Das Pseudonym (griechisch ψευδώνυμο, psewdónimo - wörtlich der Falschname von ψεύδος, pséwdos * - die Lüge und όνομα, ónoma - der Name) ist ein fingierter Name, der besonders von Künstlern und Schriftstellern genutzt wird, um deren wahre Identität zu verbergen.
Gelegentlich verbergen sich Frauen hinter Männernamen mit einem Pseudoandronym (z. B. Karen Blixen → Isak Dinesen) oder Männer hinter Frauennamen mit einem Pseudogynym (z. B. Prosper Mérimée → Clara Gazul).
Eine weitere Erscheinung ist das Traduktionym: die Übersetzung des wirklichen Namens in eine andere Sprache (z. B. lateinisch: Georg Bauer → Georgius Agricola, Gerhard Kremer → Gerhard Mercator oder griechisch: Philipp Schwarzerdt -> Philipp Melanchthon). Im Mittelalter und der frühen Neuzeit war dies gebräuchlich, da besonders in akademischen Kreisen und auch in der Politik Latein zur Verständigung gebraucht wurde.
Seltener gewählt wird das Aristonym, das seinen Träger mit einem Adelstitel aufwerten soll (z.B. das Wiener Busunternehmen "Dr.Richard". Dessen Besitzer, "Dragan Richard", ließ die Anfangsbuchstaben seines Vornamens zum Doktortitel mutieren. Der österreichische Sänger Hubert Achleitner trat als Hubert von Goisern auf. Ein dem Aristonym ähnlicher Fall ist Dr. Seuss und Dr. Kurt Ostbahn, die keinen akademischen Titel führten). Ebenso selten ist das Hagionym, das den Namen eines Heiligen enthält (z. B. Halldor Kiljan Laxness).
Darüber hinaus gibt es noch das Allonym, das den Namen einer bekannten Persönlichkeit vorgibt (z. B. bei Pablo Neruda, der sich nach Jan Neruda benannte); das Geonym, das eine Ortsangabe (z. B.: Stendhal, Peter Altenberg) enthält und das Phraseonym, das den Namen in Form einer Redewendung wiedergibt (z. B. Farin Urlaub).
Wichtige Personen legen sich oft ein Pseudonym zu, da sie ihren richtigen Namen nicht angeben wollen. Pseudonym = erfundene Person zur Deckung der eigenen Identität.
Eine im Bereich der Unterhaltungsindustrie häufig anzutreffende Sonderform ist das Sammelpseudonym oder Verlagspseudonym: der fingierte Name wird in diesem Falle nicht einer bestimmten real existierenden Person zugeordnet, sondern von einem Unternehmen zur einheitlichen Publikation von Werken genutzt, die in Wahrheit von verschiedenen Urhebern stammen. Gängige Praxis ist dieses Vorgehen bei Verlagen, die Trivialliteratur in Heftform herausgeben. Auch Tonträgerkonzerne bedienten sich schon früh eines ähnlichen Konzepts: ein bekanntes Beispiel ist die Interpretenangabe "Orchester Eric Harden", die seit den späten 20er Jahren auf zahllosen Platten deutscher Labels verwendet wurde - "Eric Harden" war keine existierende Person, sondern konnte für jedes beliebige Studioorchester stehen, das gerade für die benötigten Aufnahmen zur Verfügung stand. Viele Plattenkonzerne besaßen weitere Sammelpseudonyme ähnlicher Art; das Label Odeon vermarktete etwa jahrelang Schlageraufnahmen verschiedener Sänger unter dem Namen "Fred Lustig". Ein jüngeres Verwendungsbeispiel ist Bert Brac, ein Sammelpseudonym für Begleitmusik-Komponisten des Hörspiellabels EUROPA. Ein Beispiel aus der Wissenschaft (mit enormen Einfluss) ist Nicolas Bourbaki.
Pseudonyme sind heute namensrechtlich geschützt. Nach dem Urheberrecht hat ein Künstler das Recht, festzulegen, unter welchem Namen (Pseudonym) er genannt werden will. Die Dauer des Urheberrechts hängt dann davon ab, ob die betreffende Person bekannt ist oder nicht. Für die Wahl des Namens gibt es aber gewisse Einschränkungen durch Persönlichkeitsrechte anderer.
Eine andere Form von alternativen Namen sind die Spitznamen und Benutzernamen. Diese sind im Zuge der Verbreitung von Computern und des Internets inzwischen für Viele unerlässlich geworden. So bedarf es sie z. B. bei der Rechtevergabe bei Betriebssystemen oder für die Nutzung von Internetnutzungsmöglichkeiten wie E-Mail oder Foren. Hierbei ist eine Pseudonymisierung nicht zwingend, außer vielleicht bei starker Begrenzung der Namenslänge, ist aber in einigen Fällen durchaus empfehlenswert.
Eine Eigenschaft eines Pseudonyms kann die "verinymity" (von "wahrer Name") sein, d.h. die Möglichkeit den wahren Namen für das Pseudonym zu ermitteln, oder eben nicht. Diese Eigenschaft kann wichtig sein, wenn der Nutzer des Pseudonyms sicher sein möchte, dass sein wahrer Name, seine Identität, nicht ermittelbar ist (Liberty Alliance Project).
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