In der Medizin beschreibt der Puls (v. lat.: pellere = schlagen; PPP pulsum) überwiegend qualitativ die mechanischen Auswirkungen von Herzaktionen auf die direkte Umgebung oder deren Fortleitung in entferntere Regionen des Körpers durch das Gefäßsystem.
Der Ruhepuls eines trainierten Ausdauersportlers beträgt meistens zwischen 32 und 45 Schlägen pro Minute. Seltener ist ein Ruhepuls von weniger als 30 Schlägen pro Minute. Das Herz dieser Sportler ist dabei vergrößert. Das Lungenvolumen ist dabei ebenfalls häufig erhöht.
Auch an den Venen gibt es einen schwachen Puls. Allerdings ist der Venenfluss von mehreren Faktoren abhängig, insbesondere von der Atmung, der Körperlage und der Körperaktivität und nicht so sehr vom zweigipfligen Venenpuls, der durch wechselnde Druckverhältnisse im rechten Vorhof des Herzens zustande kommt. Der Venenpuls wurde früher als Jugularvenenpulskurve aufgezeichnet und kann heute relativ leicht mit einem Dopplergerät an den verschiedensten Regionen des Körpers abgeleitet werden. Dazu muss allerdings die Dopplerfrequenz auf die niedrigen Flussgeschwindigkeiten im Venensystem umgeschaltet werden.
Die typische Venenpulskurve zeigt zwei markante Täler, die dem systolischen und diastolischen Zustrom zum Herzen entsprechen. Nur in einer kurzen Phase kommt es zu einem kurzen Rückstrom in die Venen, was sich in der Venenpulskurve als kleiner Berg manifestiert. Dieser Rückstrom entspricht der Vorhofsystole und wird als A-Welle bezeichnet. Dieser kurze Rückstrom ist allerdings nur bei Sinusrhythmus und intakter mechanischer Vorhofaktion vorhanden. Bei einer schweren Trikuspidalinsuffizienz strömt das Blut aus der rechten Herzkammer in der Systole in erheblichem Maß zurück in den rechten Vorhof und die vorgeschalteten Venen, so dass das systolische Tal der Venenpulskurve aufgehoben oder sogar umgekehrt als Berg erkennbar ist.
Eine ganz ähnliche Venenpulskurve lässt sich mittels Transösophagealer Echokardiografie (TEE) auch aus den Lungenvenen aufzeichnen. Sie kann zur Beurteilung des Schweregrades einer Mitralklappeninsuffizienz herangezogen werden.
Es gibt verschiedene Stellen am Körper, an denen man den arteriellen Puls leicht tasten kann, z.B.:
Im Notfall ist der Femoralispuls (nach der Arterie in der Leiste) bzw. der Carotispuls (am Hals) am verlässlichsten tastbar, da er auch noch bis zu Blutdrücken um 60 mmHg sytolisch nachweisbar ist, periphere Pulse bis 80 mmHg Um bei der Messung die ganze Pulswelle zu erfassen, sollte der Puls mit 3 Fingern getastet werden (Abweichung zum Foto).
Der Puls kann auf unterschiedliche Weise gemessen werden: Entweder man verwendet ein Pulsmessgerät, oder man führt die Messung manuell aus.
Um den individuellen Trainingspuls abzuschätzen, misst man zunächst die Pulsschläge pro Minute. Etwas ungenauer kann man die Pulsfrequenz nur für 10 Sekunden messen und das Ergebnis mit sechs multiplizieren. Aus der so ermittelten Pulsfrequenz (Ruhepuls, Belastungspuls, Entspannunngspuls) wird die individuelle Trainingsfrequenz wie folgt abgeschätzt:
oder schneller, aber ohne Berücksichtigung des Ruhepulses: .
| regelmäßig | <-> | unregelmäßig (Herzrhythmusstörung) |
| schnell | <-> | langsam |
| hart | <-> | weich (bei hohem oder niedrigem Blutdruck) |
Puls | Pulse | Rythme cardiaque | Пульс