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ICD-10-Code Pyromanie: F63.3
Unter F63 "Abnorme Gewohnheiten und Störungen der Impulskontrolle"
Als Pyromanie (von griech. πυρος (pyros) = Feuer, μανια (mania) = Raserei, siehe Manie) oder pathologische Brandstiftung ist der krankhafte Zwang bezeichnet, Feuer zu legen oder dies zu versuchen. In der ICD-10-Klassifikation wird die Pyromanie zu den Abnormen Gewohnheiten und Störungen der Impulskontrolle gezählt. Hier werden allgemein eine Reihe von Zuständen zusammengefasst, bei denen das Verhalten der betroffenen Personen offensichtlich unkontrolliert und unangemessen ist. Kleptomanie (pathologisches Stehlen), Trichotillomanie (pathologisches Haarezupfen), pathologisches Spielen und andere nicht näher bezeichnete entsprechende Verhaltensweisen werden hier angeführt.

Ausgeschlossen werden jene Fälle von Brandstiftung, die als Folge anderweitiger Störungen erfolgen. Hier sind u.a. Störungen des Sozialverhaltens, Handlungen unter Einfluss von Alkohol und anderen psychotropen Substanzen, organische psychische Störungen und die Schizophrenie zu nennen.

Kriterien


Pyromanie ist ein klar umrissenes Krankheitsbild. Im "Diagnostic and Statistical Manual of Mental Disorders", dem international gültigen Diagnosekatalog der Psychiatrie, finden sich eindeutige Kriterien:
  • Die bewusste und vorsätzliche Brandstiftung in mehreren Fällen.
  • Große Anspannung und Erregung vor der Tat.
  • Großes Interesse an Feuer und allem was damit zu tun hat.
  • Freude oder Erleichterung während der Brandstiftung
  • Die Brandstiftungen wurden nicht aus finanziellen Gründen, Rachegelüsten etc. gelegt.

Verbreitung


Pyromanie ist insgesamt eher selten, kommt aber unter Brandstiftern relativ häufig vor. In einer großen Studie in den USA fanden sich unter 1145 erwachsenen männlichen Brandstiftern 39 % mit einer Pyromanie. Bei Frauen ist sie kaum vorhanden.

Oftmals wird angenommen, dass besonders viele Brandstifter selber Mitglied in einer Feuerwehr sind. So haben Pyromanen aufgrund ihrer Krankheit sicher eine gesteigerte Motivation, in eine Feuerwehr einzutreten, doch wird versucht, dies durch eine geeignete soziale und strafrechtliche (Führungszeugnis) Mitgliederauswahl zu verhindern. Auch eine Kontrolle innerhalb der sozialen Gruppen der Feuerwehr verhindert solche Tendenzen. Jedoch ist dieses Problem keine Besonderheit der Feuerwehr – auch andere Gruppen könnten ähnliche Anziehungspunkte für nicht geeignete Mitglieder darstellen (vgl. Vorurteile: Schützenverein, Bundeswehr). Deshalb ist ein professioneller und differenzierter Umgang mit dem Thema notwendig.

Behandlung


Die Behandlung erfolgt psychotherapeutisch und verhaltenstherapeutisch.

Weblinks


  • http://www.lumrix.de/icd.php?f=lumrix-get&r=f%2Ff63.xml&k=k00 - ICD-10-Klassifikation der pathologischen Brandstiftung (Pyromanie)

Psychische Störung | Feuer

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