Nach Lienert und Ratz (1998) ist ein Test ein "... wissenschaftliches Routineverfahren zur Untersuchung eines oder mehrerer empirisch abgrenzbarer Persönlichkeitsmerkmale mit dem Ziel einer möglichst quantitativen Aussage über den relativen Grad der individuellen Merkmalsausprägung".
Gemäß dieser Definition muss ein psychologisches Testverfahren die folgenden Kriterien erfüllen:
Kategorial können Leistungstests, Persönlichkeitstests (i.e.S.), Motivations- und Interessenstests, anamnestische Fragebögen und weitere spezielle Testverfahren unterschieden werden. Des Weiteren unterscheidet man zwischen Norm- und Kriteriumsorientierten Testverfahren.
Bezüglich der Erhebungsmethode sind mindestens drei Arten zu unterscheiden: Der Proband antwortet entweder schriftlich auf Papier (so genannte paper and pencil tests), gibt seine Antworten in einen Computer ein oder teilt sie dem Protokoll führenden Testleiter mündlich mit (z. B. Sätze ergänzen).
Bei den Persönlichkeitstests wird zwischen Fragebogen-, projektiven Verfahren (z.B. Rorschachtest) unterschieden. Während im Fragebogen der Proband sein eigenes gewohnheitsmäßiges Verhalten und Erleben beschreibt (so genannte Selbstbeschreibung), wird er im projektiven Verfahren um eine gestaltende Deutung der Testvorlage gebeten. Die Zusammenstellung der Testverfahren ist dabei von der jeweiligen Untersuchungsfrage abhängig.
Tests können nach der klassischen Testtheorie oder nach der probabilistischen Testthorie konstruiert werden.
Es gibt mehrere Möglichkeiten, einen Test herzustellen, zu "konstruieren". Einmal kann eine dezidierte Theorie über menschliches Verhalten vorliegen (z. B. psychoanalytische Theorie oder Intelligenztheorie). Davon ausgehend werden dann Fragen (Items) generiert, die mittels mehr oder weniger aufwändiger statistischer Verfahren auf ihre Güte geprüft werden (Messgenauigkeit, Objektivität und Validität). Man bildet hypothetische Klassen oder Gruppen, die man mit Namen belegt oder ermittelt diese Klassen mittels statistischer Verfahren (z.B. Faktoren-Analyse)(z. B. "Offenheit"). Diese kann man dann nach Intensität oder Häufigkeit kontinuierlich oder diskret abstufen (z.B. sehr, etwas, wenig). Die resultierenden Messwerte stehen dann für die Ausprägung des Merkmals.
Ein weiteres Verfahren nennt sich externale Konstruktion. Dieses nur auf den zweiten Blick einleuchtende Verfahren funktioniert so: man betrachtet zwei unterscheidbare soziale Gruppen (z. B. Alkoholabhängige vs. nicht Abhängige). Diesen Gruppen werden inhaltlich breit gefächerte (heterogene) Items vorgelegt. Diese werden beantwortet. Schließlich werden diejenigen Items ausgewählt, die beide Gruppen statistisch abgesichert voneinander trennen. Davon ausgehend wird dann der Test zusammen gestellt. Nun kann (mit einer gewissen Fehlerwahrscheinlichkeit) eine korrekte Einordnung in die eine oder andere Gruppe (an anderen Personen) vorgenommen werden. Mitunter werden durch dieses Verfahren Items generiert, die mit dem, was ich wissen möchte, inhaltlich wenig gemein haben. Der Test wird "undurchschaubar". Ein Beispiel wäre das Minnesota Multiphasic Inventory (MMPI, Hathaway & McKinley, 1951), ein Persönlichkeitstest.
Die induktive Konstruktion ist an sich keiner Theorie verpflichtet. Hier stellt man "blind" Items zusammen, die inhaltlich zueinander passen. Diese Items sollten möglichst zusammenhängen (korrelieren). Mit Hilfe von weiteren Zusammenhangsüberprüfungen kann dann entschieden werden, ob die so entwickelte Skala valide ist.
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