| Quastenflosser | ||||||||||||
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| Coelacanth.png (Latimeria chalumnae)]] | ||||||||||||
| : | Wirbeltiere (Vertebrata) |
| : | Kiefermäuler (Gnathostomata) |
| : | Fische (Pisces) |
| : | Knochenfische (Osteichthyes) |
| : | Fleischflosser (Sarcopterygii) |
| : | Quastenflosser |
Ein wesentliches Kennzeichen sowohl der Quastenflosser als auch der Lungenfische ist das teilweise verknöcherte und mit Muskulatur versehene Skelett der Brust- und Bauchflossen. Sie werden deshalb zur Unterklasse der Muskelflosser (alternativ Fleischflosser) (Sarcopterygii) zusammengefasst.
Der Name Quastenflosser leitet sich davon ab, dass sich an der Spitze der Schwanzflosse eine pinsel- beziehungsweise quastenförmige Verlängerung befindet.
Quastenflosser werden oft als die Urahnen der Landwirbeltiere (Amphibien etc.) dargestellt. Dabei bezieht sich diese didaktische Darstellung nicht auf die heute lebenden Latimeria, sondern auf die letzten gemeinsamen Vorfahren der heutigen Quastenflosser und der anderen aus diesen hervorgegangen Wirbeltiere. Hierdurch wird klar, dass Genomvergleiche der heute gefangenen Quastenflosser keine Aussage über die evolutionäre Verwandtschaft der "Ur-Quastenflosser" zu den rezenten Wirbeltieren zulassen. Die genetische Anpassung der vom Aussehen her den ursprünglichen Quastenflossern sehr ähnlich erscheinenden rezenten Tiere an den Lebensraum Tiefsee hatte ebenso lange Zeit wie die Entwicklung aller heute lebenden Landwirbeltiere. Die Wahrscheinlichkeit, dass die Genome der heutigen Quastenflosser den fossilen Quastenflossern gleichen, ist daher wohl sehr gering. Tatsächlich ergaben genetische Vergleiche, dass die rezenten Lungenfische eine deutlich größere genetische Übereinstimmung mit den Höheren Wirbeltieren aufweisen als die rezenten Quastenflosser.
Quastenflosser, die schon vor circa 400 Millionen Jahren die Meere bevölkerten, waren bis weit in das 20. Jahrhundert nur als 80 Millionen Jahre alte Versteinerung bekannt. Die ältesten Fossilien stammen aus dem Devon, die jüngsten aus der Kreidezeit. Die Blütezeit lag in der Trias. Daher glaubte man lange, dass die Quastenflosser mit den Dinosauriern ausgestorben seien.
„ Ich wäre kaum erstaunter gewesen, wenn ich auf der Straße einem Dinosaurier begegnet wäre! “ sagte Professor Smith im Jahre 1938, Professor an der Rhodes-Universität in Grahamstown, Südafrika, ein zu damaligen Zeiten berühmter Fischkundler, als er die Skizze eines Fisches erhielt, den Majorie Latimer, Leiterin des Städtischen Meeresmuseums im südafrikanischen East London, in einem großen Fischfang entdeckt hatte. Der Fisch war stahlblau, 1,50 m lang und 52 kg schwer. Auffallend waren große Schuppen, fleischige Flossen, die wie Gliedmaßen abstanden, und ein mächtiger Unterkiefer. Das Exemplar war durch die Druckverringerung bereits tot. Hinterher wurde der Fisch, der ganz offensichtlich ein Vertreter der Coelacanthini aus der Ordnung der Quastenflosser war, einer Fischgruppe, welche den Zoologen und Paläontologen bisher nur aus versteinerten Abdrücken bekannt war, und von denen man daher zu wissen glaubte, dass sie im Devon, vor über 350 Millionen Jahren, entstanden und gegen Ende der Kreidezeit, vor rund 70 Millionen Jahren, vollständig ausgestorben wären, von Professor Smith genaustens untersucht. Dieser identifizierte den Fisch als Nachfahre der fossilen Quastenflosser. Das Tier Komoren-Quastenflosser wurde nach seiner Entdeckerin und dem Fluss Chalumna, in dessen Nähe er ins Schleppnetz gegangen war, taxonomisch Latimeria chalumnae benannt.
Erst 14 Jahre später, im Jahr 1952, wurde in der Gegend zwischen den Komoreninseln und Madagaskar, 3000 km von der ersten Fundstelle entfernt, ein zweiter Quastenflosser gefangen. Hier war der Fisch den Eingeborenen längst unter dem Namen Kombessa bekannt und wurde als wenig begehrter Fisch verzehrt. Seine rauen Schuppen wurden als Sandpapierersatz verwendet. Es konnten dann noch weitere Exemplare gefangen werden, einmal sogar ein lebendes. Am 17. Januar 1987 entdeckte der Münchner Biologiestudent Olaf Reinicke vom Tauchboot Geo aus in 198 Metern Tauchtiefe den ersten Quastenflosser in seinem natürlichen Lebensraum. Im selben Jahr gelang es der deutschen Forschergruppe des Max-Planck-Institut für Verhaltensphysiologie in Seewiesen bei München unter Professor Hans Fricke erstmals den Quastenflosser in seinem natürlichen Lebensraum vor den Komoren zu entdecken und zu beobachten. Dort entstanden die ersten Filmaufnahmen von lebenden Quastenflossern Von 1989 an wurde mit Unterstützung der Zoologischen Gesellschaft Frankfurt ein Projekt zur Erforschung der Quastenflosser durchgeführt.
Eine erneute Sensation gab es, als 1997 und 1998 tote Quastenflosser auf dem Fischmarkt von Manado Tua (Sulawesi) in Indonesien von dem englischen Studentenehepaar Erdmann entdeckt und als Quastenflosser identifiziert wurden, rund 10.000 Kilometer von den Komoren entfernt. Inzwischen fand Fricke auch dort lebende Quastenflosser, die als Manado-Quastenflosser (Latimeria menadoensis) bezeichnet werden.
Im April 2004 ist eine deutsche Unterwasser-Expedition in Südafrikas Küstengewässern auf weitere Exemplare der Komoren-Quastenflosser gestoßen. Am südlichsten Ende der Sodwana-Bucht nahe der Grenze zu Mosambik entdeckte das Team von Hans Fricke zwei weitere Tiere. Damit erhöht sich nach Angaben der Zoologin Karen Hissmann der dort bekannte Bestand auf 21 Exemplare. Seit Beginn der 1990er Jahre sind drei Exemplare vor Mosambik und Tansania gefangen worden. Sollte die Finanzierung gesichert sein, ist für kommendes Jahr daher auch in mosambikanischen Gewässern eine Unterwasser-Expedition geplant.
Quastenflosser sind Nachtjäger und Driftschwimmer, die auch die schwächste Wasserströmung für ihre Fortbewegung ausnutzen. Ihre großen Brust- und Bauchflossen verwenden sie zum Ausbalancieren.
Латимерия | Cel·lacant | Latimérie podivná | Coelacanth | Coelacanth | Coelacanthimorpha | Latimeria | Cœlacanthe | Coelacanth | Celacanto | シーラカンス | gombesa | Coelacanten | Latimeria | Celacanto | Целакант | Latiméria divná | Havstofsstjärt | 腔棘魚
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