Ein Protokoll (griech. prōtókollon „den amtlichen Papyrusrollen vorgeleimtes Blatt“ aus prõtos „erster“ und kólla „Leim“) ist ein im Voraus und nach bestimmten Regeln definierter Ablauf, Vorgang oder Prozess beziehungsweise die Aufzeichnung eines solchen Prozesses.
Die Außenministerien der meisten Länder haben Angestellte, die sich ausschließlich mit der Einhaltung des diplomatischen Protokolls und der Beachtung der Protokollarischen Rangordnung, der Präzedenz, befassen. Weitere Protokollstellen gibt es meist beim Staatsoberhaupt, beim Innenministerium (für das innerstaatliche Protokoll und Zeremoniell). Nicht zum Protokoll gehört, wenn gleich sie auch dort eine Rolle spielen die Umgangsformen (Etikette).
Protokolle in der Telekommunikation und Informatik sind Regeln, welche das Format, den Inhalt, die Bedeutung und die Reihenfolge gesendeter Nachrichten zwischen verschiedenen Instanzen festlegen, siehe Netzprotokolle, Protokoll (Datenbank).
Eine spezielle Rolle spielt "Protokoll" bzw. "protocol" auch als Name eines Feldes im IPv4-Header.
Bei Sitzungen, Tagungen, Verhandlungen usw. wird eine formelle Zusammenfassung der Gespräche und Ereignisse, das so genannte Protokoll, geschrieben. Aus diesem Grund bestimmen Vereine, Verbände und ähnliche Organisationen einen Protokollführer oder Sekretär, der damit beauftragt ist. Man unterscheidet bei diesen Aufzeichnungen zwischen Verlaufsprotokoll und Ergebnisprotokoll.
Bei Computern ist dies die Protokolldatei (das so genannte Logfile), in der Ereignisse, wie zum Beispiel der Empfang und Versand von E-Mails oder Vorkommnisse während einer Programmausführung, nach bestimmten Regeln festgehalten (protokolliert) werden.
Physikalische Protokolle: Eine Zusammenstellung zu einem physikalischen Versuch mit Vorbetrachtung, Versuchsaufbau, Messwerten, Auswertung und Fehlerbetrachtung. Siehe auch: Versuchsprotokoll.
Im diplomatischen Protokoll wird im Vorhinein festgelegt, dass bestimmte Personen zu bestimmten Zeitpunkten bestimmte Handlungen auszuführen haben. In einem Protokoll, das den Verlauf eines Experiments oder einer Sitzung festhält, wird die zeitliche Abfolge der Tätigkeiten des Experimentators und deren (kausalen) Folgen bzw. der Tätigkeiten der Sitzungsteilnehmer und wann wer etwas Entscheidendes gesagt oder getan hat, festgehalten. Ein Logging-Protokoll ist ebenfalls ein Abfolge-Protokoll. Es schreibt automatisiert, mit einem Zeitstempel versehen, die Eigenschaften bzw. Zustände eines Programms in eine Datei, die letztlich von irgendeinem Nutzer dieser Welt oder vom Administrator eines Systems ausgelöst wurden. Und bei den Kommunikationstechnik-Protokollen wie dem Internet-Protocol ist festgelegt, welche (Teile von) Applikationen in welcher zeitlichen Abfolge welche Operationen auszuführen haben. Im Durchgang durch diese drei Kontexte kann man deshalb zu folgendem Definitionsvorschlag gelangen:
Ein Protokoll hält oder legt fest, zu welchem Zeitpunkt (absolut) oder in welcher Reihenfolge (relativ) welche Entität (wer oder was) welche Operation ausgeführt hat oder ausführen wird. Protokollierung bezeichnet dabei die Operation des Festlegens bzw. Niederschreibens der drei Protokollbestandteile Zeitpunkt, Entität, Operation.
Die Funktion des Protokollierens besteht darin, Beobachtbarkeit durch Fixation herzustellen. Diese Beobachtbarkeit herzustellen ist kein Selbstzweck, sondern wird zur Vermeidung von Fehlern bzw. Fehlfunktionen eingerichtet. Bei Staats- und Kommunikationsprotokollen soll die Festlegung von Abläufen absehbares Fehlerverhalten oder zumindest Unsicherheiten bei den Beteiligten oder bei den Abläufen zu vermeiden helfen. Bei Abfolge- bzw. den technischen Logging-Protokollen sollen mögliche Fehlentscheidungen bzw. Fehlfunktionen, die in der Gegenwart nicht erkennbar oder nicht unmittelbar behandelbar sind, zumindest im Nachhinein analysiert und kausal zugerechnet werden können. Kommunikationsprotokolle dienen im weitesten Sinne ausschließlich der Beobachtung, Selbststeuerung und Behebung von Übertragungsfehlern. Insofern werden Protokolle überall dort eingerichtet, wo mit Steuerungsfehlern gerechnet werden muss, weil sie absehbar sind. Protokolle dienen der Kontrolle über Operationen und Entitäten, entweder im Voraus, gegenwärtig oder im Nachhinein. Insofern kann die obige Definition ergänzt werden um die Funktion, die dem Protokollieren im Allgemeinen zukommt.
Die Funktion eines Protokolls besteht darin, adressierbare Entitäten anhand ihrer Operationen zu beobachten oder beobachtbar zu machen, um Irritationen bzw. Fehler im Nachhinein analysieren oder gegenwärtig erkennen oder zukünftig vermeiden zu können. Protokolle kommen zur Steuerung von Workflows zum Einsatz.
Protokoll: Gesamtheit aller Regeln, nach welchen Partner untereinander in Wechselwirkung treten können. Protokollieren ist demgegenüber das (definierte) Niederschreiben eines Ablaufes. Das dabei entstehende Schriftstück wird umgangssprachlich ebenfalls Protokoll genannt.
Protocol | Protokol | Protocol | Protocolo | Protokoloak | Protokolla | Protocole | Protocolo | Protokol | Protocollo | プロトコル | Protokol | Protocol | Protocolo
This article is licensed under the GNU Free Documentation License.
It uses material from the
"Protokoll".
Home Page • arts • business • computers • games • health • hospitals • home • kids & teens • news • physicians • recreation• reference • regional • science • shopping • society • sports • world