Pseudarthrose bezeichnet die Ausbildung eines so genannten „Falschgelenks“ infolge Ausbleibens der knöchernen Konsolidierung eines Knochenbruchs. Ursachen einer Pseudarthrose können mechanische Faktoren (z. B. Interposition von Weichteilen in den Frakturspalt, Dislokation bzw. Distraktion), mangelhafte Ruhigstellung, verzögerte Kallusbildung, ungenügende Blutversorgung, Infekt, Gewebeverlust oder systemische Krankheiten wie Diabetes oder eine arterielle Verschlusskrankheit sein. Per Definition spricht man von einer Pseudarthrose erst nach 6 Monaten, dann liegt ein Non Union vor. Ist die Frakturheilung im Zeitraum von 4 bis 6 Monaten nach dem Trauma noch nicht abgeschlossen, nennt man es verzögerte Frakturheilung, oder Delayed Union. Häufig von Pseudarthrosen betroffener Knochen ist das Kahnbein. Ferner gibt es noch angeborene Pseudarthrosen, z. B. an der Tibia.
Pseudarthrosen führen häufig zu dauerhaften Funktionseinschränkungen und anhaltenden Schmerzen. Weitere Merkmale sind abnorme Beweglichkeit und ein Pseudarthrosespalt mit reaktiver Sklerosierung in der Umgebung im Röntgenbild.
Es werden zwei verschiedene Formen unterschieden:
Ursache: Instabilität
Therapie: Verbesserung der mechanischen Rahmenbedingungen (z. B. durch Plattenosteosynthese, Marknagel oder Ringfixateur)
Therapie: Suffiziente Stabilisierungmittels Platte, Nagel oder Fixateur, Entfernung avitaler und eventuell infizierter Knochenareale, Wiederaufbau des Knochendefektes beispielsweise durch Spongiosa-Knochentransplantation oder Kallusdistraktion.
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