Himmler die Wipertikirche und die Kirche St. Servatii auf dem Schlossberg. Diese wurde zur Weihestätte der SS. Hintergrund war der 1000. Todestag Heinrichs I., dessen Grablege sich dort befindet. Heinrich Himmler selbst betrachtete sich als Wiedergeburt König Heinrichs.

Zwar gab es kaum nennenswerte Kriegszerstörungen, doch reichten die Bemühungen durch die DDR nach 1945 nicht aus, den drohenden Verfall zu stoppen (zum Beispiel durch Einsatz erfahrener polnischer Restauratoren und Bauleute). Die ursprünglichen Planungen der DDR, die Altstadt niederzureißen und durch sozialistische Plattenbauten zu ersetzen, scheiterten an Geldmangel. Ein anfänglicher Versuch von angepassten Neubauten ist in der Schmalen Straße nördlich des Marktes zu sehen. Erst nach der Wiedervereinigung 1989 wurden zielstrebig Maßnahmen getroffen, um die Fachwerkbauwerke zu bewahren.

Bereits zu DDR-Zeiten, im Jahre 1986, wurde die Lyonel Feininger-Galerie eröffnet, mit Werken des berühmten Bauhaus-Künstlers, die vom Quedlinburger Hermann Klumpp, einem ehemaligen Schüler des Bauhauses, vor der Vernichtung durch die Nationalsozialisten bewahrt worden waren.

Als seltenes Beispiel US-amerikanischen Kriegsraubs gelangten seit 1989 Teile des Domschatzes nach Deutschland zurück, die der US-Leutnant Joe Meador 1945 nach Texas gebracht hatte. Seit 1993 ist in der romanischen Stiftskirche St. Servatius der berühmte Domschatz wieder nahezu komplett zu besichtigen. Marktplatz Quedlinburg.jpg

Zur Tausendjahrfeier der Verleihung des Markt-, Münz- und Zollrechtes wurden große Teile der Quedlinburger Altstadt und der Königshofkomplex im Dezember 1994 auf die Liste der Welterbestätten der UNESCO gesetzt.

Von 1989 bis 2005 gelang durch verschiedene Förderprogramme die Sanierung von etwa 650 der insgesamt 1200 denkmalgeschützten Quedlinburger Fachwerkhäuser. Die Sanierung der verbliebenen etwa 550 Fachwerkhäuser bleibt für die Stadt eine bedeutende Aufgabe der kommenden Jahre.

Die Selketalbahn der Harzer Schmalspurbahnen wurde bis Ende Dezember 2005 um 8,5 km von Gernrode (Harz) nach Quedlinburg verlängert. Die bestehende Normalspurstrecke wurde dazu auf Meterspur umgespurt. Ab dem 26. Juni 2006 wird der regelmäßige schmalspurige Zugverkehr von und nach Quedlinburg aufgenommen.

Städtepartnerschaften


Stadtgliederung


Die Kernstadt gliedert sich in das Westendorf mit dem Burgberg und St. Wiperti sowie dem Münzenberg, die Altstadt, die Neustadt (gegen Ende de 12. Jahrhunderts gegründet), den Jugendstilvillengürtel (19./20. Jh.), Kleysiedlung, die Neubaugebiete auf dem Kleers und in der Süderstadt (beide 1970/80er). Neben der Kernstadt besteht Quedlinburg aus den Stadtteilen Münchenhof, Gersdorfer Burg, Morgenrot und Quarmbeck.

Einwohnerentwicklung


(jeweils zum 31. Dezember)

Kultur und Sehenswürdigkeiten


Theater und Konzerte

  • Städtische Bühnen Quedlinburg
  • Nordharzer Theaterverbund

Museen

  • Domschatz
  • Schlossmuseum
  • Ständerbau (Fachwerkmuseum)
  • Klopstock-Museum
  • Lyonel-Feininger-Galerie
  • Holzwurmmuseum
  • Mitteldeutsches Modellbahn- und Spielwarenmuseum
  • Museum für Glasmalerei und Kunsthandwerk

Kirchen

Judensau als Tuerklinke.JPG

Quedlinburg Roland.jpg vor dem Rathaus]]

Bauwerke

  • romanische Stiftskirche St. Servatius mit Domschatz
  • Schloss
  • Ständerbau (Fachwerkhaus aus dem 14. Jahrhundert)
  • Brühl
  • Historischer Marktplatz
  • Rathaus
  • Feldwarten
  • Salfeldtsche Palais

  • Stadtmauer mit Stadttürmen:
    • Schreckensturm - in ihm befindet sich eine Folterkammer und ein Verließ. Zu besichtigen und für Mutige zu bewohnen (zwei moderne Hotelzimmer)
    • Lindenbeinsche Turm (Hoher Turm) - umgebaut und mit einer Galerie versehen, ist zu besteigen
    • Schweinehirtenturm - als Wohnung ausgebaut, nicht zu besichtigen
    • Gänsehirtenturm - nicht zu besichtigen
    • Kaiserturm - als Wohnturm umgebaut, mit ein bisschen Glück auch zu besichtigen
    • Turm opp'n Tittenplan (Kuhhirtenturm) - befindet sich in Privathand
    • Kruschitzkyturm - nicht begehbar
    • Pulverturm - nicht begehbar
    • Mertensturm - nicht begehbar
    • Spiegelsturm - nicht begehbar

Regelmäßige Veranstaltungen

  • Kaiserfrühling zu Ostern und Pfingsten - mittelalterliches Spektakel in der historischen Altstadt
  • Advent in den Höfen - immer am 2. und 3. Adventswochenende; bis zu 24 Höfe laden zum Verweilen ein
  • Tag des offenen Denkmals - 2. Septemberwochenende; viele Denkmäler werden geöffnet, die sonst verschlossen sind, z.B.: die Begehung der Türme der Nikolaikirche
  • Zauber der Bäume - 1. Juli-Samstag Kunst- & Musikinstallationen im Brühlpark
  • Quedlinburger Dixieland- und Swingtage
  • Quedlinburger Musiksommer vom Juni bis September
  • Quedlinburger Blumenmesse am Mathildenbrunnen im Rahmen des Stadtfestes zum Tag des offenen Denkmals

Berühmte Persönlichkeiten


Ottonisches Königshaus

Die folgenden Herrscher hielten sich zeitweise in Quedlinburg auf:

Äbtissinnen von Quedlinburg

Söhne und Töchter der Stadt

Weitere Persönlichkeiten


Literatur


  • Adolf Brinkmann: Beschreibende Darstellung der älteren Bau- und Kunstdenkmäler des Kreises Stadt Quedlinburg. 1 u. 2 Berlin 1922 u. 1923.
  • Denkmalverzeichnis Sachsen Anhalt Band 7.1.: Landkreis Quedlinburg Stadt Quedlinburg. Erarbeitet von Falko Grubitzsch et al.. Halle/Saale, 1998.
  • Angela Pfotenhauer, Elmar Lixenfeld: Quedlinburg. Welterbe. Monumente-Edition. Monumente-Publikation der Deutschen Stiftung Denkmalschutz, Bonn 2004, ISBN 3-936942-45-5 oder ISBN 3-936942-46-3
  • Johann Heinrich Fritsch: Geschichte des vormaligen Reichsstifts und der Stadt Quedlinburg. Quedlinburg, 1828 (Band 1 und 2).
  • Selmar Kleemann: Kulturgeschichtliche Bilder aus Quedlinburgs Vergangenheit. Quedlinburg, 1922.
  • Hermann Lorenz: Werdegang von Stadt und Stift Quedlinburg. Quedlinburg, 1922.
  • Hans-Hartmut Schauer: Das städtebauliche Denkmal Quedlinburg und seine Fachwerkbauten. 1. Aufl. Berlin 1990.

Weblinks


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