Psychosomatischen Kliniken bieten theapeutische Unterstützung für psychosomatische und psychische Störungen. Meist mit einem ganzheitlich-integrativen Ansatz im Rahmen einer therapeutischen Gemeinschaft.
Therapeutische Gemeinschaft
Das Prinzip der therapeutischen Gemeinschaft ist Grundlage für alle Kliniken. Alle Mitarbeiter/innen und Gäste der Klinik gestalten in einem gemeinsamen Prozess eine "Lehr- und Lerngemeinschaft". Sie dient als Übungsfeld der Begegnung und Kommunikation. Neben den therapeutischen Gruppen finden wichtige Prozesse im wöchentlichen Plenum oder anderen Grossgruppen statt. Ebenso wichtig sind regelmässige organisatorische und Freizeit-Gruppen, sowie die Selbsthilfegruppen.
Methoden
Zentral sind die Methoden der
humanistischen Psychologie:
Gestalttherapie,
systemische Familientherapie,
Körperorientierte Psychotherapie (insbesondere
Casriel-Therapie (Bonding),
Holotropes Atmen,
Bioenergetik. Einige Kliniken haben als Schwerpunkt aber auch
Psychoanalyse und tiefenpsychologisch fundierte Psychotherapie, oder eher selten die
Verhaltenstherapie.
Je nach Kompetenz der Mitarbeiter werden weitere Methoden eingesetzt:
Bewegungstherapie (insbesondere
Konzentrative Bewegungstherapie (KBT),
Feldenkrais,
Watsu,
Massage),
Meditation (
Zen,
Kundalini,
Dynamische,
Mantra-Singen),
Sport (Frühsport, Ausdauertraining, Schwimmen, Wandern, Klettern),
Kreativtherapie (Malen, Töpfern, Theater, Musik, Ausdruckstanz),
Entspannungsverfahren (
Autogenes Training,
Progressive Muskelentspannung),
Erlebnispädagogik (Outdoor-Training, Nachtwanderung, Wanderwoche, Zelten, Hüttenmarathon)
Transfer
In Transfergruppen werden die neuen Erfahrungen integriert und die Umsetzung im Lebensumfeld geplant. Auch Angehörigenarbeit, Paar- und Familientherapei haben einen hohen Stellenwert. Ehemalige treffen sich regelmässig auf offenen Treffen in der Klinik und in regionalen Selbsthilfegruppen zuhause.
Indikation
Jede Klinik hat ihre eigenen Schwerpunkte: Psychosomatische Störungen, Sucht, posttraumatische Belastungsstörung, Depression, Ängste, Borderline, Beziehungsstörungen, Burn-Out, sexuelle Störungen, Partnerschafts-Probleme, spirituelle Krisen,
Die Aufenthaltsdauer beträgt in der Regel 6 bis 10 Wochen, bei Kurzzeittherapie 2 bis 4 Wochen.
Prägende Einflüsse
Einen besonderen Stellenwert in Deutschland hat das
Bad Herrenalber Modell von Walther Lechler. Viele dort ausgebildete Oberärzte haben später Schwesternkliniken gegründet.
Berufsgruppen
Fachlich geleitet wird die Psychosomatische Klinik meist von einem
Facharzt für
Psychosomatische Medizin,
Psychiatrie und
Psychotherapie ggf. mit Zusatztitel Psychoanalyse oder Psychotherapie, oder ein
Psychologischer Psychotherapeut mit therapeutischer Zusatzausbildung. In den Therapiegruppen arbeiten als interdisziplinäres Team Ärzte, Psychologen, Familientherapeuten, Sozialarbeiter, Sozialpädagogen, Körpertherapeuten, Sportlehrer, Kunst- und Gestaltungstherapeuten, Krankenpfleger, Theologen, etc. Auch die Mitarbeiter in Küche, Garten, Reinigung, Wäscherei, Verwaltung und der Hausmeister sind oft ins Team integriert.
Finanzierung
- Krankenkasse
- Rentenversicherung
- Privat
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