Pyridin (Summenformel: C5H5N, Molekulargewicht: 79,10), auch bekannt als Azin oder Azabenzol, ist ein Heteroaromat, also eine heterozyklische Verbindung mit aromatischen Eigenschaften (siehe Aromate). Man kann es sich vom Benzol abgeleitet denken, in dessen Ring eine C-H Gruppe durch ein Stickstoffatom ersetzt ist (daher der Name Azabenzol).
Physikalische und chemische Eigenschaften
Pyridin hat einen
Schmelzpunkt von -42 °C, der
Siedepunkt liegt bei 115 °C; Pyridin liegt daher bei Raumtemperatur als farblose, gesundheitsschädliche, übelriechende (ähnlich altem Fisch)
Flüssigkeit vor. Es ist mit
Alkohol und
Wasser mischbar, reagiert schwach basisch und bildet mit
Chlorwasserstoffsäure ein kristallines
Hydrochlorid, welches erst bei 145 °C schmilzt.
Durch den elektronegativen
Stickstoff ist der Ring relativ elektronenarm. Dies hemmt die sonst für aromatische Systeme typische elektrophile Substitution und begünstigt die Metallierung durch starke Basen.
Natürliches Vorkommen
Ein natürliches Pyridiniumsalz ist
Nicotinamidadenindinukleotid (NAD). Viele Pyridin-
Derivate sind wichtige
Naturstoffe, wie beispielsweise
Nicotin,
Nicotinamid, ein
Vitamin, dessen Mangel
Pellagra verursacht, oder Vitamin B
6, auch
Pyridoxin genannt.
Gewinnung und Herstellung
Pyridin und alkysubstituierte Pyridine wie beispielsweise
Picoline werden durch
Destillation oder
Schwefelsäure-
Extraktion aus
Steinkohlenteer, in dem es zu 0,1 % vorkommt, gewonnen. Sie können auch aus
Acetaldehyd und
Ammoniak über eine für viele Pyridinderivate anwendbare
Hantzsch-Synthese dargestellt werden.
Verwendung
Pyridin und die Pyridinbasen werden als Lösungsmittel, für die
HPLC, sowie als Synthesebaustein zur Herstellung von einer Vielzahl von Stoffen, wie
Arzneimitteln und
Herbiziden verwendet. Im Gemisch mit
Picolinen wurde Pyridin manchmal zum
Denaturieren von
Ethanol zu Brennspiritus eingesetzt, ist heute aber oft durch ungiftigere Stoffe ersetzt.
Sicherheitsdaten
Historisches
Es wurde zuerst im
Knochenöl, welches sich durch starkes Erhitzen von trockenen
Knochen bildet, entdeckt. "Pyr" ist abgeleitet vom griechischen Wort für "Feuer".
Heteroaromat | Heterocyclische Base | Heterocyclus | Chemische Verbindung | Feuergefährlicher Stoff | Gesundheitsschädlicher Stoff
Pyridin | Pyridine | Piridina | Pyridine | Piridina | ピリジン | Pyridine | Pirydyna | Пиридин | Pyridin | Піридин | 吡啶