Pygmalion ist der Name eines Bildhauers aus der griechischen Mythologie und der Name eines Schauspiels von George Bernard Shaw. Außerdem ist er der Name eines Königs von Tyros, der möglicherweise den Ursprung der mythischen Geschichte darstellt. Über den Pygmalion von Tyros erzählt Vergil in seiner Aeneis.
Pygmalion, Sohn des Belus, ist ein einsamer Bildhauer, der eine Frau aus Elfenbein schnitzt, die er Galatea nennt. Er verliebt sich in sie und fleht Aphrodite an, die den liebeskranken Künstler erhört und Galatea Leben einhaucht. Bald darauf erwidert Galatea seine Liebe und die beiden heiraten.
Der Künstler Pygmalion von Zypern ist aufgrund schlechter Erfahrungen mit Frauen, die sich prostituierten, zum Frauenfeind geworden und lebt nur noch für seine Bildhauerei. Ohne bewusst an Frauen zu denken, erschafft er aber eine wunderschöne Elfenbeinstatue, die schließlich wie eine lebendige Frau aussieht. Er behandelt das Abbild immer mehr wie einen echten Menschen und verliebt sich schließlich in seine Kunstfigur. Am Festtag der Venus fleht Pygmalion zu der Göttin der Liebe: Zwar traut er sich nicht zu sagen, seine Statue möge zum Menschen werden, doch bittet er immerhin darum, seine dereinstige Frau möge so sein wie die Statue. Venus erhört seinen geheimen Wunsch: Als er nach Hause zurückkehrt und die Statue wie üblich zu liebkosen beginnt, wird diese langsam zu einem lebendigen Wesen. Aus der Verbindung geht ein Kind namens Paphos hervor.
Das Schauspiel löste damals einen Skandal aus, da das Stück für die damaligen Verhältnisse geradezu exzessiv oft Schimpfwörter verwendet. So benutzt Eliza einmal das damals ordinäre Wort bloody: Obwohl Eliza mit feinem Akzent sprechen kann, versteht sie wenig von dem, worüber man in der hohen Gesellschaft spricht. Als jemand sie fragt, ob sie zu Fuß nach Hause gehen würde, antwortet sie: „Verdammt unwahrscheinlich!“ (bloody unlikely).
Das Schauspiel wurde 1938 mit Leslie Howard und Wendy Hiller in den Hauptrollen verfilmt. Shaw wurde für das Drehbuch dieser Adaption mit einem Oscar ausgezeichnet. Später wurde Pygmalion zu einem Musical und einem Film mit dem Namen My Fair Lady umgearbeitet.
Johann Wolfgang von Goethes Jugendgedicht "Pygmalion" (1767) und Franz von Suppés Operette "Die schöne Galathée" (1865) sind Varianten des Stoffes, die eine Bekehrung des Weiberfeindes Pygmalion vorführen.
Bei W.S. Gilbert ("Pygmalion and Galatea", 1831) und G.Kaiser ("Pygmalion" 1948) wird gegenüber der Überlieferung das Motiv der erneuten Versteinerung durchgespielt.
Siehe auch: Mythologie, Pygmalion-Effekt
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