Die Quantitätsgleichung, Quantitätsformel, Transaktionsgleichung oder Verkehrsgleichung ist der formale, mathematische Ausdruck einer Version der so genannten Quantitätstheorie des Geldes. Wie es verschiedene Formen der Quantitätstheorie gibt, gibt es auch verschiedene Formen der Quantitätsgleichung.
Sie bringt zum Ausdruck, wie sich die Menge aller realwirtschaftlichen Transaktionen (Transaktionsvolumen T), das Preisniveau (P), die Geldmenge (G) und die Umlaufgeschwindigkeit des Geldes (U) zueinander verhalten:
Dabei gilt für die einzelnen Faktoren:
| Variable | Erklärung | Einheit |
| Menge aller realwirtschaftlichen Transaktionen | Die "physische" Menge aller in einer bestimmten Zeitspanne gegen Geld eingetauschten Waren und Dienstleistungen. Empirisch kann diese Menge kaum ermittelt werden. (Beispiel: 1658234 Joghurtbecher + 36587 Traktoren pro Monat) Unbezahlte Dienstleistungen wie z.B. die Kindererziehung werden (richtigerweise) von der Gleichung nicht erfasst. | Die Einheit ist vom Typ Ware/Zeit. |
| Preisniveau | Der durchschnittliche Preis pro Mengeneinheit der Transaktionen gemessen in einer bestimmten Währung. Theoretisch wird das Preisniveau als ein Preisindex ermittelt. | Die Einheit ist vom Typ Währung/Ware. (Das Preisniveau bestimmt die Kaufkraft einer Währung.) |
| Umlaufgeschwindigkeit | Die durchschnittliche Anzahl Transaktionen pro Geldeinheit der gegebenen Währung in besagter Zeitspanne. Die Umlaufgeschwindigkeit wird theoretisch einfach aus den übrigen Größen der Gleichung errechnet. | Die Einheit ist vom Typ 1/Zeit, also eine Frequenz, z.B. 1/y. |
| Geldmenge | Die gesamte Menge des Geldes besagter Währung. | Die Einheit ist vom Typ Währung. |
(Wert des Stromes der Waren und Dienstleistungen von Verkäufer zu Käufer) = (Wert des Stromes des Geldes von Käufer zu Verkäufer)
Dabei ist zu beachten, dass sowohl Waren wie Geld mehrfach den Besitzer wechseln können.
Der Wert des Stromes der Waren und Dienstleistungen von Verkäufer zu Käufer ist angenommenerweise T*P.
Der Wert des Stromes des Geldes von Käufer zu Verkäufer ist definitionsgemäß G*U.
Es folgt:
Sie bringt zum Ausdruck wie sich das reale Bruttoinlandsprodukt (Y), das Preisniveau (P), die Geldmenge (G) und die Umlaufgeschwindigkeit des Geldes (U) zueinander verhalten:
(nominales Bruttoinlandsprodukt) = (reales Bruttoinlandsprodukt)*(Preisniveau) = (Geldmenge)*(Umlaufgeschwindigkeit)
Dabei gilt für die einzelnen Faktoren:
Unter anderem folgt aus der Quantitätsgleichung ohne Zusatzannahmen deshalb nicht die Quantitätstheorie des Geldes, die eine letzte Abhängigkeit des Preisniveaus von der Geldmenge behauptet. Denn selbst wenn die Zentralbank nicht die Geldmenge über das Wirtschaftswachstum hinaus vermehrt, könnten die Preise doch aufgrund eines Wachstums der Umlaufgeschwindigkeit steigen. (Faktisch sank den statistischen Daten der Bundesbank zufolge die Umlaufgeschwindigkeit der Geldmenge M1 von 1990 bis 2001 von 1,58/a auf 0,82/a.) Empirisch ist der systematische Zusammenhang zwischen Geldmenge und Preisniveau allerdings gut belegt.
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