Psycho ist der Titel eines Films von Alfred Hitchcock nach einem Roman von Robert Bloch.
Robert Bloch hatte sich bei seiner Romanvorlage von dem Serienmörder Ed Gein inspirieren lassen. Diese Mischung aus Thriller und Horrorfilm machte den Film zu einem zentralen Film der genannten Genres.
Marion Crane (Janet Leigh), eine Sekretärin aus Phoenix, ist es leid, sich mit ihrem Freund Sam (John Gavin) nachmittags heimlich in billigen Absteigen treffen zu müssen. Sie möchte ihn endlich heiraten. Er fühlt sich jedoch finanziell noch nicht genug abgesichert, um ihr ein sicheres Leben zu ermöglichen. Zurück bei ihrer Arbeitsstelle lernt sie einen Kunden ihres Chefs kennen, einen reichen Texaner (Frank Albertson). Marion wird von ihrem Arbeitgeber beauftragt, für den Kunden 40 000 Dollar zur Bank zu bringen. Sie entschließt sich jedoch, den Betrag zu stehlen. Sie meldet sich bei der Arbeit krank und flüchtet mit ihrem Auto aus der Stadt. Zufällig sieht ihr Chef sie in der Stadt davonfahren. Während der Fahrt erregt sie durch ihr sonderbares Verhalten die Aufmerksamkeit eines Polizisten, der sich eine Weile lang an ihre Fersen heftet. Das hastige Tauschen ihres Wagens gegen einen anderen weckt den Argwohn eines Autohändlers.
Von diffusen Ängsten verfolgt erreicht Marion schliesslich ein abseits der Hauptstraße gelegenes Motel. Dessen junger Besitzer, Norman Bates (Anthony Perkins), lebt mit seiner Mutter nebenan in einem viktorianischen Haus. Norman erzählt Marion, dass er keinerlei Freunde hat und alleine mit seiner kranken Mutter sehr zurückgezogen auf diesem Anwesen lebt.
Bild 119.jpg Marion hadert vor dem Schlafengehen mit sich und überlegt sich, das gestohlene Geld zurückzubringen. Es sieht so aus, als sei sie mit sich ihm Reinen, als sie unter die Dusche geht. Dort wird sie brutal von einer vermummten Gestalt in Frauenkleidern erstochen. Norman entdeckt die Leiche. Er ist bestürzt von der Tat, die offenbar seine herrschsüchtige Mutter begangen hat, beseitigt aber sorgfältig alle Spuren der Tat. Marions Leiche samt Gepäck und gestohlenem Geld verstaut er in ihrem Auto und versenkt es in einem Sumpf.
Marions Arbeitgeber ist von einer Affekthandlung Marions überzeugt. Anstatt sie bei der Polizei anzuzeigen, schickt er den Privatdetektiv Arbogast (Martin Balsam) auf die Suche nach dem verlorenen Geld. Auch Marions Schwester Lila (Vera Miles) ist besorgt und macht sich mit Marions Freund Sam auf die Suche. Arbogast klappert sämtliche Hotels und Motels der Umgebung ab und stößt schließlich auf Bates, dem er misstraut, da sich dieser in Widersprüche verwickelt und etwas zu verheimlichen scheint. Bates weigert sich auch, ihn zu seiner Mutter vorzulassen, was den Detektiv besonders neugierig macht.
Nachdem er Lila und Sam von seinem Verdacht berichtet hat, kehrt Arbogast heimlich in das Haus zurück, um mit Normans Mutter zu sprechen. Diese überrascht ihn im ersten Stock mit einem großen Messer und sticht auf ihn ein. Arbogast fällt die Treppen hinunter und stirbt. Norman übernimmt erneut die "Aufräumarbeiten".
Alarmiert von Arbogasts Bericht und seinem Verschwinden fahren Lila und Sam selbst zu Normans Motel. Sie werden vom örtlichen Sheriff informiert, dass Mrs. Bates angeblich schon seit 10 Jahren auf dem örtlichen Friedhof begraben sei.
Die beiden beschließen, sich inkognito in Bates Motel einzumieten um mit Normans Mutter sprechen zu können. Während Sam Norman ablenkt, sieht sich Lila in dem alten Haus um. Sie sucht das Zimmer von Mrs. Bates auf, welches aber leer ist. Lila bemerkt, dass Normans Zimmer voll mit alten Spielsachen ist. Norman schöpft Verdacht, schlägt Sam nieder und eilt zum Haus. Lila gelingt es, sich im Keller des Hauses verstecken. Dort findet sie die auf einem Stuhl platzierte, mumifizierte Leiche von Normans Mutter.
Norman, der sich als der Killer entpuppt, betritt mit Perücke und in den Kleidern seiner Mutter den dunklen Kellerraum und versucht auch Lila zu erstechen. Sie entgeht nur knapp dem Tod, da es Sam im letzten Moment gelingt, Norman zu überwältigen.
Im Polizeirevier erfahren wir von Normans gespaltener Persönlichkeit. Einerseits ist er ein schüchterner, unauffälliger junger Mann, anderseits verkörpert aber der andere Teil seiner Persönlichkeit seine herrschsüchtige Mutter, die er 10 Jahre früher gemeinsam mit ihrem Freund aus Neid tötete. Als Mrs. Bates begraben werden sollte, stahl er ihren Körper und konservierte ihn in seinem Keller um das Verbrechen ungeschehen zu machen. Zusätzlich imitierte er die Stimme seiner Mutter, zog ihre Kleider an, führte sogar Unterhaltungen mit sich selbst. Er ermordete als eifersüchtige Mutter junge Frauen, an denen er - als Norman - interessiert war. Jedoch ist er sich immer absolut sicher, dass er unschuldig ist, hat doch "Mutter" die Unschuldigen erstochen.
Mit Psycho hat der Regisseur Alfred Hitchcock seinen wohl berühmtesten Film gedreht. Wegen seiner durchdacht eingesetzten Horroreffekte war der Film bei jüngeren Zuschauern beliebt, stieß aber bei zeitgenössichen Kritikern auf einige Ablehnung. Zu weit hatte sich Hitchcock mit Psycho in ihren Augen von bisherigen Filmen wie Der unsichtbare Dritte entfernt.
Noch unter Vertrag bei Paramount, versuchte das Studio vergeblich, Hitchcock von seinem Plan abzubringen, das brutale Buch Blochs zu verfilmen. Man wollte, dass er an den Erfolg von North by Northwest (engl. Originaltitel von Der unsichtbare Dritte) anknüpfte und einen weiteren soliden Spionagethriller dreht. Hitchcock wollte jedoch experimentieren. Man versuchte, ihn durch Gagenkürzung von dem Projekt abzubringen und gab an, sämtliche Studios seien ausgebucht. Hitchcock investierte selbst in den Film, war dadurch Rechteinhaber und drehte stattdessen in den Studios von Universal, wo er auch seine Fernsehserie 'Alfred Hitchcock Presents' produzierte. Er drehte den Film mit einem TV-Team als Low Budget - Produktion in Schwarz-weiß für weniger als 1 Million Dollar. Der überwältigende Erfolg an der Kinokasse machte Psycho zu seinem finanziell erfolgreichsten Werk.
Die Musik von Bernard Herrmann wird sehr wirkungsvoll eingesetzt, insbesondere in der zitierten Dusch-Szene, wo die stakkatohaften metallenen Streicher für einen Gänsehaut-Effekt sorgen. Viele Motive der Musik, so die auflösende Bassführung, basieren auf der Dante-Sinfonie von Franz Liszt.
Mit dem Mord unter der Dusche hat Hitchcock eine der meistzitierten Szenen der Filmgeschichte geschaffen. Saul Bass, seinem Artdirector, der auch für die Titelgestaltung dieser und anderer Hitchcockfilme verantwortlich war, trug Hitchcock auf, die Szene grafisch umzusetzen. Hitchcocks Kameramann John L. Russell drehte sie weitgehend genauso, wie Bass sie gezeichnet hatte. Jahre später konnte sich Saul Bass darum die Bemerkung nicht verkneifen, er selbst hätte die berühmte Duschszene inszeniert. Diese Szene dauert 45 Sekunden und zeigt, wie Marion von einer unbekannten Person in der Dusche niedergestochen wird. Nie sieht man jedoch das Messer den Körper berühren, die Gewalttat wird nur angedeutet. Für die Geräusche stach man mit Messern in Melonen, um einen möglichst echt wirkenden Effekt zu erzielen.
Da der Überraschungseffekt bei dem Film erheblich ist, und der eigentliche Star, Janet Leigh, bereits in der ersten Hälfte des Films stirbt, griff Hitchcock zu einer damals ungewöhnlichen Maßnahme: Die Zuschauer mussten pünktlich im Kinosaal sitzen, wer zu spät kam, hatte keine Chance mehr, hereingelassen zu werden.
Hitchcock hat sich mit diesem Film bewusst von seinen vorherigen Werken abgesetzt. Waren vormals aufwändige - teilweise heitere - Thriller verfilmt worden, bildet Psycho mit seiner düsteren Handlung dazu einen starken Kontrast und leitete eine Wende in Hitchcocks Schaffen zu mehr psychologisch orientierten Filmen ein (folgend: Die Vögel und Marnie).
Am Anfang des Films, als Marion Crane nach ihrem Treffen mit Sam bei ihrer Arbeitsstelle eintrifft sieht man Hitchcock draußen vor der Tür mit einem Cowboyhut auf dem Kopf.
Hitchcock hielt es in Psycho für besonders notwendig, gleich zu Beginn des Films aufzutreten, da die Zuschauer nicht von der eigentlichen Handlung abgelenkt werden sollten. Außerdem sieht man Hitchcock vor einer nicht sonderlich bedeutsamen Szene, worauf der Regisseur auch Wert legte.
Psycho wurde – wieder mit Anthony Perkins in der Hauptrolle – in drei Fortsetzungen wiederbelebt:
Außerdem gibt es ein Remake:
Die Originalverfilmung wurde 1961 in den vier Kategorien Regisseur, Nebendarstellerin, Szenenbild in einem Schwarz-Weiß-Film und Kamera für den Oscar nominiert. Janet Leigh gewann den Golden Globe in der Kategorie Beste Nebendarstellerin.
Außerdem erhielt der Film die folgenden Auszeichnungen:
Filmtitel | US-amerikanischer Film | Thriller | Schwarzweißfilm | Filmtitel 1960
Psycho | Psicosis (película) | Psychose (film) | פסיכו (סרט, 1960) | Psycho | Psycho | Psyco | サイコ (映画) | Psycho | Психо (фильм, 1960) | Psycho
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"Psycho (1960)".
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