Pully * ist eine politische Gemeinde im Distrikt Lausanne des Kantons Waadt in der Schweiz.
Die Fläche des 5.8 km² grossen Gemeindegebiets umfasst einen Abschnitt am Nordufer des Genfersees. Der Gemeindeboden erstreckt sich vom Seeufer nordwärts über den schmalen Uferrandstreifen und die Geländeterrasse von Pully sowie die angrenzenden Hänge hinauf. Die westliche Grenze bildet das Tal des Baches Vuachère, im Osten verläuft die Grenze entlang der Paudèze, die mit einem tiefen Tal den Hang untergliedert. In einem schmalen Streifen reicht das Gemeindegebiet nach Nordosten über das Waldgebiet Bois de la Chanaula auf den Hang von Monts de Pully, begrenzt durch die Täler von Paudèze im Südosten und Chandelar im Nordwesten. Auf der Höhe westlich von Claie aux Moines wird mit 802 m ü. M. die höchste Erhebung von Pully erreicht. Von der Gemeindefläche entfielen 1997 54 % auf Siedlungen, 25 % auf Wald und Gehölze, 20 % auf Landwirtschaft und etwas weniger als 1 % war unproduktives Land.
Zu Pully gehören die Siedlungen Chamblandes (380 m ü. M.) am Seeufer, La Rosiaz (580 m ü. M.) an den Hängen oberhalb von Pully sowie die Streusiedlung Monts de Pully (723 m ü. M.) am oberen Hang des Jorat. Nachbargemeinden von Pully sind Lausanne, Savigny, Belmont-sur-Lausanne und Paudex.
| Bevölkerungsentwicklung | |
|---|---|
| Jahr | Einwohner |
| 1850 | 1113 |
| 1900 | 2339 |
| 1910 | 3453 |
| 1930 | 5075 |
| 1950 | 6989 |
| 1960 | 12505 |
| 1970 | 15917 |
| 1980 | 14988 |
| 1990 | 15612 |
| 2000 | 16034 |
Aufgrund seiner Lage direkt an der Stadtgrenze von Lausanne, stieg der Siedlungsdruck auf Pully bereits um 1900 stark an. In der Folge entwickelte sich das ehemalige Winzerdorf zu einem Wohnvorort von Lausanne. Die Hänge um den alten Ortskern wurden mit Wohnblöcken, Einfamilienhäusern und Villen überbaut und die Landwirtschaftszonen immer weiter zurückgedrängt. Anders als in den übrigen an Lausanne angrenzenden Stadtgemeinden gibt es in Pully kein grösseres Industrie- und Gewerbegebiet. Als wichtiges Unternehmen ist die Tetra Pak International SA zu nennen. Die überwiegende Anzahl der in Pully Erwerbstätigen (rund 80 %) ist im Dienstleistungssektor beschäftigt.
Pully verfügt über einen Bootshafen am Genfersee und eine Erholungszone entlang des Seeufers. Die erste Badeanstalt der Gemeinde wurde im Jahr 1913 eröffnet.
Am 2. April 1861 wurde der Streckenabschnitt Lausanne – Villeneuve der Eisenbahnlinie von Lausanne ins Wallis eröffnet. Rund anderthalb Jahre später, am 4. September 1862 wurde auch die Bahnlinie Lausanne-Bern in Betrieb genommen, welche den oberen Gemeindeteil durchquert. Pully besitzt an beiden Strecken einen Bahnhof. Die Gemeinde wird durch mehrere Trolleybus- und Autobuslinien der Transports publics de la région Lausannoise erschlossen. Ferner wird Pully auch durch das Schiffsverkehrsnetz auf dem Genfersee bedient.
Die erste urkundliche Erwähnung des Ortes erfolgte bereits im Jahr 962 unter dem Namen Pulliacum. Im 12. Jahrhundert erschien die Schreibweise Polliacum, danach folgten zahlreiche weitere Bezeichnungen: Puliei und Pulie (1142), Puliacum (1155), Pauliei (1178), Pulli (1198), Pullie (1223), Pullis, Villa Puliaco im 13. Jahrhundert, Pollie (1250), Pullyez und Pullye (1368) sowie Pulliez (1377). Der Ortsname geht auf den römischen Personennamen Pollius zurück. Der Besitzer der römischen Villa von Pully hiess Pollius.
Seit dem 10. Jahrhundert hatte die Abtei Saint-Maurice reichen Grundbesitz in Pully. Dieser ging später an das Kloster Payerne. Das Dorf unterstand dem Bischof von Lausanne. Mit der Eroberung der Waadt durch Bern im Jahr 1536 kam Pully unter die Verwaltung der Landvogtei Lausanne. Nach dem Zusammenbruch des Ancien régime gehörte das Dorf von 1798 bis 1803 während der Helvetik zum Kanton Léman, der anschliessend mit der Inkraftsetzung der Mediationsverfassung im Kanton Waadt aufging. 1798 wurde es dem Bezirk Lausanne zugeteilt.
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