Der Pseudo-Krupp (Laryngitis subglottica) ist eine virale Entzündung der oberen Atemwege im Bereich des Kehlkopfes unterhalb des Kehldeckels und betrifft Kleinkinder im Alter zwischen sechs Monaten und sechs Jahren, in seltenen Fällen aber auch Jugendliche und junge Erwachsene.
Symptome sind bellender Husten, die namensgebende Heiserkeit und bei schweren Verläufen auch Atemnot. Luftbefeuchtung lindert die Beschwerden. In schweren Fällen (Atemnot) sind Kortison und Überwachung im Krankenhaus notwendig.
Der Begriff Pseudo-Krupp bezieht sich auf die Heiserkeit und beschreibt die Ähnlichkeit (griechisch Pseudo) zur Erkrankung "Krupp" (veraltete Bezeichnung für Diphtherie, von schottisch croup, „Heiserkeit“). Die medizinische Bezeichnung für Pseudo-Krupp lautet: Laryngitis subglottica (griechisch λαρυγγίτιδα, laringítida, „die Hals-“, „Kehlkopfentzündung“; lateinisch sub~, unterhalb, griechisch γλωττίς, glóttis, „die Zunge, die Stimmlippe“).
Ursachen
Der Pseudo-Krupp befällt vor allem Kleinkinder, da bei ihnen der
Kehlkopf noch nicht voll ausgewachsen und im Verhältnis sehr eng ist. In seltenen Fällen kommt es auch bei älteren Kindern noch zu dieser Erkrankung.
Beim Pseudokrupp entzündet sich die
Schleimhaut im Bereich des Kehlkopfes und unterhalb der
Stimmbänder. Weil sie anschwillt und zusätzlich zäher Schleim auftreten kann, bekommen die Kinder durch die verengten
Atemwege nur sehr schlecht Luft. Pseudokrupp wird meistens von
Viren hervorgerufen, am häufigsten von
Parainfluenzaviren, selten auch RS-, Rhino- oder
Masernviren. Seltener wird ein Pseudokrupp durch eine bakterielle Entzündung oder Allergie ausgelöst. Er ist meist der Vorbote einer
Erkältung. Pseudokrupp tritt gehäuft im Herbst und Winter und bei feuchtkaltem Wetter, v. a. sogenannten
Inversionswetterlagen, auf.
Symptome
- Das Kind hat den bekannten "bellenden" Husten, der so klingt wie ein junger bellender Hund.
- Das Kind ist heiser.
- Eventuell eine Vorerkrankung wie Husten oder Schnupfen.
- Ansteigende Atemnot oder plötzliche Atemnot in der Nacht (akuter Pseudo-Krupp-Anfall).
- Inspiratorischer Stridor, also pfeifende Nebengeräusche beim Einatmen.
- Die Kinder können zusätzlich Fieber haben.
Erstmaßnahmen und Behandlung
Kühle und feuchte Luft hilft, die Schwellung der Schleimhäute zu verringern. Oftmals genügt es, sich mit dem Kind in den kühlen Monaten ans geöffnete Fenster zu setzen oder warm "verpackt" auf den Balkon zu gehen, um es kalte Luft einatmen zu lassen. Im Sommer hilft es, das Kind vor den geöffneten Kühlschrank (sehr geeignet ist vor allem die Inhalation über einer Tiefkühltruhe) oder die Dusche mit laufendem kalten Wasser zu stellen. Wenn das Kind ohne Probleme schluckt, können auch kühle Getränke (Zimmertemperatur) helfen. Feste Nahrung allerdings ist bis zur deutlichen Besserung unvorteilhaft. Da Angst und Erregung meist zu einer Verstärkung der Atemnot führen, ist es sehr wichtig, möglichst beruhigend auf das Kind einzuwirken.
Unbedingt abzuraten ist von Mitteln, die ätherische Öle enthalten (Erkältungssalben zum Einreiben auf der Brust).
Diese verschlechtern den Zustand während eines Anfalls und sollten bei fälschlicher Anwendung unbedingt von der Haut und der Kleidung des Kindes entfernt werden.
Wenn sich der Zustand nicht bessert, ist eine Vorstellung beim Arzt oder im Krankenhaus unumgänglich. Akute Atemnot bei Kindern ist eine eindeutige Indikation für den Notarzt. Bei starker Atemnot, Hautblässe oder Herzrasen sollte der Rettungsdienst bzw. Notarzt alarmiert werden.
Nach ärztlicher Verordnung kann die Inhalation mit Epinephrin und z.B. als Zäpfchen verabreichtes Kortison die Atmung erleichtern.
Vorbeugung und vorbereitende Maßnahmen
Wenn das Kind bereits einen Pseudo-Krupp Anfall hinter sich hatte wird den Eltern oft ein
Kortison Zäpfchen mitgegeben. Dieses soll dem im Schlaf auftretenden
Kortisonabbau entgegenwirken, welcher ein Anschwellen des Kehlkopfes begünstigt. Hat das Kind eine höhere Neigung zu Anfällen, ist nach Absprache mit dem behandelndem Arzt
die Anschaffung eines Kaltluftbefeuchters empfehlenswert. Neue Geräte verfügen zudem über die Möglichkeit die Luft mit Meersalz zu ionisieren, Ärzte raten in diesem Zusammenhang auch zu Urlauben am Meer, da sich die salzhaltige Luftfeuchtigkeit positiv auf Pseudo-Krupp Kinder auswirkt.
Medikamente und Wirkstoffe
Folgende Medikamente und Wirkstoffe
wirken positiv bei Pseudo Krupp Anfällen:
Epinephrin
Kortison: Prednison, Prednisolon
Folgende Medikamente und Wirkstoffe helfen nur bedingt:
Diclofenac | Noscapin | Pentoxyverin | Codein | Dextromethorphan
Folgende Medikamente und Wirkstoffe wirken nicht bei Pseudo Krupp Anfällen:
Salbutamol | Theophyllin | Montelukast | Cromoglicinsäure | Ambroxol | Acetylcystein
Folgende Medikamente und Wirkstoffe wirken SCHÄDLICH bei Pseudo Krupp Anfällen:
Campher | Eukalyptus | Menthol
und deren Derivate sowie sonstige ätherisch Öle
Abgrenzung
Vom Pseudokrupp abzugrenzen ist der meist schwerer und mit weiteren Symptomen, aber grundsätzlich ähnlich verlaufende
echte Krupp bei
Diphtherie als Folge einer spezifischen Infektion mit
Corynebacterium diphtheriae, der allerdings aufgrund der in westlichen Industriestaaten hohen Durchimpfungsrate gegen Diphtherie sehr selten geworden ist, in Osteuropa seit der Wende aber stark zugenommen hat. Pseudokrupp sollte weiterhin nicht mit der ebenfalls weitaus gefährlicheren akuten Kehlkopf
deckelentzündung, der höher gelegenen
Epiglottitis, verwechselt werden. Differentialdiagnostisch kann noch von der Kinderkrankheit
Keuchhusten unterschieden werden. Hier findet sich ein sog. stakkatoartiger Husten mit 10 - 20 Hustenstößen hintereinander, der ebenfalls zur Nacht stärker wird.
Weblinks
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