| Proton_Zvezda.jpg zur Internationalen Raumstation ISS befördert (Juli 2000)]] |
| Proton-K_rocket_with_Zond_spacecraft.jpg Raumschiff für bemannte Mondeinsätze. Die Einstiegsluke für Kosmonauten und der Rettungsturm sind deutlich auf der Spitze der Rakete zu sehen (Baikonur, späte 1960er)]] |
| Proton-K-Zarya.jpg ISS-Modul (Baikonur, 1998)]] |
| Proton with Granat.jpg-Weltraumteleskop (Baikonur, 1989)]] |
Proton (russisch Протон, bekannt auch als UR-500) ist die Bezeichnung für eine russische Trägerrakete, die zum Starten schwerer Nutzlasten (z.B. Raumstation-Module), geostationärer Satelliten sowie schwerer interplanetarer Raumsonden verwendet wird.
Die Rakete entstand in der ersten Hälfte der 1960er zunächst als ein Entwurf einer superschweren Interkontinentalrakete, die vermutlich dem Transport von 30-Megatonnen-Sprengköpfen dienen sollte. Nachdem dieses Programm aufgegeben wurde, wurde die Rakete dem bemannten Mondprogramm zugeordnet, in dessen Rahmen sie zu einer Raumfahrtrakete weiterentwickelt wurde. Seit ihrem Erststart am 16. Juli 1965 und zahlreichen folgenden Fehlstarts hat sie zahlreiche Verbesserungen erfahren und gehört mittlerweile zu den erfolgreichsten, zuverlässigsten und kostengünstigsten Raketen weltweit.
Zum Erreichen von geostationären Umlaufbahnen und zum Starten von interplanetaren Sonden erhält die Proton noch eine zusätzliche vierte Stufe. Der erste Start einer vierstufigen Proton erfolgte am 10. März 1967 im Rahmen des bemannten Mondprogramms. Die vierte Stufe erhielt den Namen Block D, in späteren Jahren entstanden durch Verbesserungen mehrere Versionen dieser Stufe, die für verschiedene Nutzlasten ausgelegt sind. Ab 1999 kam eine neue Oberstufe zum Einsatz - die Breeze M, die nun vor allem kommerzielle Nutzlasten in den Weltraum befördert.
Startanlagen der Proton existieren nur in Baikonur, das auf kasachischem Boden liegt. Da die Proton die einzige Trägerrakete Russlands ist, mit der schwere militärische Frühwarn- und Kommunikationssatelliten in die geostationäre Umlaufbahn gebracht werden können, ist ihre Verfügbarkeit für das Militär strategisch wichtig. Da diese durch die geografische Lage von Baikonur nicht gewährleistet werden kann, soll die Proton in den nächsten Jahren durch die neue schwere Angara-A5-Rakete ersetzt werden, für die derzeit eine Startanlage in Plessezk entsteht (Plessezk liegt auf russischem Boden). Der Erststart der Angara ist jedoch nicht vor 2007/2008 zu erwarten, bis zum Flug der schweren Angara-A5 Version, die die Proton ersetzen soll, dürften einige weitere Jahre vergehen.
Um die Wartezeit bis zum operationellen Einsatz der Angara zu überbrücken und dennoch im hart umkämpften kommerziellen Geschäft bleiben zu können, wurde als Zwischenlösung eine Weiterentwicklung der Proton zur Proton-M durchgeführt. Die Proton-M ist derzeit einer der erfolgreichsten kommerziellen Träger weltweit, der Preis für einen Start der Rakete dürfte bei etwa 70-80 Millionen US-Dollar liegen. Die internationale Vermarktung erfolgt vom Konsortium International Launch Services (ILS), zu dem auch die US-Firma Lockheed-Martin gehört, die die Atlas-Trägerrakete baut.
Die Produktion erfolgt durch den Konzern GKNPZ Chrunitschew in Moskau-Fili, nach einem Bahntransport wird die Endmontage der Rakete im Montagekomplex MIK-92 auf dem Kosmodrom Baikonur durchgeführt. Der Start erfolgt über die Rampen PU-24 und PU-39. Der Erststart der Weiterentwicklung erfolgte am 7. April 2001, nachdem die Breeze-M Oberstufe bereits zuvor in Verbindung mit der älteren Proton-K erfolgreich getestet wurde. Für russische Nutzlasten wird die Proton-K zeitweilig noch parallel eingesetzt, da sie etwas günstiger als Proton-M ist.
- bgcolor="#FFDEAD" | Datum und Uhrzeit UTC | Typ | Stufen | Startplatz | Nutzlast | Art der Nutzlast | Anmerkungen |
|---|---|---|---|---|---|---|
| ... | ... | ... | ... | ... | ... | ... |
| 3. Februar 2005 02:27 | Proton-M/Breeze-M | 4 | Ba LC81/PU24 | AMC 12 | Kommerzieller Kommunikationssatellit | Erfolg |
| 29. März 2005 22:31 | Proton-K/Block-DM-2M | 4 | Ba LC200/PU39 | Express AM2 | Kommunikationssatellit | Erfolg |
| 22. Mai 2005 16:59 | Proton-M/Breeze-M | 4 | Ba LC200/PU39 | DirecTV 8 | Kommerzieller Kommunikationssatellit | Erfolg |
| 24. Juni 2005 19:41 | Proton-K/Block-DM-2 | 4 | Ba LC200/PU39 | Express AM3 | Kommunikationssatellit | Erfolg |
| 8. September 2005 21:53:40 | Proton-M/Breeze-M | 4 | Ba LC200/PU39 | Anik F1R | Kommerzieller Kommunikationssatellit | Erfolg |
| 25. Dezember 2005 05:07:09 | Proton-K/Block-DM-2 | 4 | Ba LC81/PU23 | Kosmos 2417-2419 | Drei GLONASS-Navigationssatelliten (zwei Uragan-M und ein Uragan) | Erfolg |
| 29. Dezember 2005 02:28:40 | Proton-M/Breeze-M | 4 | Ba LC200/PU39 | AMC 23 | Kommerzieller Kommunikationssatellit | Erfolg |
| 28. Februar 2006 20:10 | Proton-M/Breeze-M | 4 | Ba LC200/PU39 | Arabsat 4A | Kommerzieller Kommunikationssatellit | Fehlschlag: Fehlfunktion der Breeze-M-Oberstufe während des zweiten Brennvorgangs, Satellit in einem zu niedrigen Orbit |
| 17. Juni 2006 22:44:05 | Proton-K/Block-DM3 | 4 | Ba LC200/PU39 | KazSat | Kommunikationssatellit | Erfolg |
- bgcolor="#FFDEAD" | Datum und Uhrzeit UTC | Typ | Stufen | Startplatz | Nutzlast | Art der Nutzlast | Anmerkungen |
|---|---|---|---|---|---|---|
| 4. August 2006 | Proton-M/Breeze-M | 4 | Ba | Hot Bird 8 | Kommerzieller Kommunikationssatellit | Geplant |
| 2006? | Proton-M/Breeze-M | 4 | Ba | Arabsat 4B (BADR-4) | Kommerzieller Kommunikationssatellit | Geplant |
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