Die Provinz Sachsen war die reichste preußische Provinz, zwischen dem ehemaligen Königreich Hannover (Niedersachsen) und dem ehemaligen Königreich Sachsen gelegen. Sie umschloss das aus mehreren sehr kleinen Enklaven bestehende Anhalt. Heute entspricht der Provinz Sachsen hauptsächlich das Land Sachsen-Anhalt. Provinzhauptstadt war Magdeburg. Die Provinz Sachsen wurde 1815 nach dem für Napoleon verlorengegangenen Krieg aus Gebieten des preußischen Herzogtums Magdeburg, der preußischen Altmark und aus Gebieten des ehemaligen Königreichs Westfalen sowie ehemals sächsischer Territorien gebildet und war vor allem ein Zentrum der Landwirtschaft (Zuckerrüben in der Magdeburger Börde), aber später auch der Chemieindustrie.
Das Herzogtum Magdeburg geht auf das ehemals souveräne Erzstift Magdeburg zurück, dem weltlichen Besitz des Erzbischofs von Magdeburg, das laut den Bestimmungen des Westfälischen Friedens von 1648 nach dem Tod des letzten Administrators, Herzog August von Sachsen-Weißenfels aus dem Haus der Wettiner, im Jahre 1680 säkularisiert und unter brandenburgische Oberhoheit gestellt wurde.
1944 wurde die Provinz Sachsen aufgeteilt in die Provinzen Magdeburg und Halle-Merseburg, während der Regierungsbezirk Erfurt der Verwaltung des Reichsstatthalters in Thüringen unterstellt wurde. 1945 wurde die Provinz Sachsen aus den ehemaligen Provinzen Magdeburg und Halle-Merseburg und dem Land Anhalt wiedergegründet. Nach einer kurzen Episode unter der Bezeichnung "Provinz Sachsen-Anhalt" wurde aus dem Gebiet das Land Sachsen-Anhalt.
25.529 km²; 3.622.546 Einwohner (Mai 1939)
Die Provinz Sachsen bestand im Wesentlichen aus zwei durch das Herzogtum Anhalt räumlich getrennten Teilen und hatte mehrere Exklaven. Verwaltungsmäßig war sie in die Regierungsbezirke Magdeburg, Merseburg und Erfurt gegliedert. Am 1. Juli 1944 wurde der hessen-nassauische Kreis Herrschaft Schmalkalden dem Regierungsbezirk Erfurt eingegliedert und dieser dem Reichsstatthalter in Thüringen unterstellt sowie die restliche Provinz Sachsen in die beiden Provinzen Magdeburg und Halle-Merseburg aufgeteilt. Diese Trennung existierte jedoch nicht lange, denn nach dem 2. Weltkrieg wurden beide Provinzen unter Einbeziehung des Landes Anhalt sowie Teilen des Landes Braunschweig zum Land Sachsen-Anhalt vereinigt, das 1949 Bestandteil der DDR, jedoch bereits 1952 wieder aufgelöst wurde.
Nach der Wiedervereinigung 1990 wurde das Land Sachsen-Anhalt mit leicht veränderten Grenzen wieder errichtet, siehe Sachsen-Anhalt.
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