Puja (Sanskrit, f., पूजा, pūjā, *) bedeutet in etwa "Verehrung" oder "Ehrerweisung". Die Puja gehört - als ein im Idealfall täglich praktiziertes Ritual - im Hinduismus und Buddhismus zu den wichtigsten Bestandteilen des religiösen Alltags.
Grundsätzlich können hinduistische Pujas überall stattfinden, im eigenen Haus und Hof ebenso wie im Tempel oder in der Natur. Religiöse Praxis spielt sich im Hinduismus zu einem großen Teil im Hause ab. Dazu gehört die tägliche Puja. Gegenstand der Verehrung ist das Göttliche in einer Statue aus Metall oder anderen Materialien oder auch nur aus einem bunten Papierbild. Oft steht im Zentrum des Geschehens nicht die personale Darstellung sondern ein Emblem, wie z.B. ein Lingam oder ein Dreizack für Shiva. Sehr verbreitet ist auch die Anbetung in bestimmten Pflanzen, wie etwa in der Tulsi (die heilige Basilpflanze) oder einfach in einem Krug mit Wasser.
Die 16 Rituale sind eine brahmanische Tradition bestehend aus folgenden (regional unterschiedlichen) Sequenzen: die Gottheit wird herbeigeführt (1) und es wird ihr ein Sitz angeboten (2). Dabei wird ihr Wasser zum Reinigen der Füße (3) des Gesichtes und die Hände (4) sowie zum Spülen des Mundes (5) gereicht. Dann wird sie gebadet (6), gekleidet (7), mit der heiligen Schnur versehen und geschmückt (8). Sie wird mit duftenden Salben (meist Sandelholzpaste) betupft (9) und ihr werden Blüten (10) dargeboten, sowie Räucherstäbchen (11) und ein brennendes Licht mit Butterschmalz (12). Dann wird ihr eine Opferspeise (13) vorgesetzt und anschließend Betel (14) gereicht. Schließlich erfolgt das Überreichen der Gaben (15) und das Ritual endet mit der ehrfurchtsvollen Umschreiten der Gottheit.
Nicht das Bild bzw. Emblem selbst ist Gegenstand der Verehrung, sondern das letztlich formlose Höchste darin. So ruft der Priester dieses vor jeder Puja etwa als Shiva, Vishnu oder Durga an und bittet während der Zeremonie im Bildnis anwesend zu sein. Aber Gott wird nicht nur außerhalb gedacht: In einer kurzen Meditation stellt sich der Priester das Göttliche bildhaft als im Herzen anwesend vor, entweder personal oder im Symbol. In manchen Pujas ist eine Blüte, vor das Herz gehalten, dann das äußere Zeichen für dessen Präsenz. Die Blüte hält der Priester unter die Nase und stellt sich vor, wie das Göttliche vom Herzen durch den Atem auf diese übergeht, und legt sie dann vor das Bildnis auf den Altar. Eine weitere Möglichkeit ist das „Leben geben“ in einer Shakti-Puja, dem Gottesdienst zu Ehren der Göttin: Mit einem kleinen Büschel Gras und einigen Körnern ungekochtem Reis in den Fingern, die eine ganz bestimmte Stellung einnehmen müssen, eine Mudra , berührt der Priester die Herzgegend der Statue, bzw. des Bildes. Dazu spricht er vorgeschriebene Gebete welche die Murti 'lebendig' machen und durch welche die Göttin dann als tatsächlich anwesend gedacht wird (in der Bedeutung sehr ähnlich der heiligen Wandlung während der Eucharistiefeier in der katholischen Kirche). Immer begleiten formelle Gebete und Mudras (rituellen Handstellungen) die äußeren Tätigkeiten und erst dadurch wird das Geschehen wirksam. Die rituelle Sprache für den Priester ist Sanskrit. Pujas sind in den Veden ebenso wie in den Puranas beschrieben.
Wer sich die vorher beschriebenen 16 Dienste nicht leisten kann, beschränkt sich auf das Opfer von Räucherstäbchen, Butterlicht und Blüten. Auch die tägliche häusliche Puja ist kürzer und kann sich auf diese drei Gegenstände beschränken. Üblich ist die Lichtkreiszeremonie, Arati: Die Gegenstände werden betend unter dem Klang einer kleinen Glocke vor dem Altar geschwenkt. Arati wird (im Idealfall) täglich zweimal ausgeführt, oft durch Frauen. In diesen häuslichen Pujas kann Sanskrit, aber auch die jeweilige Landessprache gesprochen werden. Zu Feiertagen oder besonderen Anlässen wie etwa Hauseinweihung, Hochzeit oder andere Hindu-Sakramente kommt auf Wunsch ein Priester ins Haus.
Dem Äußeren nach geht es im Prinzip darum, Gott als höchstem Gast Ehre zu erweisen. Man reicht als Opfergabe verschiedenste Speisen, gekochte ebenso wie ungekochte (die absolut rein sein müssen, vegetarisch - ohne Ei, Zwiebeln oder Knoblauch), Früchte, Milch, Joghurt, geklärte Butter und Honig. Anschließend verzehren die Gläubigen die Opferspeisen, das 'Prasad'. Der Priester beendet das Ritual mit einer formellen Verabschiedung - nach außen hin erkennbar, wenn er das Bildnis leicht hin und her bewegt.
Der Priester zündet unter Gebeten das Feuer-Holz an, das je nach den räumlichen Voraussetzungen klein und in einer speziellen Kupferschüssel oder groß im Freien sein kann, begrenzt von Steinen. Nach und nach gibt er mit einem Löffel geschmolzene Butter, einhundertacht Blätter des „heiligen“ Belbaumes sowie bestimmte Samenkörner hinein, die das Feuer erhalten und gleichzeitig Opfer sind. Auch Blüten, Räucherstäbchen sowie kleine Stückchen der Opferspeisen werden hineingeworfen und dann eine Butterlampe geschwenkt. Bei rituellen Einweihungen oder Reinigungen trägt man die Flammen dann segnend durch alle Räume. Schließlich segnen sich die Anwesenden, indem sie mit beiden Händen über die Flammen und dann damit über Stirn und Scheitel streichen. Mit etwas Asche, vermischt mit rotem Pulver, gibt der Priester jedem einen Segenspunkt auf die Stirn und spricht Segensworte: "Dieses Zeichen gebe dir Frieden!"
Auch für Feuer-Pujas gibt es verschiedene Versionen.