Das Puddelverfahren ist ein Verfahren zur Herstellung von Stahl aus Roheisen.
Das Puddelverfahren ist eines der ältesten Verfahren zur Stahlgewinnung. Es wurde 1784 von Henry Corte entwickelt und erlangte während der Industrialisierung große Bedeutung (z. B. für Dampfmaschinen). das verfahren war bis Mitte des 19. Jahrhunderts gebräuchlich.
Beim Puddeln wird das Roheisen in großen Pfannen eines Puddelofens geschmolzen und dann mit langen Stangen durchgerührt (puddled), um unter Zugabe von Reduktionsmitteln, insbesondere Kohle, und mittels häufigem Umrühren Stahl herzustellen. Dadurch wird es immer wieder sauerstoffhaltigen Verbrennungsgasen ausgesetzt und somit "gefrischt", um die Verunreinigungen auszutreiben und den Kohlenstoff zu verbrennen. Die Weiterverarbeitung der Luppe ermöglicht die Erzeugung von preiswertem Massenstahl. Diese Arbeit war extrem schwer und auch nicht ungefährlich. Ein Puddelvorgang dauerte ca. 24 Stunden, bis aus dem rohen Eisen schmiedbarer Stahl geworden war.
Das Puddeln und der Puddelstahl endeten, als mit der Bessemerbirne und später dem Thomasverfahren effizientere und vor allem wesentlich schnellere Roheisen-Konvertierverfahren auf den Markt kamen: eine Charge Roheisen konnte die Bessemerbirne bereits nach zwanzig bis dreißig Minuten verlassen.
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