Die Puranas (Sanskrit, n., पुराण, purāṇa, wörtl.: alte Geschichte) gehören zu den wichtigsten Texten für den Hinduismus. Sie sind in der Zeit vom Jahre 400 bis zum Jahre 1000 entstanden, greifen jedoch oft auf ältere Inhalte zurück.
Neben einigen untergeordneten, wie etwas dem Devi Bhagavata, gibt es achtzehn Haupt-Puranas, die in drei Gruppen fallen:
Puranas werden zu den Smritis gerechnet und haben nicht für alle Hindus gleichermaßen die unumstößlich Autorität der Veden. Trotzdem gelten sie für ihre Gläubigen als inspiriert, als göttlichen Ursprungs. Alle Puranas sind primär der Anbetung einer Gottheit gewidmet und beschreiben Zeremonien und Festivals (vrata) für deren Verehrung. In den meisten dieser Werke gibt es auch größere Kapitel über Rechte und Pflichten der Kasten, die vier Lebensstadien, und die Opfer für die Toten (shraddha) sowie ausführliche ethische und spirituelle Unterweisungen.
Oft sind Kosmogonien und genealogische Listen der Königshäuser aufgezeichnet, die bis zu den Helden des Mahabharata zurückreichen. Als historische Quelle sind die Puranas jedoch nur mit großer Vorsicht zu gebrauchen. Dennoch gilt das Vishnupurana als gute Quelle zur Maurya-Dynastie und das Vayupurana zur Gupta-Zeit. Die aufgezählten Herrschernamen bieten einen Anhalt für die Datierung des jeweiligen Purana. Der persische Gelehrte Al-Biruni gibt um etwa 1030 n.Chr. eine vollständige Liste aller 18 Puranas.
Nach Ansicht des Philosophen Ramanuja führt zur wahren Erkenntnis nur das Veda-Studium, wohingegen die Puranas nur bei der Reinigung von Sünden helfen. In diesem Sinn sind die Puranas heilige Texte der zweiten Klasse. Sie waren ursprünglich keine von Brahmanen kreierte Literatur. Die Sutas (Wagenlenker und Barden) dürften diejenigen gewesen sein, die zur Schaffung und Verbreitung der Puranas beigetragen haben. Erst später gingen die Puranas über in die Hände der Brahmanen.
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